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Pfarrer Christian Kunzmann geht in den Ruhestand

Kunzmann

Die Verabschiedung von Pfarrer Christian Kunzmann war live im Internet und auf einer Leinwand in der Kirche Unser Frauen zu sehen.

Bild: Walter Müller

Die Verabschiedung von Pfarrer Christian Kunzmann war live im Internet und auf einer Leinwand in der Kirche Unser Frauen zu sehen.

Bild: Walter Müller

Der Geistliche war zuletzt für die Kirche "Unser Frauen" in Memmingen zuständig. Warum er die Stadt als "Allgäuer Jerusalem" bezeichnet.
26.01.2021 | Stand: 17:45 Uhr

Pfarrer Christian Kunzmann, der im Oktober 2014 aus Baden-Württemberg in die evangelische Landeskirche Bayern wechselte und die Pfarrstelle an Unser Frauen in Memmingen antrat, wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet.

Der Israel-Kenner und -Liebhaber Kunzmann vermeinte sich damals angesichts der Memminger Türme und Tore mit der umgebenden Stadtmauer gar ins „Allgäuer Jerusalem“ versetzt. Oberbürgermeister Manfred Schilder plauderte dies beim Abschiedsgottesdienst aus. Da angesichts strikter Corona-Vorschriften nur eine sehr begrenzte Besucherzahl das Gotteshaus besuchen durfte, war der Gottesdienst auch im Internet zu sehen. Gemeindemitglieder und Freunde – in diesem Fall nahezu weltweit – konnten so live dabei sein. Die eigentlich für diesen lange schon bekannten Termin ins Auge gefasste „multikulturelle Feier mit Essen, Trinken und was so alles dazugehört“, war nicht möglich, bedauerte Kirchenvorstandssprecher Siegmar Olschewski.

Für Flüchtlinge eingesetzt

Dekan Christoph Schieder ließ zum Ende des Gottesdienstes den Einsatz der Pfarrersfamilie Christian und Bärbel Kunzmann Revue passieren. Er hob dabei besonders deren großes Engagement bei der Flüchtlingsbetreuung hervor sowie deren Einsatz „generell für jeden Menschen“. Ebenso barmherzig wie warmherzig sei der Pfarrer den Menschen in Memmingen begegnet. „Ruhestand hört sich nach abgestellt sein an, aber so habe ich Sie noch nie kennengelernt“, betonte Schieder. Pfarrer i. R. (in Ruhe), wie Kunzmann im Dekanat seit dem 1. Januar geführt wird, wird dieser auch nach eigener Anschauung nicht wirklich sein. „Da wir ja nicht weit weg leben, freuen wir uns über jeden Besuch, und für Vertretungen stehe ich natürlich zur Verfügung“, betonte er.

Der katholische Dekan Ludwig Waldmüller, zugleich Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, erinnerte daran, dass die Frauenkirche bis vor 200 Jahren noch eine gemeinsame Kirche für Katholiken und Protestanten war – „auch wenn die Gemeinsamkeit damals nicht von gegenseitiger Achtung und Liebe geprägt wurde“. Zugleich bedankte sich Waldmüller bei dem Pfarrerehepaar „für die Jahre, die wir miteinander arbeiten durften“. Ferner betonte der Dekan: „Ihr Herz schlägt für alle Menschen. Und unsere gemeinsame Leidenschaft ist das heilige Land.“

Neben Pfarrerin Simone Bach (Versöhnungskirche) waren bei eingespielten Videobeiträgen auch Vertreter der Kontaktgruppen und Vereinigungen der Pfarrei, wie die afrikanische, die persische und die arabische christliche Gemeinde zu sehen. Ebenso Vertreter der sonstigen evangelischen Kirchengemeinden.

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