Memmingen und Unterallgäu

Geburtskliniken: Die Bedenken von Schwangeren gegen eine Impfung sind unbegründet

Ärzte und Hebammen raten Schwangeren dringend, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen

Ärzte und Hebammen raten Schwangeren dringend, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Ärzte und Hebammen raten Schwangeren dringend, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Geburtskliniken in Memmingen und im Unterallgäu empfehlen Schwangeren dringend, sich impfen zu lassen. Warum werdende Mütter besonders gefährdet sind.
15.12.2021 | Stand: 16:57 Uhr

Die ärztlichen Leiter und Hebammen der Frauenkliniken der Region appellieren gemeinsam an alle Schwangeren, sich gegen Corona impfen zu lassen. Die Corona-Impfung ist für Schwangere genauso sicher und wirksam wie für nicht Schwangere und trägt entscheidend dazu bei, die geburtshilfliche Versorgung sicher zu stellen, betonen sie in einer Pressemitteilung.

„Wir empfehlen allen Schwangeren und ihren Familienangehörigen dringend, die Corona-Impfung wahrzunehmen“, so Albrecht Schwämmle, ärztlicher Leiter der Frauenklinik im Alb-Donau Klinikum Ehingen, der die gemeinsame Initiative angestoßen hat.

Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche

Dem eindringlichen Appell schließen sich die Leiter zahlreicher Frauenkliniken der Region an, auch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikums Memmingen unterstützt die Aufforderung. „Wir erleben leider, dass viele Schwangere verunsichert sind und Bedenken gegenüber der Impfung haben. Diese Bedenken sind unbegründet“, erklärt Schwämmle. Eine Impfung gegen das Coronavirus wird werdenden Müttern ab der 13. Schwangerschaftswoche und Stillenden sowohl von den medizinischen Fachgesellschaften als auch von der Ständigen Impfkommission (Stiko) uneingeschränkt empfohlen. Das gilt auch für die dritte Impfung, die sogenannte Booster- oder Auffrischungsimpfung.

Keine schädlichen Auswirkungen bei Ungeborenen

„Ihr Kind wird durch eine Impfung mit geschützt und es sind keine schädlichen Auswirkungen bei Ungeborenen zu befürchten“, macht Professor Frank Reister, Leiter der Sektion Geburtshilfe am Universitätsklinikum Ulm deutlich. Das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, sei in den vergangenen Wochen rasant gestiegen, viele Schwangere in der Region seien jedoch nicht durch eine Impfung geschützt.

„Damit hat Corona jetzt die besseren Karten und die möglichen Folgen können dramatisch sein“, erklärt Professor Reister. „Wir wissen heute, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei Schwangeren bis zu 30 Mal häufiger zu einer schwereren Erkrankung führt als bei Nichtschwangeren. Auch das Risiko, eine Schwangerschaftskomplikation zu erleiden, ist fast doppelt so hoch.“

Geburtsklinken stehen vor enormen Problemen

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Das stellt auch die Geburtskliniken vor enorme Probleme. Denn die Delta-Variante – und mehr noch die jetzt drohende Omikron-Variante – ist hoch ansteckend. Die Kliniken müssen stets sicherstellen, dass sich gesunde, nicht geschützte Frauen und Kinder nicht infizieren und räumlich von infizierten Personen getrennt sind. Ein Kraftakt, der mit erheblichem organisatorischem und personellem Aufwand verbunden ist. Zumal die Betreuung einer Corona-infizierten Gebärenden wesentlich mehr Personal und Ressourcen bindet, als die einer nicht infizierten Frau. Personal, das in der vierten Welle der Pandemie knapp bemessen ist.

„Deshalb bitten wir eindringlich alle Schwangeren und ihre Familien, mit der Impfung einen Teil dazu beizutragen, dass wir gemeinsam diese kritische Zeit überstehen. Sie tun es nicht für uns, sondern in erster Linie für sich selbst, ihr Kind und all die anderen Frauen und Familien, die zusammen mit uns jetzt vor dieser Herausforderung stehen“, appelliert auch Dr. Dominic Varga, Leiter des Geburtszentrums der Sana-Frauenklinik in Biberach. „Nehmen Sie das Impfangebot an und achten Sie weiterhin darauf, sich so gut es geht vor einer Infektion zu schützen: Halten Sie also die AHA-Regelung ein und tragen Sie eine FFP-2-Maske.“

Die Geburtshelfer sind sich einig

„Wenn wir weiterhin zuverlässig in der Lage sein wollen, alle Schwangeren in der gewohnten, für alle sicheren Weise zu betreuen, dann ist es zwingend notwendig, dass wir alle – vor allem aber die Schwangeren und ihre Familien – unsere Kontakte soweit irgend möglich reduzieren.“ Die Kliniken sind sich bewusst, dass dies allen gerade in der Vorweihnachtszeit viel abverlangt. Doch nur so könne man die Zahl der infizierten Schwangeren rasch reduzieren.

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