Lange Staus, viel Abfall

Landkreis Unterallgäu übernimmt Wertstoffhof in Wolfertschwenden

Zum 1. Januar hat der Landkreis Unterallgäu den Betrieb des gemeinsamen Wertstoffhofs von Bad Grönenbach und Wolfertschwenden übernommen.

Zum 1. Januar hat der Landkreis Unterallgäu den Betrieb des gemeinsamen Wertstoffhofs von Bad Grönenbach und Wolfertschwenden übernommen.

Bild: Franz Kustermann

Zum 1. Januar hat der Landkreis Unterallgäu den Betrieb des gemeinsamen Wertstoffhofs von Bad Grönenbach und Wolfertschwenden übernommen.

Bild: Franz Kustermann

Das Landratsamt spricht von einem Pilotprojekt: Was sich für Nutzer in Bad Grönenbach und Wolfertschwenden ändern soll und wann der Wertstoffhof neu gebaut wird.
25.01.2023 | Stand: 13:00 Uhr

Immer wieder kam es in der Vergangenheit vor dem gemeinsamen Wertstoffhof der Gemeinden Bad Grönenbach und Wolfertschwenden zu Staus. Diese waren teilweise so lang, dass sie bis zur angrenzenden Bahnlinie reichten und die Autos auf der viel befahrenen Kreisstraße vor der Zufahrt standen. Außerdem wird der Wertstoffhof von den Besucherinnen und Besuchern so eifrig genutzt, dass er die gelieferten Abfallmengen kaum mehr aufnehmen kann. Um diese Probleme zu lösen, hat der Landkreis Unterallgäu mit den beiden Gemeinden vereinbart, den Wertstoffhof zu übernehmen und an selber Stellen einen neuen und größeren Recyclinghof zu bauen. Seit dem 1. Januar gilt diese neue Regelung. Der Betrieb wurde an einen privaten Dienstleister vergeben.

Wer der neu Betreiber für den gemeinsamen Wertstoffhof von Bad Grönenbach und Weolfertschwenden ist

Dies sei im vergangenen Jahr europaweit öffentlich ausgeschrieben worden. Den Zuschlag habe die WRZ Hörger GmbH & Co. KG aus Sontheim an der Brenz erhalten, die eine Niederlassung in Stetten unterhält, teilt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Die Umstellung zum Jahreswechsel macht sich beim Besuch des Wertstoffhofs in Bad Grönenbach/Wolfertschwenden allerdings noch nicht bemerkbar. „Für die Nutzerinnen und Nutzer sind mit dem Betreiberwechsel aktuell keine erkennbaren Änderungen verbunden“, teilt das Unterallgäuer Landratsamt dazu mit. Verbesserungen erhofft sich die Behörde mit einem Neubau. Dazu hat sich der Landkreis bereits ein Grundstück südlich des bisherigen Wertstoffhofs gesichert. „Für die Erweiterung stehen 6000 Quadratmeter zur Verfügung“, heißt es vonseiten des Landratsamts. Durch eine neue Zufahrt und eine großzügigere Gestaltung der Flächen könne die Verkehrssituation vor und in der Anlage entspannt werden. Mehr Platz eröffne aber auch die Möglichkeit, das Angebot zum Beispiel um einen Kleinsperrmüll-Container auszuweiten. „Es soll ein moderner Wertstoffhof nach heutigen Maßstäben entstehen“, fasst die Behörde zusammen.

Gesamtkosten für den Neubau von Wertstoffhof lassen sich noch nicht beziffern

Doch wann wird es soweit sein? Der Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreis, Edgar Putz, hatte im vergangenen Jahr in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz einen Bau ab dem Jahr 2024 ins Spiel gebracht. Dies wäre der Idealfall gewesen, erklärt nun eine Pressesprecherin des Landratsamts auf Anfrage. Die Planungen seien noch in einem sehr frühen Stadium. Daher sei 2025 realistischer. Auch die Gesamtkosten für den Neubau lassen sich demnach noch nicht beziffern. Während der Bauphase soll der Wertstoffhofbetrieb aufrechterhalten werden. Einschränkungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Derzeit sind auf dem Wertstoffhof je nach erwartetem Kundenaufkommen zwischen zwei und vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. „Ob das Personal durch die Erweiterung aufgestockt werden muss, wird sich zeigen“, erklärt das Landratsamt. (Einen Überblick über die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe im Unterallgäu finden Sie hier:)

Landratsamt hat auch andere Wertstoffhöfe im Unterallgäu im Blick

Doch der Wertstoffhof in Wolfertschwenden ist nicht der einzige im Unterallgäu, der in die Jahre gekommen ist. Das hatte Edgar Putz in der damaligen Ausschusssitzung betont. Daher müsse man nachdenken, wie es mit ihnen weitergeht. Konkrete Pläne gibt es offenbar bis jetzt noch nicht. Auf eine entsprechende Frage teilt das Landratsamt mit: „Der Wertstoffhof in Wolfertschwenden dient als Pilotanlage. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen in die weitere Konzeption einfließen.“

Bislang betreibt der Landkreis Unterallgäu seit dem Jahr 2010 mit der Firma Hörger auch den Wertstoffhof in Ottobeuren und die Kompostierungsanlage in Hawangen. Zudem ist der Kreis für die Umladestation in Breitenbrunn zuständig.

Die restlichen 22 Wertstoffhöfe werden von den jeweiligen Gemeinden betrieben. (Lesen Sie auch: Im Unterallgäu wird die Müllabfuhr deutlich teurer)