Eishockey-Oberliga

Memminger kommen kaltschnäuzig zum Sieg

Kühl versenkt Myles Fitzgerald den Puck zum Sieg für die Memminger ins Peitinger Tor.

Kühl versenkt Myles Fitzgerald den Puck zum Sieg für die Memminger ins Peitinger Tor.

Bild: Siegfried Rebhan

Kühl versenkt Myles Fitzgerald den Puck zum Sieg für die Memminger ins Peitinger Tor.

Bild: Siegfried Rebhan

ECDC gewinnt gegen Peiting. Ein Memminger setzt besondere Akzente.
14.02.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Ein bisschen Glanz und Glamour, den Hauch der Extraklasse und eine sich von der breiten Masse abhebende Kaltschnäuzigkeit: Als der ECDC Memmingen kurz vor Weihnachten Myles Fitzgerald als neuen Kontingentspieler an den Hühnerberg lotste, verknüpften die Fans des Eishockey-Oberligisten naturgemäß hohe Erwartungen mit dem 27-jährigen Kanadier. Im Vorjahr hatte Fitzgerald immerhin eine Etage höher gespielt. Beim 3:2-Heimsieg des ECDC gegen den EC Peiting (ECP) nach Penalty-Schießen machte der flinke Nordamerikaner nun den „berühmten“ Unterschied.

Vor dem Eröffnungsbully stellten sich die Fans die zentrale Frage: Wie werden sich die „Indianer“ im ersten Match nach dem 6:7 gegen Passau präsentieren, bei dem sie im letzten Drittel eine Fünf-Tore-Führung verspielten? Auch im Heimspiel gegen Peiting schien das schier Unglaubliche noch wie ein Schatten über den Memmingern zu liegen. ECP-Coach Sebastian Buchwieser wählte die logische Taktik: Mit ausgeprägter Laufarbeit und aggressivem Forechecking versuchte er die verunsicherten Indians-Akteure zu Fehlern zu verleiten. Das Konzept ging im Grunde auf: Denn obwohl den Memmingern in Sachen Einstellung nichts vorzuwerfen war, konnten die Oberbayern ihrem frühen Führungstor durch Simon Maier auch noch einen zweiten Treffer folgen lassen: ECP-Topstürmer Martin Hlozek netzte kurz vor Drittelende in Überzahl ein. Spielübergreifend war dies das achte Gegentor in Serie für die Memminger.

Mit Trotzreaktion zum Erfolg

Schnell folgte die Trotzreaktion der Gastgeber: Nur 40 Sekunden später markierte Myles Fitzgerald den Treffer zum 1:2. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel räumte ECDC-Trainer Sergej Waßmiller ein: „Wir haben uns im ersten Drittel sehr schwer getan. Die Peitinger haben aggressiv gespielt und Druck gemacht.“ Der Treffer von Fitzgerald habe „dem Team dann aber Vertrauen gegeben“.

Zum Mittelabschnitt: Erst drei Minuten waren absolviert, als Milan Pfalzer (24) im Powerplay den 2:2-Ausgleich herstellte. Alles wieder offen und ausgeglichen – wie so häufig in den Vergleichen beider Mannschaften.

Spannend bis zum Schluss

Auch im Schlussabschnitt boten beide Teams in einem temporeichen Match gutklassige Aktionen und ein Höchstmaß an Spannung. In der 47. Minute versuchte beispielsweise ECDC-Stürmer Marvin Schmid im Fallen direkt vor dem Peitinger Tor gleich mehrfach, die Scheibe über die Torlinie zu bugsieren. Schmids Willenskraft wurde in dieser Szene zwar nicht belohnt, sein Kampfgeist stand jedoch sinnbildlich für die einwandfreie Einstellung des gesamten Indians-Teams an diesem Abend. Fünf Minuten nach Schmids Scheitern hatten die Memminger eine ordentliche Portion Glück, als der Puck bei einem Gäste-Angriff auf der Torlinie tanzte, sie jedoch nicht überschritt.

Lesen Sie auch
Für die Spieler des ECDC Memmingen schien das Tor von Deggendorf wie vernagelt. Auf unserem Bild scheitert Pascal Dopatka (rotes Trikot) am gegnerischen Torhüter Kristian Hufsky.
Eishockey-Oberliga

Memminger Indians holen trotz vieler Chancen keine Punkte

Da eine fünfminütige Verlängerung torlos blieb, fiel die Entscheidung im Penalty-Schießen. Seinen ersten hatte Fitzgerald sehenswert-cool verwandelt. Und auch jetzt – beim zweiten Alleingang – blieb der Neuzugang kühl und versenkte die Scheibe zum 3:2-Sieg. Coach Waßmiller strahlte: „Dieser hart erkämpfte Sieg ist sehr gut für die Köpfe meiner Spieler.“