Schule

Neue Direktoren an beiden Memminger Gymnasien: "Werden aufgeregt sein"

Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen:  Blick in die Aula.

Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen:  Blick in die Aula.

Bild: Uwe Hirt

Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen:  Blick in die Aula.

Bild: Uwe Hirt

Nicht nur für Kinder beginnt ein neues Schuljahr: An den beiden Memminger Gymnasien haben auch zwei neue Chefs angefangen.
14.09.2021 | Stand: 14:12 Uhr

Neues Schuljahr – neue Gesichter. Das gilt besonders für das Vöhlin-Gymnasium und auch das Bernhard-Strigel-Gymnasium in Memmingen. Dort hatten am Dienstag Christian Herrmann und Patrick Schmitt jeweils ihren ersten Schultag als Direktor. Worauf sie sich freuen, was sie erreichen möchte und warum ihnen gerade die Digitalisierung an der Schule besonders wichtig ist.

Wie geht es Ihnen an Ihrem ersten Schultag als Direktor? Wie groß ist die Aufregung?

Christian Herrmann: Ich denke, dass die Aufregung vor allem am Wochenende noch zunehmen wird, schließlich lerne ich einen Großteil des Kollegiums erst da kennen. Aber auch auf die Begrüßung der neuen Fünftklässler, der erste „offizielle“ Termin im neuen Schuljahr, freue ich mich und werde einigermaßen aufgeregt sein.

Eigentlich könnte sich die Aufregung ja in Grenzen halten, da ich schon seit vielen Jahren am BSG tätig bin. Trotzdem bin ich angespannt, weil sich mein Aufgabenfeld verändert und ich jetzt die volle Verantwortung für die Schule trage. Die Anspannung wird aber weit übertroffen von meiner Vorfreude auf die Arbeit als Schulleiter, zumal ich mich auf beste Unterstützung durch meinen neuen Stellvertreter, Herrn Frieder Kitzmann, verlassen kann.

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Patrick Schmitt
Patrick Schmitt
Bild: Schmitt/privat

Prägend für das Leben innerhalb und außerhalb der Schule ist auch weiterhin die Pandemie: Wie gut ist das Vöhlin auf den Unterrichtsalltag mit Corona vorbereitet? Wie sieht es beispielsweise mit Luftfiltern aus?

Herrmann: Im Unterschied zum letzten Schuljahr sind fast alle Lehrerinnen und Lehrer sowie das Verwaltungspersonal zweifach geimpft, was sehr wichtig ist. Wir haben Luftreinigungsgeräte bekommen, die allerdings nur für einen Teil der Räume ausreichen. Hier sollte eine Nachbesserung erfolgen, was wir gegenüber der Stadt auch schon angemerkt haben. Mit der Impfempfehlung der Stiko für Jugendliche bis 12 Jahren und der Einhaltung der Hygieneregeln hoffen wir, besser durch den kommenden Herbst und Winter zu kommen als letztes Jahr. Oberstes Ziel ist es, so viel Präsenzunterricht wie möglich zu gewährleisten, wenngleich wir durch unsere digitalen Kommunikationssysteme auch gut auf erneute Beeinträchtigungen vorbereitet sind und schnell reagieren können.

  • Patrick Schmitt: Das BSG hat sich mit der Pandemie „arrangiert“ und ich gehe davon aus, dass wir den Unterrichtsalltag in diesem Schuljahr mit Corona gut meistern werden. Wir konnten 23 Räume, die insbesondere in feuchten Jahreszeit nicht optimal zu lüften sind, mit Luftfiltern ausstatten und haben in allen Klassenzimmern CO2-Ampeln installiert. Die regelmäßigen Selbsttests gehören für die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium inzwischen zum Alltag, insofern werden wir das gemeinsam gut meistern können. Die Impfempfehlung der Stiko für über zwölfjährige Kinder schafft zusammen mit der ausreichenden Impfstoffversorgung nun die Möglichkeit, dass wir als Gesellschaft gemeinsam die Pandemie in den Griff bekommen können.
Christian Herrmann
Christian Herrmann
Bild: Christian Herrmann

Welche Herausforderung sehen Sie im ersten Jahr als Direktor außerdem speziell für Ihre Schule?

Herrmann: Da ich neu an der Schule bin, geht es natürlich in erster Linie erst einmal darum, die Schulgemeinschaft und alle Akteure, die mit ihr zusammenarbeiten, kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Eine Herzensangelegenheit ist mir die Schulentwicklung, die wir weiter voranbringen müssen. Ganz wichtig ist die Frage, wie wir den digitalen Quantensprung, den wir durch die Pandemie gemacht haben, sinnvoll und dauerhaft in den zukünftigen Schulunterricht integrieren können. Einen ersten Schritt in diese Richtung machen wir in diesem Schuljahr, indem wir digitale Formate in unseren Förderunterricht implementieren.

