Mobilfunk

Noch immer kein Standort für Sendemast in Ottobeuren gefunden

Wo in Ottobeurer könnten ein geplante Mobilfunksender der Deutschen Telekom errichtet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ottobeurer Bauausschuss.

Wo in Ottobeurer könnten ein geplante Mobilfunksender der Deutschen Telekom errichtet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ottobeurer Bauausschuss.

Bild: Jochen Aumann

Wo in Ottobeurer könnten ein geplante Mobilfunksender der Deutschen Telekom errichtet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ottobeurer Bauausschuss.

Bild: Jochen Aumann

Die Deutsche Telekom bittet Ottobeuren um Vorschläge bis 6. Juni. Bürgermeister German Fries bringt im Bauausschuss zwei mögliche Grundstücke ins Spiel.
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Von Brigitte Unglert-Meyer
26.04.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die Deutsche Telekom sucht immer noch nach einem geeigneten Standort für einen Mobilfunksender in Ottobeuren. Mit der Suchanfrage hat sich nun auch der örtliche Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst. Die Telekom bitte um Mitwirkung im Rahmen des Bayerischen Mobilfunkpaktes II. Dieser hat zum Ziel, dass die Einbindung der Kommunen beim Aufbau der Mobilfunknetze sichergestellt wird. Damit soll die Akzeptanz der Mobilfunktechnologie innerhalb der Bevölkerung verbessert werden. Laut Telekom kann Ottobeuren bis zum 6. Juni Vorschläge einreichen. Die Gemeinde will sich nun aktiv um eine Alternative bemühen. Denn wenn man nichts anbiete, so die Auffassung im Gremium, könne ein Standort auf einem privaten Anwesen nicht verhindert werden.

Ottobeuren versucht seit Jahren, vernünftige Abedckung mit Mobilfunk zu erreichen

Wie berichtet, versucht der Markt seit Jahren, für seine Bürger im Ortskern eine vernünftige Mobilfunkabdeckung zu erreichen. Ein Ingenieurbüro hatte den Auftrag bekommen, ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept zu erarbeiten. Zehn mögliche Standorte für eine neue Sendeanlage wurden dabei unter die Lupe genommen. Am Ostturm der Basilika in 65 Metern Höhe wurde die beste Abdeckung ermittelt. Zudem ist die Strahlenbelastung dort am geringsten. Daraufhin beantragte die Deutsche Telekom Technik GmbH beim Staatlichen Bauamt die Installation der Anlage im Inneren des Turms. Doch das Bauamt signalisierte, dass sich der Ostturm als Standort aus Brandschutzgründen nicht eigne. Auch das Haus des Gastes und das Rathaus waren als Alternativ-Standorte im Gespräch. Doch hier greift der Denkmal- und Ensembleschutz.

Bürgermeister bringt Standorte an der Schelmenheide und der Günz ins Spiel

Bürgermeister German Fries brachte nun in der jüngsten Sitzung zwei Grundstücke im Bereich der Schelmenheide beziehungsweise an der Günz ins Gespräch, die sich im Eigentum der Gemeinde befinden, jedoch außerhalb des gewünschten Suchkreises liegen. Diese sollen nun von einem Fachbüro überprüft werden, ob sie geeignet sind. Die Verwaltung solle die Kosten und Zuschussmöglichkeiten für ein solches Verfahren recherchieren.

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Zuvor war über die Sachlage debattiert worden. Fries erinnerte daran, dass sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren ausführlich mit einem zentralen Suchkreis beschäftigt habe und in diesem Zusammenhang auch ein Vorsorgekonzept erarbeitet worden sei. Dieses sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Standort mit der geringsten Strahlenbelastung im Ostturm der Basilika gegeben wäre. Letztlich wurde daraus jedoch nichts.

Neuer Suchkreis für Sendemast in Ottobeuren liegt im Süden

Der jetzt neue Suchkreis liegt im Süden. Er markiert ein Gebiet in etwa zwischen der Oberen Straße, Faichtmayrstraße und Johann-Sebastian-Bach-Straße. In diesem Bereich, bedauerte Fries, habe die Gemeinde keine Dachflächen, wo sich Standorte anbieten würden. Rudolf Benz vom Arbeitskreis Mobilfunk ergänzte, dass die Jugendherberge am Kaltenbrunnweg damals untersucht und als ungeeignet befunden worden sei. Sie sei auch aus statischen Gründen nicht geeignet, sagte Rat Otto Wanner. Denn auf den vom Telekom-Schwesterunternehmen Deutsche Funkturm (DFMG) gesuchten Standort kämen GSM-, LTE- sowie 5G-Mobilfunkanlagen. Karl Büchler (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass ein Mast nicht die Sichtbeziehung zur Basilika stören dürfe. (mit johs)

Warum bei der Suche nach einem Standort nicht das Motto "Aus den Augen aus dem Sinn" gelten darf, schreibt Redakteur Johannes Schlecker in seinem Kommentar.