Feuerwehreinsatz in Memmingen

Rauch in Behinderten-WG: Feuerwehr Memmingen übt für den Ernstfall

Der Löschzug 3 der Memminger Feuerwehr rettete bei der Übung in einer Behinderteneinrichtung die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem verrauchten Obergeschoss.

Der Löschzug 3 der Memminger Feuerwehr rettete bei der Übung in einer Behinderteneinrichtung die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem verrauchten Obergeschoss.

Bild: Werner Mutzel

Der Löschzug 3 der Memminger Feuerwehr rettete bei der Übung in einer Behinderteneinrichtung die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem verrauchten Obergeschoss.

Bild: Werner Mutzel

Kräfte der Feuerwehr Memmingen trainieren in der Memminger Behinderteneinrichtung die Personenrettung unter schwierigen Bedingungen. Wie der Einsatz ablief.
12.06.2022 | Stand: 18:00 Uhr

„Starke Rauchentwicklung in einer Behinderteneinrichtung in der Buxheimer Straße, zahlreiche Personen noch im Objekt“: So lautet die Erstmeldung an die Integrierte Leitstelle. Wenige Minuten nach der Alarmierung treffen der Löschzug 3 unter Leitung von Zugführer Thorsten Gröling sowie ein Rettungswagen der Memminger Malteser bei der Wohngruppe der „Körperbehinderten Allgäu“ ein. Besorgte Anwohner sind erleichtert, als auf Nachfrage klar wird, dass es sich um eine Einsatzübung handelt.

Übung in Memmingen: Einsatz mit schwerem Atemschutz

Mit schwerem Atemschutz arbeiten sich die Trupps im ersten Obergeschoss von Tür zu Tür und retten die teilweise gehbehinderten Bewohnerinnen und Bewohner. Soweit möglich erfolgt dies über das Treppenhaus oder die Drehleiter. Die Übungsleiter Florian und Josef Funke sind zufrieden: Der Löschzug 3 bewältigt die schwierige Einsatzlage professionell und zügig.

Bilderstrecke

Feuerwehr übt Personenrettung in Memminger Behinderteneinrichtung

Häufig erleiden Bewohner bei Gebäudebränden durch Einatmen der entstehenden Reiz- und Giftgase Rauchgasvergiftungen. Höhere Konzentrationen können in kurzer Zeit lebensgefährlich werden. Von den Atemschutzträgern der Feuerwehr werden den Bewohnern daher sogenannte „Fluchthauben“ mit Atemfilter aufgesetzt, mit denen das weitere Einatmen gefährlicher Gase verhindert werden soll.

Brandmeldetechnik in der Behinderteneinrichtung ist vorbildlich

Die Behinderteneinrichtung ist vorbildlich mit einer Brandmeldeanlage und Rauchmeldern ausgestattet, die während des gesamten Übungsverlaufs schrille Alarmtöne abgeben. Einrichtungsleiter Ralph Weidhaas ist froh, dass der bestehende Notfallplan realitätsnah über-prüft werden kann. Seine Mitarbeiterinnen haben bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bereits zehn Bewohner des Erdgeschosses ins Freie evakuiert.

Im verrauchten Obergeschoss befinden sich auch Rollstuhlfahrer

In dem für das Übungsszenario stark verrauchten ersten Obergeschoss befinden sich auch Rollstuhlfahrer, die Feuerwehrkräfte stehen bei der Rettung vor einer besonderen Herausforderung. Nach und nach gelingt es bei schwierigen Sichtverhältnissen, alle Personen teilweise über Drehleiter und Feuertreppe zu retten. Das Rettungsteam der Malteser übernimmt eine bewusstlose Person für die Erstbehandlung. Nach 45 Minuten erklärt die Ausbildungsleitung das Übungsende. Laut Plan wären 18 Bewohner zu retten gewesen. Der Löschzug registriert sogar 19 Personen: Eine noch tätige Putzfrau wird ebenfalls in Sicherheit gebracht.

Lesen Sie auch
##alternative##
Feuerwehr-Aktion

„Memmingen kann stolz auf seine Feuerwehr sein“

Lesen Sie auch:

Rebecca Martin aus Memmingen ist Notfallsanitäterin und Kinderbuch-Autorin