Memmingen/Ottobeuren

Leichtathletik: Was beim Nachwuchs wegen Corona im Sande verläuft

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Viele Pläne des regionalen Leichtathletik-Nachwuchses verlaufen derzeit wegen der Corona-Pandemie im Sand.

Bild: picture alliance/dpa

Viele Pläne des regionalen Leichtathletik-Nachwuchses verlaufen derzeit wegen der Corona-Pandemie im Sand.

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Warum das Coronavirus der DJK Memmingen und dem TSV Ottobeuren einen langen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
11.05.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Memmingen/Ottobeuren Was macht der Leichtathletik-Nachwuchs zurzeit? Diese Frage haben wir bereits Jürgen Ranz vom SV Steinheim gestellt, der diese Fragen ausführlich beantwortet hat. Im zweiten Teil berichten Stefan Hochdorfer von der DJK SV Ost Memmingen und Stefan Frey vom TSV Ottobeuren über ihre Arbeit, über die Nachwuchs-Leichtathletik in Zeiten von Corona.

Welche Hoffnungen haben Sie für die kommenden Monate? Was könnte gehen, was sicher nicht?

Stefan Hochdorfer: Unsere größte Hoffnung ist: wieder ein normales Training mit allen Kids machen zu dürfen, einschließlich der großen Athleten. Die Kader-Athleten hoffen natürlich, dass die Bayerischen Meisterschaften auf jeden Fall stattfinden. Der eine oder andere Athlet hofft sogar, mit ein bisschen Glück die Norm für die Deutsche Meisterschaft in Rostock zu schaffen.

Frey: Ich hoffe auf eine flächendeckende Besserung der Inzidenzwerte, damit alle Kinder jeden Alters wieder ins Training einsteigen können. Schön wäre auch, wenn wir wenigstens das Sportabzeichen in kleinen Gruppen anbieten und dafür auch das Freibad nutzen könnten.

DJK Memmingen: Motivationssprüche in der WhatsApp-Gruppe

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Wie versuchen Sie derzeit, Ihre Nachwuchssportler in Bewegung und bei der Stange zu halten?

Hochdorfer: Immer wieder mal gibt es ein Lebenszeichen und Motivationssprüche in der WhatsApp-Gruppe. Bei der Aktion „Teamfit“ von Bayern 3 haben wir die Trainings-Gruppen U 16 und älter, U 14 und U 12 angemeldet.

Frey: Durch die Anmeldung zu virtuellen Laufveranstaltungen, allgemein gehaltene Trainingspläne für Stabilisation und Kraft sowie selbstständiges Ausdauer- und Onlinetraining für Kaderathleten.

Gibt es im Rahmen der aktuellen Lockerungen für Buben und Mädchen unter 14 schon erste Aktivitäten bei Ihnen?

Hochdorfer: In der vergangenen Woche hat das Training in Fünfergruppen begonnen – für die Gruppen bis 14 Jahre.

Frey: Zurzeit trainieren nur die Landeskader-Athleten. Es gibt einfach sehr viele Richtlinien, welche nicht so leicht umzusetzen sind. Außerdem haben wir in unserem Landkreis einfach zu hohe Zahlen und sind deswegen vorsichtig.

TSV Ottobeuren: Wettkämpfe fehlen komplett

Wie groß ist der Strich, den das Coronavirus Ihnen in den vergangenen Monaten durch die Rechnung gemacht hat?

Hochdorfer: Der Strich ist sehr lang. Wenn wir da nur an die Wettkampf-Gruppe denken: Die hatte überhaupt kein Wintertraining. Der Leichtathlet wird nun mal im Winter geformt. Da fehlen schon sehr viele Trainings-Einheiten.

Frey: Im Nachwuchsbereich fehlen die leichtathletischen Aktivitäten, um Koordination und Kondition zu trainieren. Die Wettkämpfe fehlen komplett. Auch wir Trainer vermissen das Training.

Was sagen die jungen Sportler selbst, was deren Eltern? Wie ist die Stimmung?

Hochdorfer: Die Kleinen sagen: Endlich dürfen wir uns wieder im Stadion bewegen. Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß. Die Eltern sagen: Wir sind alle froh, dass die Kids wieder ein bisschen Normalität bekommen. Die Gemeinschaft und die Bewegung hat ihnen schon sehr gefehlt. Die älteren Athleten sagen: Es ist ja schön, dass die Kleinen wieder anfangen dürfen, aber wir wollen auch! Wir haben doch vergangenes Jahr gezeigt, dass wir auch in Fünfergruppen und mit Abstand trainieren können.

Frey: Vielen jungen Sportlern fehlt der Kontakt mit Freunden, um gleiche Interessen zu teilen.

DJK und TSVO: Austritte halten sich in Grenzen

Haben Sie eigentlich mit einem Rückgang bei den Mitgliederzahlen zu kämpfen?

Hochdorfer: Das können wir noch nicht genau sagen, aber ein paar haben schon aufgehört.

Frey: Da verweise ich generell an die Geschäftsstelle des TSV Ottobeuren. Bei uns in der Leichtathletik-Abteilung gab es im vergangenen Jahr auch Austritte, die jedoch nicht auf die Pandemie zurückzuführen sind. Im Moment hält es sich noch in Grenzen.