Soziales

Second hand in Memmingen: Wo alte Sachen neuen Wert erhalten

MM Flohmarkt

Renate Frey (links) und Elizabeth Klop prüfen die Waren, bevor sie in den Bestand des Ladens aufgenommen werden.

Bild: Osterried

Renate Frey (links) und Elizabeth Klop prüfen die Waren, bevor sie in den Bestand des Ladens aufgenommen werden.

Bild: Osterried

Der Flohmarkt des Katholischen Vereins für soziale Dienste hat nach dem Umzug neu eröffnet. Was sich verändert hat und was der SKM sich besonders wünscht
07.07.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Wenn man den neuen Flohmarkt des Katholischen Vereins für soziale Dienste (SKM) in Memmingen betritt, fällt einem zunächst die gemütliche Atmosphäre auf. Durch die großen Fenster fällt viel Licht herein. Das Ambiente erinnert an ein mit vielen Klamotten behangenes Wohnzimmer. Schränke werden zur Deko genutzt, ein Wohnzimmertisch mitsamt Stühlen bringt Geschirr und Gedeck zur Geltung.

Umzug in die Kuttelgasse 15

Seit einer Woche ist der Flohmarkt, nach seinem Umzug in die Kuttelgasse 15, geöffnet und zieht bereits neugierige Besucher an, wie Mitarbeiterin Renate Frey erzählt. Früher war der Laden in der Ulmer Straße, doch damit war der Verein nicht besonders glücklich. „Die Räumlichkeiten dort waren nicht optimal“, sagt Vorsitzender Peter Litzka. „Es war recht dunkel und eng, außerdem hat sich der Laden über zwei Stockwerke erstreckt.“

Corona, Wasserschaden und fehlende Helfer: "Die Zukunft des Flohmarkts war ungewiss"

Zudem habe es des Öfteren einen Wasserschaden gegeben. Über die Corona-Zeit habe der Laden wie viele andere Geschäfte schließen müssen. „Die Zukunft des Flohmarkts war ziemlich ungewiss“, gibt Litzka zu. „Die Miete war teuer, es gab aber keine Einnahmen wegen Corona und vor allem fehlt es uns an freiwilligen Helfern, die sich für die Sache engagieren.“

Doch dann kam die Idee auf, den Laden in die Geschäfts- und Schulungsräume des katholischen Vereins in der Kuttelgasse zu verlegen. „Bisher haben wir den Ort für Versammlungen und Fortbildungen genutzt. Zudem müssen wir dort keine Miete mehr zahlen.“ Gesagt - getan. In den vergangenen Monaten wurde fleißig gewerkelt in den Räumlichkeiten in der Kuttelgasse, die früher mal das Kultcafé Schmalz beherbergten. Renate Frey ist sehr zufrieden mit dem neuen Flohmarkt und findet das Ergebnis sehenswert. Sie ist eine der Organisatorinnen des Flohmarkts und arbeitet auch für die Memminger Tafel.

Ergänzt wird der Verkaufsraum des Flohmarkts mit Kunstwerken der lokalen Künstlerinnen Tanja Braun und Johanna Gingele, die sich dort ebenfalls ehrenamtlich engagieren.
Ergänzt wird der Verkaufsraum des Flohmarkts mit Kunstwerken der lokalen Künstlerinnen Tanja Braun und Johanna Gingele, die sich dort ebenfalls ehrenamtlich engagieren.
Bild: Osterried

Viele Gegenstände warten im Flohmarkt auf einen neuen Besitzer. Von Möbeln über Küchenzubehör bis zu Klamotten und die dazugehörenden Bügel, gibt es einiges zu entdecken. Und Einkaufen kann hier jeder, der möchte. „Die Annahme der Waren erfolgt während der Öffnungszeiten,“ sagt Renate Frey. „Sie wird direkt von uns geprüft und kommt dann in den Bestand.“

SKM Flohmarkt: Bücher, CDs und Elektrogeräte werden nicht angenommen

Lesen Sie auch
##alternative##
Brennpunkt Erlenweg

So sieht es in der Obdachlosenunterkunft in Memmingen aus

Man könne vieles mitbringen, nur Bücher, CDs, Kassetten und Elektrogeräte werden prinzipiell nicht angenommen. „Bei der Kleidung sollte man darauf achten, dass keine Flecken und Löcher drin sind. Für den Notfall haben wir auch eine Waschmaschine und einen Trockner vor Ort.“ Der Preis für die Waren werde vom jeweiligen Mitarbeiter nach der Überprüfung festgelegt.

Das Gespräch wird von einem Kunden unterbrochen. Er ist auf der Suche nach Weizengläsern, damit er welche für Besuch parat hat. Renate Frey zaubert aus einem Schrank drei Stück hervor, eines davon findet Anklang. „Es ist super spannend, was die Leute alles kaufen“, erzählt die 56-Jährige. „Das sind Sachen, die man selbst so nicht nehmen würde, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.“ Was am meisten gefragt ist? Ganz klar Kleidung, ist die entschiedene Antwort.

Suche nach freiwilligen Helfern

Am meisten wünschen sich Frey und Litzka personelle Unterstützung für den Laden, denn trotz des Umzugs ist das Personalproblem noch immer vorhanden. „Uns fehlt es an freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Renate Frey. Im Moment seien sechs Personen im Flohmarkt ehrenamtlich tätig. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch der ein oder andere meldet, der Freude an einer solchen Arbeit hat.“

Der katholische Verein für soziale Dienste wurde 1986 in Memmingen gegründet. Neben dem Flohmarkt unterhält er auch die Wärmestube, die Memminger Tafel und weitere soziale Projekte.

Lesen Sie dazu auch: Ohne Termin und mit freier Impfstoff-Auswahl in die Impfzentren Memmingen und Bad Wörishofen