Kultur-Lockdown

Mewo-Kunsthalle in Memmingen liegt nicht im Dornröschenschlaf

Die Künstlerin Cornelia Renz in der Rauminstallation „Heimat (Los)“ in ihrer Ausstellung „Heimspiel“ in der Mewo-Kunsthalle Memmingen.

Die Künstlerin Cornelia Renz in der Rauminstallation „Heimat (Los)“ in ihrer Ausstellung „Heimspiel“ in der Mewo-Kunsthalle Memmingen.

Bild: Ralf Lienert

Die Künstlerin Cornelia Renz in der Rauminstallation „Heimat (Los)“ in ihrer Ausstellung „Heimspiel“ in der Mewo-Kunsthalle Memmingen.

Bild: Ralf Lienert

Die Ausstellung „Heimspiel“ von Cornelia Renz wird bis Mai verlängert. Zwei neue Ausstellungen sind in Arbeit. Dazu gibt es vorab Bilder in einem Schaukasten.
17.02.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Seit über drei Monaten sind die Kultureinrichtungen des Landes wegen Corona geschlossen – auch die Mewo-Kunsthalle in Memmingen. „Wir sind aber nur oberflächlich in einen Dornröschenschlaf gefallen“, sagt Kunsthallenleiter Axel Lapp. „Natürlich arbeiten wir weiter. Eine neue Ausstellung hängt bereits, an einer weiteren arbeiten wir noch.“ Sobald man für das Publikum wieder öffnen dürfe, sei man dafür bereit.

Zu sehen wird es dann einiges geben. Die Ausstellung „Heimspiel – Cornelia Renz feat. Raya Bruckenthal, Raafat Hattab & Yara Kassem Mahajena“, die erst Anfang Oktober eröffnet wurde und in der sich Cornelia Renz mit den Begriffen Heimat und Zugehörigkeit auseinandersetzt, wird nach dem aktuellen Stand der Dinge bis zum 30. Mai verlängert.

Ausstellung zu Barrierefreiheit entsteht

Bereits fertig ist auch die noch nicht eröffnete Ausstellung „Timur Lukas & Laurentius Sauer: Due Two Fries“ mit raumfüllenden Malereien der beiden Augsburger Maler in der ersten Etage. Im Erdgeschoß arbeitet das Kunsthallen-Team derzeit noch an „imPERFEKT – eine Ausstellung zur Barrierefreiheit“. Die Kunstwerke dafür sind schon alle an Ort und Stelle, doch die Infrastruktur der Ausstellung, die Erschließung der Werke für die Besucher, ist derzeit noch im Entstehen. „Hier kamen wir durch einige corona-bedingte Verzögerungen etwas ins Hintertreffen, aber bald sind wir auch mit diesem Projekt so weit“, berichtet Lapp. Wie lange die beiden neuen Ausstellungen dann gezeigt werden, werde entschieden, sobald fest steht, wann die Kulturbetriebe wieder öffnen dürfen.

„Die Kultur wird diese Krise überleben“, ist Lapp sicher. Dennoch habe sie gezeigt, wo Handlungsbedarf besteht. „Wir müssen künftig dafür sorgen, dass Künstler die Möglichkeit haben, von ihrer Kunst zu leben, sagt er. „Im Bereich der Bildenden Kunst wäre sicherlich ein verpflichtendes Ausstellungshonorar einer der möglichen Wege, denn traditionell erhalten Künstler keine Vergütung für ihre Arbeit. Wir werden darauf hinwirken.“

Solange die Mewo-Kunsthalle geschlossen bleiben muss, werden die Schaukästen am Grimmelhaus (zwischen den Gebäuden Ulmer Straße 17 und 19) mit einem Hinweis auf die kommende Ausstellung von Timur Lukas und Laurentius Sauer bespielt. Immer wieder kollaborieren die beiden für Editionen und Ausstellungsprojekte miteinander. In den Schaukästen sind Bilder einer neuen Serie von kolorierten Siebdrucken zu sehen. Ähnliche Motive verwenden sie in ihrer Ausstellung.

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