Memmingen und Unterallgäu

Durchsuchung wegen Kinderpornos im Unterallgäu - Polizei findet auch Panzerfaust

In einem Fall fanden die Beamten in der Wohnung eines 29-jährigen Beschuldigten eine Panzerfaust sowie ein Maschinengewehr MG42 und stellten die Waffen sicher.

In einem Fall fanden die Beamten in der Wohnung eines 29-jährigen Beschuldigten eine Panzerfaust sowie ein Maschinengewehr MG42 und stellten die Waffen sicher.

Bild: Kriminalpolizei Memmingen

In einem Fall fanden die Beamten in der Wohnung eines 29-jährigen Beschuldigten eine Panzerfaust sowie ein Maschinengewehr MG42 und stellten die Waffen sicher.

Bild: Kriminalpolizei Memmingen

50 Polizisten durchsuchen Wohnungen in Memmingen, Günzburg und im Unterallgäu. Es geht um Kinderpornografie. Einige der Verdächtigen sind erst 14 Jahre alt.
28.09.2021 | Stand: 15:32 Uhr

Zehn Durchsuchungen gleichzeitig wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie hat die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen am Dienstag durchgeführt. Es war nicht das erste Mal in diesem Jahr. Dabei stellten die Beamten Endgeräte und Datenträger sicher und beschlagnahmten zudem zwei Waffen.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Memmingen in Zusammenarbeit mit dem für Sexualdelikte zuständigen Fachkommissariat der Memminger Kriminalpolizei wegen des Besitzes und/oder der Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie vollzogen die Einsatzkräfte heute am frühen Morgen mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Königsbrunn insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse in den Landkreisen Günzburg und Unterallgäu sowie der kreisfreien Stadt Memmingen. Bei den Beschuldigten handelte es sich zur Tatzeit um männliche Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene im Alter zwischen 14 und 43 Jahren, aber auch zwei weibliche Jugendliche im Alter von 15 Jahren.

Wohnungen in Memmingen und im Unterallgäu wegen Verdacht auf Kinder- und Jugendpornografie durchsucht

Insgesamt beschlagnahmten die rund 50 Einsatzkräfte 13 Smartphones sowie fünf Laptops und weitere Speichermedien, welche nun entsprechend ausgewertet werden. In einem Fall fanden die Beamten in der Wohnung eines 29-jährigen Beschuldigten eine Panzerfaust sowie ein Maschinengewehr MG42 und stellten die Waffen sicher. Inwieweit die Kriegswaffen wie vom Eigentümer angegeben tatsächlich unbrauchbar gemacht wurden, prüfen die Ermittler nun zeitnah über die Vorstellung bei einem Waffensachverständigen des Landeskriminalamtes.

Zehn Durchsuchungen gleichzeitig wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie hat die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen am Dienstag durchgeführt.
Zehn Durchsuchungen gleichzeitig wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie hat die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen am Dienstag durchgeführt.
Bild: Arne Dedert, dpa (Symbolbild)

Anlass der sehr umfangreichen Ermittlungen waren jeweils kinderpornografische Video- oder Bilddateien, die in Chat-Gruppen online verbreitet wurden. (Lesen Sie auch: Lange Haftstrafen für zwei Männer wegen Kinderpornografie)

Bereits der Besitz eines kinderpornografischen Bildes oder Videos stellt einen Straftatbestand dar

Im Fall von Kinderpornografie stellt bereits der Besitz eines solchen Bildes oder Videos einen Straftatbestand dar. Diesen Auswirkungen sind sich insbesondere Jugendliche im Umgang mit sozialen Medien oft nicht bewusst, weshalb die Durchsuchungsaktion neben der im Vordergrund stehenden Aufklärung und Ermittlung eines möglichen strafbaren Besitzes oder Verbreitens kinder- und jugendpornografischer Schriften jedenfalls auch mit einer präventiven Signalwirkung auf die jetzt Beschuldigten und deren Umfeld verbunden ist. Denn auch das automatisierte Herunterladen von derartigen Bild- oder Videodateien über die sozialen Medien wie zum Beispiel WhatsApp, Instagram, Twitter oder Signal auf Endgeräte kann im weiteren Verlauf bereits den Straftatbestand des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie erfüllen. Hier gilt: null Toleranz, es wird immer ermittelt.

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Die Ermittlungsbehörden können das Hoch- oder Herunterladen von kinder- und jugendpornografischen Bildern oder Videos im Internet nachvollziehen. Stellen die Beamten dann im Rahmen von Durchsuchungsbeschlüssen Endgeräte mit entsprechenden Inhalten fest, unterliegen die Handys, Tablets und Computer regelmäßig der Einziehung. Die Betroffenen erhalten dadurch ihre Geräte nach Abschluss des Verfahrens nicht mehr zurück. (Lesen Sie auch: Kinderpornografie aus Strafakten geholt - Ex-Richter am Augsburger Landgericht verurteilt)

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