Unternehmen in Memmingen

1.000 Impfungen an einem Wochenende! Magnet Schultz startet Großprojekt

In sieben dieser Impfkabinen werden am Wochenende 8. und 9. Mai mehr als 1000 Mitarbeiter des Memminger Unternehmens Magnet Schultz geimpft. Die Kabinen wurden in kurzer Zeit in einer Halle der Firma aufgebaut.

In sieben dieser Impfkabinen werden am Wochenende 8. und 9. Mai mehr als 1000 Mitarbeiter des Memminger Unternehmens Magnet Schultz geimpft. Die Kabinen wurden in kurzer Zeit in einer Halle der Firma aufgebaut.

Bild: Andreas Berger

In sieben dieser Impfkabinen werden am Wochenende 8. und 9. Mai mehr als 1000 Mitarbeiter des Memminger Unternehmens Magnet Schultz geimpft. Die Kabinen wurden in kurzer Zeit in einer Halle der Firma aufgebaut.

Bild: Andreas Berger

Mehr als 1.000 Mitarbeiter werden am Wochenende bei Magnet Schultz in Memmingen geimpft. Eine Mammutaufgabe. Wir durften zuvor die Impfstraße anschauen.
07.05.2021 | Stand: 19:39 Uhr

In nur sieben Tagen hat das Memminger Unternehmen Magnet Schultz (MSM) ein Impfzentrum aufgebaut. In einer Halle auf dem Firmengelände werden Samstag und Sonntag, 8. und 9. Mai, 1037 Mitarbeiter geimpft. Das sind 53 Prozent der Belegschaft. Als die Mitarbeiter von dem Angebot erfuhren, habe ihr Telefon kaum noch stillgestanden, sagt Martina Faulhaber, Personalleitung bei Magnet Schultz. Sie freut sich über das starke Interesse der Mitarbeiter. Die kommen vor allem aus der Produktion, in der Präsenzpflicht herrscht und die Ansteckungsgefahr höher ist als im Homeoffice.

Diese Impfaktion ist Teil des Modellprojekts des Freistaats. Insgesamt nehmen zehn bayerische Unternehmen daran teil, darunter der Marktoberdorfer Traktoren- und Landmaschinenhersteller AGCO/Fendt, der in der Woche vom 10. bis 16. Mai an der Reihe ist. Diese großen Impfaktionen sollen helfen, die bayerische Bevölkerung so schnell wie möglich gegen das Coronavirus zu immunisieren.

An diesem Wochenende, 8. und 9. Mai, gibt es bei Magnet Schultz die Erstimpfung. Der Termin für die zweite Impfung ist am 19. und 20. Juni. Wer aus triftigen Gründen wie Krankheit nicht an dem Zweitimpftermin teilnehmen kann, kann das später im Impfzentrum Memmingen nachholen.

Lesen Sie auch: Test- und Impfzentrum Memmingen: Wie ist die aktuelle Auslastung?

