800 Patienten pro Jahr

Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Memmingen: Hilfe bei Blasen- und Darmschwäche

Jahr für Jahr betreut das Klinikum Memmingen Patienten mit Störungen des Beckenbodens.

Jahr für Jahr betreut das Klinikum Memmingen Patienten mit Störungen des Beckenbodens.

Bild: Haas/Klinikum Memmingen

Jahr für Jahr betreut das Klinikum Memmingen Patienten mit Störungen des Beckenbodens.

Bild: Haas/Klinikum Memmingen

Seit über zehn Jahren gibt es in Memmingen das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum.
09.01.2021 | Stand: 09:37 Uhr

Die Scham, zum Arzt zu gehen, ist groß. Die Angst, erkannt zu werden, noch größer: Rund fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an Inkontinenz, besser bekannt als Blasen- und Darmschwäche. Hilfe finden Betroffene im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum Memmingen, das seit über zehn Jahren verschiedene Therapiemethoden anbietet. Jetzt wurde das Zentrum, das nach Angaben des Klinikums das einzige seiner Art im Allgäu ist, für weitere drei Jahre rezertifiziert.

Über 800 Patienten pro Jahr in Memmingen

„Diese für uns äußerst erfreuliche Rezertifizierung ist möglich aufgrund unserer hohen Expertise auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie von Harn- und Stuhlinkontinenz“, betont der Leiter des Zentrums und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie- und Geburtshilfe, Privatdozent Dr. Felix Flock. „Jahr für Jahr betreuen wir über 800 Patientinnen und Patienten mit Störungen des Beckenbodens.“ Diese betreffen ihm zufolge sowohl Frauen als auch Männer.

Ausprägungen sehr unterschiedlich

„Die Ausprägungen können dabei sehr unterschiedlich sein“, erklärt die Koordinatorin des Zentrums, Oberärztin Dr. Kathrin Mühlen. „Deswegen arbeiten in einem Zentrum verschiedene Fachdisziplinen eng zusammen und bringen ihr Knowhow für die richtige Therapie des Patienten ein“, beschreibt Mühlen und verweist unter anderem auf Spezialisten der Gynäkologie, der Urologie, der Chirurgie und der Kinderheilkunde. „In regelmäßigen interdisziplinären Konferenzen erstellen wir für die Patientinnen und Patienten individuelle Therapiekonzepte“, so Mühlen. Unterstützt werden die Fachärzte dabei durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten, deren Anwendungen und praktischen Übungen bei der nichtoperativen Therapie von Beckenbodenstörungen große Bedeutung haben.

Urinverlust und Stuhlinkontinenz

„Störungen des Beckenbodens zeigen sich in Form von ungewolltem Urinverlust oder Stuhlinkontinenz“, erklärt Chefarzt Flock. Bei Frauen könne es zudem zu einer Absenkung des inneren Genitals, also der Gebärmutter sowie der Scheide kommen, was in stärkerer Ausprägung zu einem Vorfall der inneren Organe führen könne. Auch Kinder könnten bereits an Beckenbodenstörungen leiden, was sich als chronische Verstopfung, nächtliches Einnässen oder Stuhlverlust – auch noch in höherem Alter – äußern könne. „Am Klinikum Memmingen werden alle Untersuchungsverfahren zur Abklärung der Störungen durchgeführt“, erklärt Flock. „Zur Therapie stehen demnach alle nichtoperativen wie auch operativen Verfahren zur Verfügung.“ Häufig sei hierbei die Mitwirkung mehrerer Spezialisten sinnvoll, was am Klinikum Memmingen auch der Fall sei.

Der Chefarzt verweist darauf, dass es lediglich 100 zertifizierte Beckenbodenzentren in ganz Deutschland gibt.