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Memmingens Basketballplätze in der Kritik: Das sagen Spieler

MM Basketballplatz

Löcher im Belag und kaum sichtbare Linien: Markus Lanz auf dem Basketballplatz am BBZ. Mit seiner Mannschaft würde er dort gerne richtig trainieren – doch der Platz weist starke Mängel am Belag auf.

Bild: Osterried

Löcher im Belag und kaum sichtbare Linien: Markus Lanz auf dem Basketballplatz am BBZ. Mit seiner Mannschaft würde er dort gerne richtig trainieren – doch der Platz weist starke Mängel am Belag auf.

Bild: Osterried

Wer im Stadtgebiet ein paar Körbe werfen möchte, hat es schwer, einen schönen Platz zu finden. Was die Stadt und die Basketballvereine dazu sagen
09.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

In die Jahre gekommen, in schlechtem Zustand und überlaufen: So beschreibt Markus Lanz den Zustand mancher öffentlicher Basketballplätze in Memmingen. Er ist der Leiter der Basketball-Mannschaft des Postsportvereins Memmingen. Das Indoortraining des Vereins funktioniere gut und auch die Räumlichkeiten seien vorhanden. Aber: „Wenn es wärmer wird, wollen wir gerne draußen spielen.“ Denn Außenanlagen sind in Memmingen durchaus vorhanden. 13 öffentliche Anlagen gibt es und sechs an schulischen Einrichtungen. „Wer lediglich ein paar Körbe werfen möchte, kommt hier schon auf seine Kosten,“ sagt Lanz. Für ein richtiges Spiel seien die Basketballplätze jedoch nicht geeignet.

Alter Tartanbelag führt zu erhöhter Verletzungsgefahr

Als Beispiel nennt der 27-Jährige den Platz beim Berufsbildungszentrum (BBZ). „Da gibt es zwar einen Tartanbelag, aber der ist in die Jahre gekommen. Auf den losen Gummikrümeln kommt man leicht ins Rutschen, daher gibt es eine hohe Verletzungsgefahr.“ Nur hier und da seien notdürftig Flecken ausgebessert. Bei einer Verletzung hafte die Kommune als Betreiber.

Memmingen: Sanierung der Freiplätze ist teuer

Laut Lanz ist für ein gutes Spiel ein Tartanbelag vonnöten, denn Teer habe verschiedene Nachteile. „Es gibt im Memminger Westen einen Teerplatz, den wir schon bespielt haben, aber das ist bei Stürzen sehr schmerzhaft und man spürt den harten Untergrund in den Gelenken.“ Auch Linienmarkierungen seien wichtig für ein Spiel. Diese gebe es allerdings nicht auf jedem Platz oder seien bereits nicht mehr gut sichtbar. Laut Sportamt koste die Sanierung eines Tartanplatzes rund 35 000 Euro, die Generalsanierung eines Teerplatzes beläuft sich auf 25 000 bis 30 000 Euro.

TV Memmingen: Jugendliche wünschen sich Verbesserungen an den Basketballplätzen

Der Trainer der Basketball-Jugendmannschaft des TV Memmingen, Jörg Prinz, kann Lanz in seiner Kritik nur zustimmen. „Wir haben mehr als ausreichend Bedarf an schönen Basketballplätze“, sagt der 46-Jährige. Im Gespräch mit seiner Jugendmannschaft sei die Unzufriedenheit an dem Zustand der Plätze in Memmingen zur Geltung gekommen. „Sie sind in einem erbärmlichen Zustand, haben zu hohe oder zu niedrige Körbe und sind bei gutem Wetter völlig überlaufen.“

Die Jugendlichen aus dem Verein wünschen sich gerade in der Corona-Zeit viel mehr Angebote. Laut Prinz gab es beispielsweise auf dem BBZ-Gelände früher einmal vier gute Basketballplätze. Nun sei es noch einer. Zudem seien gute Anlagen, wie der Platz bei den „Neuen Realschulen“ in der Schlachthofstraße, zum Teil gesperrt.

Basketballplätze sind zum Teil für die Öffentlichkeit gesperrt

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Auch Markus Lanz würde am liebsten diesen Platz mit seiner Mannschaft bespielen, doch dieser sei wegen ständiger Vermüllung, Sachbeschädigung und wiederholter Ruhestörung für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Nun ist er nicht mal mehr für Vereine zugänglich. „Man könnte für den Platz einen Belegungsplan machen“, schlägt Lanz vor. „Einen Schlüssel gibt es nur unter Angabe der Personalien.“

Für Vereine ist eine Platznutzung nach Absprache prinzipiell möglich

Mit dieser Idee habe er sich bereits an das städtische Sportamt gewandt, doch damit sei er zunächst auf taube Ohren gestoßen. Auf Anfrage der MZ heißt es vonseiten des Sportamtes und des Schulverwaltungsamtes Memmingen, dass eine außerschulische Nutzung der Plätze prinzipiell möglich sei: „Ab 17 Uhr kann eine außerschulische Nutzung durch das Schulverwaltungsamt genehmigt werden – nach entsprechender Bedarfsanalyse und Abstimmung zwischen schulischen und außerschulischen Interessen“. Es müsse zudem eine Übereinkunft mit dem Schulleiter erfolgen und es bedürfe einer schriftlichen Vereinbarung.

Über diese Regelungen ist Lanz bei seiner Nachfrage beim Sportamt nicht informiert worden. Er hofft dennoch weiterhin auf die Möglichkeit, die Plätze an den Schulen mit seiner Mannschaft zu bespielen.

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