Rundgang durch die Impfstraße

  • Vor der Halle: Ein langer Gang aus Absperrbändern zeigt, wo sich die Mitarbeiter vor der Halle anstellen müssen. Mit gelber Farbe wurden Abstandssymbole auf den Asphalt gesprüht.
  • Station 1: Anmeldung
    Wer durch die Tür in die Halle gehen will, wird zunächst von einem Mitarbeiter gefragt, ob er einen Termin hat. Ohne den gibt es keinen Einlass. Wenn ja - und wenn drinnen an einem der sieben Schalter ein Platz frei ist - darf er hinein. An den Schaltern überprüfen Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes unter anderem, ob die vor ihnen sitzenden Personen tatsächlich Mitarbeiter von MSM sind und ob sie sich zuvor angemeldet haben. Die Registrierung für die Impfung läuft - wie auch in kommunalen Impfzentren - über das System BayImco.
  • Station 2 und 2a: Wartebereich mit Aufklärungsfilm
    Im Wartebereich sollen sich die Impfwilligen an kleinen Tischen sitzend und mit Abstand zueinander einen Aufklärungsfilm anschauen, der dort in Schleife läuft. Maximal zwölf können hier gleichzeitig sitzen. Danach können sie sich in den Wartebereich 2a auf Sofas setzen und auf ihre Impfung warten. Sollte es einen Stau geben, muss der Mitarbeiter an der Tür zur Halle den Zugang kurz stoppen.
  • Station 3: Aufklärungsgespräch
    In sieben aus Holzwänden und -balken zusammengezimmerten Kabinen sitzen Mediziner, die zum Betriebsärzteteam gehören. An beiden Tagen werden 18 Ärzte im Einsatz sein, immer neun gleichzeitig, sagt Gabriel Zell, ärztlicher Koordinator des temporären Impfzentrums von MSM. Sie klären in den vorderen Teilen der Kabinen über den Impfstoff Biontech auf, den Magnet Schultz über das Impfzentrum Memmingen erhalten hat. Was den Impfstoff angeht "hatten wir keine Wahl", sagt Geschäftsführer Albert W.  Schultz. "Wir hätten auch jeden anderen Impfstoff genommen."
  • Station 4: Impfen
    Im hinteren Teil der Kabinen wird dann geimpft. Vorhänge sorgen für Sichtschutz. Wer fertig ist, verlässt die Kabine durch den Ausgang hinten. So gibt es im vorderen Bereich der Kabinen keinen Gegenverkehr.
  • Station 5: Nachbeobachtung
    Nach der Impfung sollten die Mitarbeiter etwa 15 Minuten zur Beobachtung bleiben. Zwei Sanitäter sind dort stationiert. Sie greifen sofort ein, sollte eine Person einen Impfschock erleiden, und alarmieren einen der Ärzte in den Impfkabinen. Für solche Fälle liegen spezielle Medikamente bereit. Außerdem hat das gesamte Team zuvor einen solchen Einsatz geprobt.
  • Ausgang:
    Der letzte Teil der Impfstraße ist der Ausgang über einen gesonderten Weg wieder vor die Halle.

Bilderstrecke

Rundgang durch die Impfstraße bei Magnet-Schultz

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Unter Hochdruck aufgebaut

Im Februar hatte MSM sein Interesse beim Gesundheitsministerium geäußert, an dem Modellprojekt teilnehmen zu wollen. Am Dienstag, 27. April, gab es grünes Licht. Eine Woche hatten die Mitarbeiter danach Zeit, sich für die Impfung anzumelden. Als dann klar war, wie viele sich beteiligen wollen, wurde die Impfstraße aufgebaut. Und so startete am Dienstag, 4. Mai, die aufwendige Vorbereitung in die heiße Phase. Unter Hochdruck wurde mit Hilfe des Impfzentrums Memmingen die ausgeklügelte Infrastruktur hochgefahren - von aufgesprühten Abstandhaltern vor der Halle bis zur datenschutzkonformen Registrierung der Mitarbeiter.

"Ich bin sehr stolz darauf, was wir hier in kurzer Zeit geschafft haben. Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter", sagt Albert W.  Schultz. "Wir haben uns für eine konzentrierte Aktion entschieden, um die gesamte betriebsinterne Nachfrage an einem Wochenende bedienen zu können. Eine Priorisierung innerhalb der Belegschaft war damit nicht mehr notwendig."

Keine andere Behandlung für nicht geimpfte Mitarbeiter

Wer sich nicht impfen lasse, werde von Seite des Unternehmens nicht anders behandelt als die geimpften Kollegen. Lediglich die gesetzlichen Vorgaben, die beim Einkaufen, auf der Straße und in allen anderen Lebensbereichen auch gelten, damit sich die Menschen nicht mit dem Corona-Virus infizieren, müssten eingehalten werden, sagt der Geschäftsführer.

Für das Modellprojekt werden insgesamt 50 000 Impfdosen unterschiedlicher Hersteller bereitgestellt, die auf zehn Unternehmen verteilt werden.