Energiekrise

Neues Memminger Kombibad könnte ganz ohne Gas auskommen - Wie das funktioniert

Das neue Kombibad in Memmingen könnte komplett ohne Gas auskommen. Der Einsatz entsprechender Technik wird derzeit geprüft. Auf unserem Bild ist das Freibad zu sehen, das im Herbst 2022 abgerissen werden soll, damit dort das Kombibad gebaut werden kann.

Das neue Kombibad in Memmingen könnte komplett ohne Gas auskommen. Der Einsatz entsprechender Technik wird derzeit geprüft. Auf unserem Bild ist das Freibad zu sehen, das im Herbst 2022 abgerissen werden soll, damit dort das Kombibad gebaut werden kann.

Bild: Andreas Berger (Archivbild)

Das neue Kombibad in Memmingen könnte komplett ohne Gas auskommen. Der Einsatz entsprechender Technik wird derzeit geprüft. Auf unserem Bild ist das Freibad zu sehen, das im Herbst 2022 abgerissen werden soll, damit dort das Kombibad gebaut werden kann.

Bild: Andreas Berger (Archivbild)

Viel und teure Energie für ein Schwimmbad? In Memmingen vielleicht nicht: Das neue Kombibad könnte ganz ohne Gas auskommen. Diese Möglichkeit wird nun geprüft.
20.09.2022 | Stand: 15:38 Uhr

Das Memminger Kombibad könnte autark werden, was die Energie angeht. Also zum Beispiel ohne teures Gas auskommen. Das sagt Tanja Aberle vom städtischen Hochbauamt. Eine Nachricht, die in diesen Zeiten von explodierenden Energiepreisen bemerkenswert ist. Bevor am Sonntagnachmittag die Bürgerversammlung im großen Saal der Memminger Stadthalle begann, beantwortete Aberle im Foyer Fragen der Besucher rund um das Kombibad, das ab Frühjahr 2023 auf dem Gelände des bisherigen Freibades gebaut werden soll. (Neues Kombibad in Memmingen wird wohl teurer)

Spezielle Technik: Neues Komibad in Memmingen könnte ohne Gas auskommen

Wie kann ein Schwimmbad, das vor allem für warmes Wasser viel Energie benötigt, ohne Gas auskommen? Das könnte über das Grundwasser und eine Wärmepumpe funktionieren, sagt Tanja Aberle. Grundwasser wird an die Oberfläche gefördert, wo eine Wärmepumpe ihm Wärme entzieht. Damit kann nun unter anderem das Wasser des Kombibades beheizt werden.

Dann wird das Grundwasser wieder zurückgeleitet in seine unterirdischen Hohlräume. Ob dieses System für das Kombibad genutzt werden kann, wird bald geprüft – mit Probebohrungen. Ein Unternehmen wird in Kürze damit beauftragt. Doch: „Aufgrund der vorliegenden Bodengutachten ist mit einem positiven Ergebnis zur thermischen Wärmenutzung zu rechnen.“ (Wie gut ist Bayern auf die Gefahr eines Blackouts vorbereitet?)

In welcher Tiefe befindet sich das Grundwasser?

Mit den Bohrungen soll unter anderem herausgefunden werden, in welcher Tiefe sich das Grundwasser unter dem Freibadgelände befindet. Ist es zu tief, könnte es zu teuer werden, es an die Oberfläche zu pumpen. Wenn es gut erreichbar ist, wird zwar auch eine Pumpe benötigt. Der Strom dafür könnte aber eventuell über die Photovoltaikanlage des Kombibades bezogen werden.

Temperatur von Grundwasser recht konstant

Eine weitere Frage, die während der Probebohrungen geklärt werden soll: Ist das Grundwasser warm genug, um ihm genügend Wärme entziehen zu können? Im Schnitt liegt die Temperatur von Grundwasser zwischen acht und zwölf Grad Celsius. Dieser Wert ist recht konstant, verändert sich im Sommer und im Winter kaum. Acht bis zwölf Grad: Das ist nicht gerade Badetemperatur. Allerdings kann die Technik einer Wärmepumpe auch aus solch frischem Wasser so viel Energie gewinnen, dass damit ein Schwimmbad beheizt werden kann. (So voll sind unsere Gasspeicher aktuell)

Keine Nachteile für Umwelt und Grundwasser

„Für Umwelt und Grundwasser gibt es keine Nachteile“, heißt es beim Hochbauamt der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion. Und die Kosten für ein Wärmepumpensystem? „Eine Kostenschätzung liegt derzeit noch nicht vor.“

Wenn sie erstellt sei und die Probebohrungen ausgewertet seien, stelle sich heraus, ob eine Grundwasser-Wärmepumpe mittel- bis langfristig günstiger ist als beispielsweise Gas. Obwohl derzeit nicht absehbar sei, wie sich die Gaspreise entwickeln. „Wenn die Probebohrung das erfüllt, was das Bodengutachten zunächst zeigt, dann könnte auf Gas beim Projekt Kombibad ganz verzichtet werden.“

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