Basketball

Memminger Nachwuchstalent gewinnt mit Ulm die Deutsche Meisterschaft der U14

Groß war die Freude nach dem Sieg gegen Alba Berlin bei Valentin Abens und seiner Mutter Tatjana.

Groß war die Freude nach dem Sieg gegen Alba Berlin bei Valentin Abens und seiner Mutter Tatjana.

Bild: Abens

Groß war die Freude nach dem Sieg gegen Alba Berlin bei Valentin Abens und seiner Mutter Tatjana.

Bild: Abens

Valentin Abens vom TV Memmingen darf auch für den Nachwuchs von Ratiopharm Ulm antreten. Dabei war Basketball eigentlich nicht seine erste Wahl.
10.08.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Vom Fuß- zum Basketball: Es sollte für den heute 14-jährigen Valentin eigentlich „nur“ eine Schnupperstunde in einer anderen Mannschaftssportart werden, wie seine Mama Tatjana Abens mit einem spitzbübischen Lächeln auf ihren Lippen erklärt. „Ich habe mit fünf Jahren beim FC Memmingen mit Fußball angefangen. Dort spielten auch alle meine Kumpels. Niemand von denen ging damals zum Basketball“, erinnert sich Valentin, der aktuell beim TV Memmingen (TVM) sowie bei der „BBU´01 Sektion BY e.V. Ulm“ – dem Nachwuchs von Ratiopharm Ulm – mit einer Doppellizenz auf Korbjagd geht. Mit dem Ulmer Verein, für den er als Nachwuchstalent des TVM ausgewählt wurde, ist er nun vor Kurzem Deutscher Meister der U14 geworden.

Warum Valentin dem Fußball einen Korb gegeben hat

„Das Basketballspielen hat mir auf Anhieb echt großen Spaß gemacht“, erklärt Valentin, der Ende 2016 im Alter von acht Jahren mit seinem neuen sportlichen Hobby begann. Jörg Prinz, der die Basketballabteilung des TVM leitet, meint den Grund dafür zu kennen, warum Valentin dem Fußball im wahrsten Sinne des Wortes einen Korb gab, um ab sofort den Ball statt zu schießen „from Coast zu Coast“ zu dribbeln. „Valentins Feuer für Basketball ist einerseits genbedingt, denn seine Mutter spielte selbst erfolgreich für den TV Memmingen. Andererseits animierten ihn wohl auch die Erfolge der älteren Sportler, die damals Deutscher Vizemeister wurden“, erklärt Prinz. Bei Dirk Nowitzki, der zu den erfolgreichsten Basketball-Spielern in der US-Profiliga NBA gehörte, sei es auch die Mutter gewesen, die ihrem Filius vermutlich das Talent mit in die Wiege legte.

Tatjana Abens feierte Erfolge in der Regionalliga und in der Damen-Oberliga. „Mit 20 Jahren habe ich dann berufsbedingt aufgehört, da ich von Memmingen nach München gezogen bin.“ Dem Basketball ist sie trotzdem bis heute verbunden geblieben – auch durch ihren Sohn Valentin, der wie seine Vereinskollegen Jakob Hanzalek, Josua Schnug und Jakob Prinz in Richtung Leistungssport trainiert. Ihre Erfahrung gibt die Wahl-Amendingerin bis heute auch in ihrem Stammverein in Memmingen als ehrenamtlicher Coach weiter. Zudem ist sie bei fast allen Turnieren und Meisterschaften dabei und fährt ihren Sohn zum Training nach Memmingen und Ulm.

Viermal pro Woche auf dem Basketball-Court aktiv

Viermal in der Woche ist Valentin auf den Basketball-Court aktiv. „Dabei muss er sich immer noch Zeit für die Schule abzwacken“, wie Tatjana Abens erklärt. Bis jetzt kann der Schüler, der im neuen Schuljahr in die 9. Klasse des Bernhard-Strigel-Gymnasiums gehen wird, alles gut unter einen Hut bringen. „Bei unserem letzten Spiel um die Deutsche Meisterschaft hatten wir es aber ein wenig stressig, weil wir damit erstmal nicht gerechnet hatten und dann nach dem Gewinn in Frankfurt bei der Süddeutschen Meisterschaft nur sechs Tage später nach Berlin zur Deutschen Meisterschaft fuhren. Vorher standen noch Schulaufgaben an“, berichtet Valentin. Die U14 des „BBU´01 Sektion BY e.V. Ulm“ bestritt ihr Finale in der Berliner Max-Schmeling-Halle, was ein zusätzliches Highlight für Valentin und seine Teamkollegen war. Der Nachwuchs von Ratiopharm Ulm schlug den Gastgeber Alba Berlin nach einem spannenden Spielverlauf mit 87:78. „Obwohl uns die anderen Mannschaften körperlich überlegen waren. Ich bin 1,74 Meter groß. Meine Position ist der Guard“, sagt Valentin.

TV Memmingen seit Jahren eine Talentschmiede

Die Basketballabteilung des TVM ist aufgrund ihrer motivierten Trainerinnen und Trainer sowie Betreuer seit Jahren eine Talentschmiede. „Natürlich würden sich die Jungs eine Karriere à la Dirk Nowitzki wünschen“, verrät Tatjana Abens. „Vielleicht wird es aber ein Traum bleiben. In erster Linie stehen der Spaß am Sport und das Teamwork im Vordergrund. Valentin steckt auf alle Fälle viel Herzblut hinein.“ Mit ihrer Leidenschaft für den Basketballsport haben sie auch die anderen Familienmitglieder angesteckt. „Valentins Papa schaut jetzt bei Fernsehübertragungen genauso gerne Basketball, wie die Spiele seiner Lieblingsfußballmannschaft vom FC Bayern“, lacht Tatjana, was ihr Mann Michael mit einem Nicken gerne bestätigt. Und selbst Schwester Maxine ist stolz auf ihren kleinen Bruder, den sie nach der Rückkehr von der Berliner Meisterschaft mit einem kreativen Banner an Garage und Haustür mit Glückwünschen zur Deutschen Meisterschaft gebührend empfangen hat.

Nach den sportlichen Auswärtssiegen in Frankfurt, Dresden und Berlin kann Valentin sich während der Sommerferien noch auf einen ganz persönlichen Glanzpunkt freuen: „Zur Firmung habe ich Karten für die Vorrunde zur Basketball-Weltmeisterschaft in Köln bekommen“, erklärt Valentin.