16-Jährige getötet

Nach Bluttat bei Memmingen: Warum Polizei und Staatsanwaltschaft weiter schweigen

Auf diesem Gelände am Flughafen Memmingen ist am Montag die Leiche der 16-Jährigen entdeckt worden. Freunde und Bekannte haben hier Blumen und Kerzen abgelegt. Über die Tat, die Verdächtigen und das mögliche Motiv ist offiziell nicht viel bekannt. Ein Staatsanwalt erklärt, warum die Ermittler nichts dazu sagen.

Auf diesem Gelände am Flughafen Memmingen ist am Montag die Leiche der 16-Jährigen entdeckt worden. Freunde und Bekannte haben hier Blumen und Kerzen abgelegt. Über die Tat, die Verdächtigen und das mögliche Motiv ist offiziell nicht viel bekannt. Ein Staatsanwalt erklärt, warum die Ermittler nichts dazu sagen.

Bild: Andreas Berger

Auf diesem Gelände am Flughafen Memmingen ist am Montag die Leiche der 16-Jährigen entdeckt worden. Freunde und Bekannte haben hier Blumen und Kerzen abgelegt. Über die Tat, die Verdächtigen und das mögliche Motiv ist offiziell nicht viel bekannt. Ein Staatsanwalt erklärt, warum die Ermittler nichts dazu sagen.

Bild: Andreas Berger

Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod einer 16-Jährigen bei Memmingen sagen die Ermittler weiter nichts zu den Hintergründen. Ein Staatsanwalt erklärt, warum.
21.11.2021 | Stand: 15:55 Uhr

Der Fall der am Sonntag erstochenen 16-Jährigen in Memmingerberg beschäftigt nicht nur die Ermittler, sondern auch die Menschen in der Region. Es gibt Gerüchte. Und viele fragen sich, warum Polizei und Staatsanwaltschaft so zurückhaltend mit Informationen sind, warum keine neuen Details zu der Tat und den beiden Tatverdächtigen bekannt werden, die seit Dienstag in Untersuchungshaft sitzen.

Auch Oberstaatsanwalt Thorsten Thamm, Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen, die das Ermittlungsverfahren leitet, gibt sich seit Tagen sehr bedeckt - und erklärt, warum das so ist. „Wir wollen nicht Gefahr laufen, mögliches Täterwissen preiszugeben oder dass Zeugen durch Medienberichte in ihren Aussagen beeinflusst werden“, sagt er. Denn dadurch könnten Ermittlungsergebnisse im schlimmsten Fall gefährdet werden und Aussagen im Falle eines Gerichtsverfahrens angezweifelt oder sogar unwirksam werden.

„Selbst wenn Beweismittel vorliegen, ist das nicht unbedingt der Weisheit letzten Schluss“, sagt Thamm weiter. Diese müssten nämlich zunächst überprüft werden. Als Beispiel nennt er zwei Messer, die im Bereich des Leichenfundorts nahe des Allgäu Airport in Memmingerberg entdeckt wurden. „Derzeit ist noch nicht geklärt ist, ob es sich bei einem der sichergestellten Messer um die Tatwaffe handelt. Die hier veranlassten Spurenuntersuchungen laufen noch.“

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16-Jährige in Memmingerberg getötet: Polizei auf Spurensuche

„Bis solche Informationen nicht gefestigt sind, geben wir nichts an die Öffentlichkeit raus – sondern erst, wenn alle Beweismittel vorliegen und geprüft sind“, so Thamm Das könne durchaus mehrere Wochen oder auch Monate dauern. Und erst dann stehe fest, ob Anklage erhoben wird und es zu einem Prozess kommt – oder ob das Ermittlungsverfahren eingestellt wird.

16-Jährige erstochen: Verdächtige schweigen zu den Vorwürfen

Grundsätzlich gelte bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung für alle, betont Thamm. „Wir müssen darauf achten, dass es keine Vorverurteilung gibt.“ Das könne die Ermittlungen erschweren und sogar gefährden. Daher sage man derzeit auch nichts zur eigens gegründeten Soko "Shelter", ergänzt Memmingens Kripo-Chef Thorsten Ritter auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Im aktuellen Tötungsdelikt liege aber schon ein dringender Tatverdacht gegen einen 25-Jährigen und eine 15-Jährige vor. „Sonst hätte die Haftrichterin keinen Haftbefehl erlassen“, erklärt Thamm. Die beiden Verdächtigen schweigen bislang zu den Vorwürfen.

Mit dem Justizministerium werde sich nicht extra abgestimmt, was die Öffentlichkeitsarbeit angeht, sagt Thamm. Freilich setze man die übergeordnete Behörde aber immer über den neuesten Stand in Kenntnis.