Memmingen

Landestheater Schwaben geht mutig in die neue Spielzeit

Freude über die Vertragsverlängerung bis 2026: LTS-Intendantin Dr. Kathrin Mädler und Oberbürgermeister Manfred Schilder, Vorsitzender des Zweckverbands Landestheater Schwaben, unterzeichnen im Büro der Intendantin die Vertragsänderung.

Freude über die Vertragsverlängerung bis 2026: LTS-Intendantin Dr. Kathrin Mädler und Oberbürgermeister Manfred Schilder, Vorsitzender des Zweckverbands Landestheater Schwaben, unterzeichnen im Büro der Intendantin die Vertragsänderung.

Bild: Alexandra Wehr/Pressestelle Stadt Memmingen

Freude über die Vertragsverlängerung bis 2026: LTS-Intendantin Dr. Kathrin Mädler und Oberbürgermeister Manfred Schilder, Vorsitzender des Zweckverbands Landestheater Schwaben, unterzeichnen im Büro der Intendantin die Vertragsänderung.

Bild: Alexandra Wehr/Pressestelle Stadt Memmingen

Corona hat die Arbeit am LTS bereits in der letzten Saison stark verändert. Wie Intendantin Kathrin Mädler und ihre Truppe auf die Krise reagieren wollen.

29.08.2020 | Stand: 08:00 Uhr

So außergewöhnlich wie die letzte Spielzeit im Landestheater Schwaben (LTS) zu Ende gegangen ist, hat die neue unter dem Motto „Zwischen den Zeiten“ jetzt begonnen. Mit viel Abstand verteilt im Großen Haus nahmen die Schauspieler und Mitarbeiter diesmal Platz, statt ihr Wiedersehen nach der Sommerpause wie gewohnt eng beieinander auf der Foyerbühne zu feiern. Und Intendantin Kathrin Mädler schwor ihre Truppe darauf ein, in der einschneidenden Corona-Zeit weiterhin zusammenzuhalten. „Wir sind jetzt in der Verantwortung und in der Pflicht, mutig, angstfrei, vielleicht vorbildhaft und auch ein bisschen trotzig voranzugehen, um interessante Kunst der Krise zu machen“, sagte sie. Dass der LTS-Zweckverband dabei voll hinter ihr steht, zeigte die Vertragsverlängerung um fünf Jahre, die Mädler im Anschluss an die Spielzeiteröffnung unterzeichnet hat. Die Leitung des Hauses hat sie im Jahr 2016 übernommen.

Gesellschaft mitgestalten, Kunst machen, die relevant ist, die Menschen mitnehmen, will Mädler gerade jetzt. Das wird einige zusätzliche Anstrengung kosten unter den erschwerten Bedingungen, ist sie sich bewusst. Schon allein, weil mehr Vorstellungen zu spielen sind, es weniger Bühnenproben geben wird, Einzelne zeitweise stärker belastet sein werden und man auf unwägbare Momente reagieren muss. Den eindrucksvollen Beweis, wie konstruktiv das dem LTS gelingt, lieferte es, als das Leitungsteam im Lockdown im Mai innerhalb von zwei Wochen einen komplett neuen Spielplan erfunden hat, der die Themen und Fragen der Zeit aufgreift. Und zugleich Covid-19-tauglich ist, weil in den Stücken jeweils nur wenige Schauspieler agieren.

„Alles anders als gewohnt“

Diesen offensiven Umgang mit der Krise hob der Vorsitzende des LTS-Zweckverbands, Oberbürgermeister Manfred Schilder, in seiner Begrüßung besonders hervor. „Es wird alles anders sein als gewohnt und es werden vielleicht auch andere Themen verhandelt werden“, sagte er. „Ich bin aber überzeugt, dass Sie die Herausforderungen meistern und auch die diesjährige Spielzeit ein Erfolg werden wird.“ Zuversichtlich zeigte er sich – ebenso wie Mädler – dass die verschobenen Bayerischen Theatertage im Mai stattfinden können.

Was ist das Schlimmste am kulturellen Lockdown? wurde Mädler oft gefragt. Das leere Haus, die fehlende Energie und die Emotionalität der Menschen antwortete sie dann. „Wir haben alle gemerkt, wie fragil wir als Menschen in der Welt sind, wie fragil unsere Kunst ist und wie sehr uns die künstlerische Arbeit und der Austausch gefehlt haben“, sagte sie jetzt. Corona habe auch die Gewissheit gebracht, dass „wir das Theater brauchen, um darüber nachzudenken, was diese einschneidende Zeit mit uns macht.“

Publikum hält die Treue

Eine wirklich schöne Erfahrung sei dabei die Treue und Solidarität des Publikums gewesen, sagte Mädler. Neben zahlreich geäußerten ermunternden Zuschriften und Wünschen hätte es in überwältigenden Ausmaß nicht genutzte Abokarten gespendet im Wert von weit über 10 000 Euro. Dennoch stelle sich jetzt die große Frage, ob die Zuschauer weiterhin kommen, wenn sie mit Abstand zwischen leeren Reihen sitzen müssen. Auch für die Schauspieler bedeute das eine große Herausforderung.

Jetzt startet das LTS „extrem sportlich“, wie Mädler es ausdrückte, mit „Heldinnen“ am 30. August 2020 künstlerisch in die besondere Spielzeit 2020/21. Erste Premiere im Großen Haus ist am Samstag, 11. September 2020, um 20 Uhr der Schauspieler-Monolog „Event“ mit Klaus Philipp, inszeniert von Peter Kesten.