Memmingen

Bürgerhaus für Memminger Osten: Der Bau liegt auf Eis

Auf dem Areal südlich des Kreisverkehrs an der Münchner Straße soll das geplante Bürger- und Familienhaus und damit ein Quartierstreff für den Osten Memmingens entstehen. Aktuell ruht das Vorhaben allerdings, weil unklar ist, ob der beteiligte Investor das Projekt weiterhin mitverfolgt.

Auf dem Areal südlich des Kreisverkehrs an der Münchner Straße soll das geplante Bürger- und Familienhaus und damit ein Quartierstreff für den Osten Memmingens entstehen. Aktuell ruht das Vorhaben allerdings, weil unklar ist, ob der beteiligte Investor das Projekt weiterhin mitverfolgt.

Bild: Thomas Weigert

Auf dem Areal südlich des Kreisverkehrs an der Münchner Straße soll das geplante Bürger- und Familienhaus und damit ein Quartierstreff für den Osten Memmingens entstehen. Aktuell ruht das Vorhaben allerdings, weil unklar ist, ob der beteiligte Investor das Projekt weiterhin mitverfolgt.

Bild: Thomas Weigert

Mit dem Quartierstreff beim Kreisverkehr an der Münchner Straße soll der Memminger Osten aufgewertet werden. Doch: Wie es damit weitergeht, ist unklar.
25.01.2023 | Stand: 05:45 Uhr

Der Osten der Stadt soll aufblühen, zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern sollen lebendige Nachbarschaften und Zusammenhalt gedeihen: So lautet das Ziel des Programms Soziale Stadt. Ein wichtiger Baustein ist dabei das geplante Bürger- und Familienhaus südlich des Kreisverkehrs an der Münchner Straße. Es soll nicht nur Begegnungsort für alle Generationen und Kulturen sein, sondern auch Platz für einen offenen Jugendtreff und eine Kindertageseinrichtung bieten. Zuletzt ist es still um das Projekt geworden – das hat seinen Grund, wie auf Nachfrage zu erfahren ist: Das Vorhaben liegt auf Eis.

Kritische Haushaltslage

„Geplant wurde das Bürger- und Familienhaus gemeinsam mit dem Eigentümer eines der Grundstücke. Leider ist aktuell nicht klar, ob der Partner die Umsetzung des Projekts weiter mitträgt“, äußert sich die städtische Pressestelle zu den Gründen: „Bis zur Klärung dieser Frage ruht das Bauprojekt.“ Hinzu komme die „aktuell kritische Haushaltslage“. Über das weitere Vorgehen wird nach Auskunft der Pressestelle der Stadtrat bei den Haushaltsberatungen entscheiden. Nachdem diese abgeschlossen sind und der Etat verabschiedet wurde, solle das weitere Vorgehen kommuniziert werden.

Konkrete Entwürfe für den Quartierstreff gibt es seit 2021: Einen Realisierungswettbewerb für ein Bürgerhaus mit Café und Bankfiliale hatten wie berichtet als Grundstücksbesitzer die Stadt und die Häussler Liegenschaftsverwaltung GmbH & Co. KG gemeinsam ausgelobt. Deren Inhaber äußerte sich auf Anfrage nicht zur Sache. Lesen Sie auch: Früher belächelt, heute im Aufwind: „Der Osten von Memmingen holt auf“

Katrina Dibah-Lavorante nicht mehr Stadtteilmanagerin

Wenige Gehminuten vom geplanten Standort für das Bürgerhaus entfernt wohnt Sinem Akkoyun. Wie es bei diesem, aber auch anderen Projekten weitergeht, ist für sie mit Fragezeichen verbunden. „Wir bekommen gerade wenig Informationen“, sagt sie. Die bisherige Stadtteilmanagerin Katrina Dibah-Lavorante steht nicht mehr als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Einem Aushang am Stadtteilbüro am Baltenplatz und einem Hinweis auf der städtischen Homepage zufolge gab es einen Wechsel, Dibah-Lavorantes Nachfolgerin Magali Bassolet soll sich in nächster Zeit vorstellen.

Akkoyun wünscht sich, dass das Bürgerhaus auch eine Anlaufstelle für Menschen im Stadtteil sein wird, wenn ihnen Fragen zu verschiedenen Themen wie Schule oder Wohnen auf den Nägeln brennen. „Viele Leute hier freuen sich sehr darauf, auch wegen des Kindergartens“, sagt sie über dasVorhaben und ist überzeugt: „Das würde sehr gut ankommen. Es wäre auch ein Platz für Ereignisse wie Kulturveranstaltungen oder Flohmärkte.“

Ein zentraler Ort für den Austausch würde dem Quartier nach Akkoyuns Meinung guttun. Denn wie viel gutes Miteinander wert ist, erlebe sie in ihrer Nachbarschaft, die sie liebevoll als „Multi-Kulti“ beschreibt. Auf diesen Punkt hatten auch die Vorbereitenden Untersuchungen zum Programm Soziale Stadt hingewiesen: In dem bevölkerungsreichen Stadtteil leben Menschen zusammen, die sich nach Herkunft, aber zum Beispiel auch in Alter und sozialem oder kulturellem Hintergrund stark unterscheiden. Was fehlt, sind Treffpunkte für die Begegnung. Warum dem Memminger Osten eine echte Mitte fehlt - und was sich daran ändern soll

Jugendtreff und Kita mit fünf Gruppen

Genau dafür soll das Bürger- und Familienhaus laut Konzept offene Türen bieten: unter anderem mit dem Jugendtreff, einer Kita mit fünf Gruppen, Freiflächen und einem öffentlichen Spielplatz. So ist es auf den Internetseiten zum Projekt zu lesen – und daran soll trotz der aktuell unklaren Lage nicht gerüttelt werden. Die Frage, ob nun nach Alternativlösungen für den neuen Jugendtreff und die Kindertagesstätte gesucht wird, beantwortet die Stadt dementsprechend mit nein. Der Bau des Quartierstreffs werde nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Überdies werden demnach die Kita-Plätze dringend gebraucht und dass das Vorhaben zeitlich in die Ferne rückt, sei keineswegs klar. Vielmehr sollen die bestehenden Pläne nach Auskunft der Stadt sobald als möglich umgesetzt werden.

Das sagt auch Bauunternehmer Wolfgang Zettler, der selbst im Stadtteil zuhause und als Referent für ihn zuständig ist: „Das ist für alle ein großes Anliegen. Aber aktuell fehlen gewisse Voraussetzungen, die man nicht erzwingen kann.“ Er ist zuversichtlich, dass sich dies ändern wird. Eine Aufwertung würde das Bürgerhaus Zettler zufolge nicht nur als Versammlungsstätte für das Quartier bedeuten – sondern auch für die ganze Stadt. Denn mit dem Neubau und der Gestaltung des Areals an dieser Stelle kann nach Wolfgang Zettlers Meinung ein „Tor in die Stadt“ entstehen: „Viele Leute kommen hier von der Autobahnabfahrt Ost nach Memmingen herein.“