Stadtentwicklung

Memmingen nimmt erste Hürde hin zu Landesgartenschau

Grimmelschanze

Die Stadt bewirbt sich für eine zweite Landesgartenschau in Memmingen. Als Teil des künftigen LGS-Geländes könnte der Wallgraben um die Innenstadt dienen. Dazu gehört auch die Grimmelschanze bei der Stadthalle.

Bild: Uwe Hirt

Die Stadt bewirbt sich für eine zweite Landesgartenschau in Memmingen. Als Teil des künftigen LGS-Geländes könnte der Wallgraben um die Innenstadt dienen. Dazu gehört auch die Grimmelschanze bei der Stadthalle.

Bild: Uwe Hirt

Die Stadt Memmingen ist in der engeren Auswahl für eine Landesgartenschau in den Jahren 2028 bis 2032. Was es beim Bewerbungskonzept jetzt zu beachten gilt.
27.07.2021 | Stand: 18:12 Uhr

Bei der Bewerbung um die Ausrichtung einer Landesgartenschau ist Memmingen einen Schritt weiter: Die Stadt gehört zu 16 Kommunen im Freistaat, die sich um jeweils eine der fünf Landesgartenschauen in den Jahren 2028 bis 2032 bewerben dürfen. Das hat die Bayerische Landesgartenschau GmbH entschieden, nachdem die Stadt zuvor ihr Interesse mit ersten grundlegenden Ideen bekundet hatte (wir berichteten kurz).

Memmingen holt Architekturbüro mit ins Boot

Wie Memmingens Baureferatsleiter Fabian Damm auf Nachfragte der MZ berichtet, wird die Stadt jetzt umgehend mit der Ausarbeitung eines konkreten Bewerbungskonzepts beginnen. Dazu werde auch ein Landschaftsarchitekturbüro mit ins Boot geholt, das bereits über Erfahrungen mit Landesgartenschauen verfügt. Die Bewerbungsunterlagen müssen bis spätestens 8. April 2022 bei der Bayerischen LGS GmbH in München eingehen. „Das ist recht sportlich“, sagt Damm. Daher müsse man jetzt unverzüglich mit der weiteren Planung loslegen. Laut der Landesgartenschau GmbH sollen möglichst frühzeitig Bürgerinnen und Bürger, regionale Verbände sowie Vertreter aus Wirtschaft, Umwelt und Kultur in die Planungen eingebunden werden. Nach Angaben von Damm wird das Bewerbungskonzept letztlich dem Stadtrat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Erst dann kann es nach München zur LGS GmbH verschickt werden.

Gartenschau soll nicht mit Wallensteinspielen kollidieren

Ob sich Memmingen für ein bestimmtes Jahr bewirbt oder sein Interesse für mehrere der ausgeschriebenen Jahre von 2028 bis 2032 bekundet, ist nach Damms Worten noch offen. Es werde aber darauf geachtet, dass die mögliche Landesgartenschau nicht mit den Wallensteinspielen kollidiert.

Wie berichtet, haben die Memminger Stadträte im April einstimmig beschlossen, dass Memmingen sein Interesse an einer weiteren Landesgartenschau bei der LGS GmbH anmeldet. Schließlich sei die erste Memminger Landesgartenschau im Jahr 2000 ein voller Erfolg gewesen. Und die Kommune profitiere mit dem Stadtpark „Neue Welt“ heute noch von der damaligen Großveranstaltung, die 1,3 Millionen Besucher angelockt habe. Zudem seien – entgegen damaliger Bedenken – im Jahr 2000 schwarze Zahlen geschrieben worden. (Lesen Sie auch: Sonthofen will die Landesgartenschau 2031 oder 2032 ausrichten)

LGS-Gelände rund um die Innenstadt

In der Plenumssitzung im April erläuterte Damm den Stadträten auch, dass das künftige LGS-Gelände möglicherweise den Memminger Wallgraben um die Innenstadt umfassen könnte. Neben bereits heute attraktiven Grünflächen wie der Grimmelschanze und dem Reichshain gibt es in diesem Bereich nach Damms Worten ein nicht unerhebliches Entwicklungspotenzial. Wünschenswert wäre aus Sicht der Stadtverwaltung, die vorhandenen Unterbrechungen im Grüngürtel soweit wie möglich zu beseitigen und den Wallgraben als zusammenhängende Grünfläche zu entwickeln. Dies würde zu einer dauerhaften Aufwertung des gesamten Areals führen. Darüber hinaus könnte auch noch ein grüner Lückenschluss im Bereich der Bahnhofstraße vollzogen werden.

Lesen Sie auch
##alternative##
Skater, Scooter und Radler

Beschlossen: Durach baut einen „Urban Sports Park“

Allerdings ist der Wallgraben nach Damms Worten als alleiniges LGS-Gelände zu klein. Deshalb könnte noch ein Grüngürtel im Memminger Westen geschaffen werden. Dieser könnte einen Bogen schlagen von der Buxacher Straße über die Bodenseestraße bis zum Stadtwald westlich der Römerstraße sowie über den Pulvermühlplatz weiter bis zum Wallgraben.

Laut dem Bayerischen Umweltministerium sind Landesgartenschauen Investitionen in die Zukunft, die dauerhaft die Lebensqualität vor Ort steigern. „Unser Ziel ist es“, sagt Umweltminister Thorsten Glauber, „bei Landesgartenschauen die Themen Ökologie und Klimaschutz noch stärker zu betonen und dabei die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich einzubinden.“

Hier lesen Sie, wie es bei der aktuellen Landesgartenschau in Lindau läuft.