Wir haben jetzt die Aufgabe, den Mehrwert und die zusätzlichen Kenntnisse, die sowohl Schüler*Innen als auch Lehrkräfte durch die pandemiebedingte Digitalisierung gewonnen haben, dauerhaft für den normalen Unterricht zu nutzen. Das bedeutet aber auch, dass die technische Ausstattung der Schule daran angepasst und verbessert muss, damit so auch technische Abläufe effizienter gestaltet werden können.

  • Schmitt: Es wird sicher eine Herausforderung sein, unsere Schülerinnen und Schüler wieder auf ein gemeinsames Leistungsniveau zu bringen und auch die sozialen Defizite auszugleichen, die durch die langen Phasen ohne Präsenzunterricht entstanden sind. „Pandemieaufarbeitung“ also.

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe besonders?

Herrmann: Auf einen zwar stressigen, aber niemals eintönigen und langweiligen Job. Darauf, täglich mit neuen und verschiedensten Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert zu werden. Und auf das Privileg, mit einem hoch motivierten und offenen Team, das mich sehr herzlich am Vöhlin-Gymnasium empfangen hat, zusammenarbeiten zu dürfen.

  • Schmitt: Besonders freue ich mich darauf, gemeinsam mit meinem tollen Kollegium unsere nun bald komplett sanierte Schule voll in Beschlag zu nehmen und all die Möglichkeiten auszunutzen, die sich hier für unterrichtliche und außerunterrichtliche Aktivitäten bieten. Ein tolles Konzert in der neuen Aula oder auch meine „erste“ Abiturzeugnisübergabe sind für mich Lichtblicke, auf die ich mich sehr freue. Einfach wieder Schulgemeinschaft in vollen Zügen erleben, wie es vor Beginn der anstrengenden Sanierungsphase und Corona-Pandemie war. Und dabei natürlich als Schulleiter auch Gestaltungsspielräume zu haben.

Welche guten Wünsche packen Sie Ihrem Kollegen vom Vöhlin bzw. Strigel zu dessen Start in die Schultüte?

Herrmann: Ich wünsche Dir viel Freude und ein glückliches Händchen mit Deiner nagelneuen Schule und freue mich auf die Zusammenarbeit.

  • Schmitt: Auf der Schulleiterfortbildung in Dillingen durfte ich Dich bereits als sehr offenen und sympathischen Kollegen kennenlernen. Ich wünsche Dir ein gutes Ankommen in deiner neuen Schule, immer ein glückliches Händchen bei allen Entscheidungen, viel Erfolg bei allen Projekten und immer genügend Gelassenheit, wenn es mal brennt. Ich freue mich darauf, mit Dir zusammen den Gymnasialstandort Memmingen im Sinne aller Schülerinnen und Schüler nach vorne zu bringen.

Zur Person

Patrick Schmitt:

  • Geboren: 1977 in Bad Kissingen.
  • Schulische Laufbahn: Patrick Schmitt hat dort das Gymnasium besucht. Nach dem Abitur wollte er zunächst eigentlich Jazz-Schlagzeug studieren, er nahm dann jedoch ein Maschinenbaustudium an der FH Schweinfurt auf, brach dieses kurz darauf ab und wechselte zu Biologie/Chemie für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Würzburg. Bereits als Referendar kam Schmitt ans BSG.
  • Familie: Schmitt ist verheiratet, gemeinsam hat das Paar eine Tochter (9 Jahre) und einen Sohn (8 Jahre). Die Familie lebt in Berkheim.
  • Hobbys: Dazu zählen Wandern oder Radeln mit der Familie. Schmitts große Leidenschaft ist die Musik. Seitdem er sieben Jahre alt ist, spielt er Schlagzeug – inzwischen mit seiner Progressive-Rock-Band „Timesphere“, die 2019 ein Album veröffentlicht hat. „Trommeln ist für mich der beste Weg, den Kopf frei zu bekommen“, sagt Patrick Schmitt.

Christian Herrmann:

  • Geboren: 1968 in Lauingen an der Donau.
  • Schulische Laufbahn: Zunächst besuchte Christian Herrmann das St. Bonaventura-Gymnasium in Dillingen. Danach studierte er an der Universität Augsburg, Deutsch,Geschichte und Sozialkunde.
  • Familie: Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder (Sohn und Tochter, 21 bzw. 18 Jahre alt)
  • Hobbys: Lesen, Fahrradfahren und Wandern