Bildung

So gestalten sich die Sommerschulen in Memmingen

In den Memminger Schulen wartet ein vielfältiges Sommerschulprogramm für alle, die ihr Wissen über die Ferien vertiefen wollen.

In den Memminger Schulen wartet ein vielfältiges Sommerschulprogramm für alle, die ihr Wissen über die Ferien vertiefen wollen.

Bild: Christoph Soeder, dpa

In den Memminger Schulen wartet ein vielfältiges Sommerschulprogramm für alle, die ihr Wissen über die Ferien vertiefen wollen.

Bild: Christoph Soeder, dpa

Ersatzprogramme in den Sommerferien sollen Schülerinnen und Schülern helfen, wenn sie im Homeschooling Schwierigkeiten hatten. Was die Memminger Schulen anbieten.
31.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Das Home-Schooling während des Corona-Lockdowns war für viele Familien eine neue und belastende Situation. Die Befürchtung ist nun groß, dass manche Kinder große Lücken beim Lernstoff haben und dadurch mit Problemen in das neue Schuljahr starten. Mit dem Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“ des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus erhalten Schulen finanzielle Unterstützung, um durch verschiedene Maßnahmen den Schülern zu helfen.

Das Projekt „Sommerschule ’21“ ist eines davon. Damit haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich auf das nächste Schuljahr intensiver vorzubereiten. Über die Sommerferien, zumeist in der ersten und letzten Woche, können Schülerinnen und Schüler ihr Wissen vertiefen auf und Problemfächer eingehen.

Auch in Memmingen gibt es verschiedene Angebote, die den Kindern in den Sommerferien helfen sollen. Die MZ hat bei einigen Schulen nachgefragt.

Bismarckschule (Mittelschule): Sommerschulprogramm mit Schwerpunkt auf den Hauptfächern

„Wir machen auf jeden Fall ein Sommerschulprogramm“, sagt Schulleiterin Tina Acham. Hier sei das Angebot sehr gut angenommen worden. Etwa 50 Jugendliche haben sich für die Lerneinheiten in den Ferien angemeldet. „Das Programm ist kostenlos, die Schüler müssen nur kommen“, sagt Acham. Vier Stunden Unterricht pro Tag wird es an der Sommerschule geben. Hauptsächlich Deutsch und Mathematik stehen auf dem Stundenplan, doch auch Englisch wird Teil des Sommerunterrichts sein. Das Programm wird teils von Lehrkräften der Schule und teils von externen Pädagogen durchgeführt.

Vöhlin-Gymnasium: Sommerakademie wird erweitert

Am Vöhlin gab es laut Maria Gottschalk, Mitarbeiterin in der Schulleitung, bereits vor Corona eine „Sommerakademie“. Diese sei nun erweitert worden. Auch hier findet der Sommerunterricht in der ersten und der letzten Ferienwoche statt. Angemeldet haben sich rund 120 Kinder. Doch die Betreuung übernehmen nicht die Lehrkräfte, sondern ältere Schüler und Studierende. So wie Isabelle Heiß. Die Schülerin geht in die elfte Klasse des Vöhlin-Gymnasiums und war vergangenes Jahr schon Tutorin für die fünften Klassen. „Ich unterrichte Mathe und Englisch für die sechsten und fünften Klassen“, erzählt sie.

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Die Betreuer teilen die Kinder in Kleingruppen auf. „Wahrscheinlich habe ich dann fünf bis sechs Schüler“, sagt Isabelle. Die Jugendlichen haben dann montags, dienstags und mittwochs jeweils zwei Stunden Unterricht. Für Isabelle ist es das erste Mal als „Sommerakademie-Tutorin“. Sie findet die Idee sehr gut, weil sich die Kinder so in ihren Problemfächern verbessern können. „Ich glaube aber nicht, dass die Defizite in der Homeschooling-Zeit so krass sind, wie man glaubt“, ist ihre Meinung.

Staatliche Realschule Memmingen: "Wir setzen vermehrt auf das Programm "Schüler helfen Schüler"

Diese Ansicht teilt auch Schulleiter Jörg Link. Er setzt in den Sommerferien auf Förderkurse und Ferienprogramme, die beispielsweise vom Kreisjugendring veranstaltet werden. „Da wird die Gemeinschaft gefördert“, sagt er, „und gemeinschaftliche Aktivitäten kamen im Lockdown ebenfalls zu kurz.“ Ansonsten biete die Schule vermehrt „Schüler helfen Schüler“ an – ähnlich wie das Vöhlin-Gymnasium. „Das kommt sehr gut an und einige Schüler geben Nachhilfe auch über die gesamten Ferien verteilt“, sagt Link. Das sei dann fast wie eine Sommerschule. Wie viele Schüler genau die Hilfe in Anspruch nehmen, kann er noch nicht sagen. Aber: „Der Bedarf ist stark gestiegen. Wir haben so viele Tutoren, dass das vom Staat zugeteilte Budget nicht ausreicht. Wir müssen etwa 1000 Euro mehr beantragen.“

Marianum Buxheim: Kooperation mit dem Stark-Verlag und der Uni Augsburg

Eine Sommerschule gibt es am Marianum laut Direktor Erich Dietrich in Form des „BrückenWerks“, an dem ausgewählte Schüler und Schülerinnen teilnehmen. „Das Schulwerk hat hier ein Programm mit der Universität Augsburg und dem Stark-Verlag auf den Weg gebracht, um die Wirkung der Sommerschule zu erhöhen.“ Das Angebot an Lehrkräften, die meist Studenten der Uni Augsburg sind, sei sehr gering, deswegen kämen nur wenige Schüler für diese Förderung in Betracht. Ein weiteres Angebot in den Ferien gibt es darüber hinaus nicht.

Bernhard-Strigel-Gymnasium: Sommerschulprogramm mit erlebnispädagogischen Elementen

„Wir bieten auf jeden Fall eine Sommerschule an“, sagt stellvertretender Schulleiter Patrick Schmitt. Allerdings beschränke sich diese auf die letzte Ferienwoche. „Dann können sich die Schülerinnen und Schüler wieder an den Unterricht gewöhnen.“ Der Unterricht beginnt um 8.30 Uhr und endet um 13 Uhr. Das Besondere: „Wir sind gerade mit dem Deutschen Alpenverein im Gespräch, damit wir mit den Kindern neben dem Unterricht auch erlebnispädagogische Einheiten einbauen können. Denn die soziale Komponente soll laut Schmitt auf keinen Fall zu kurz kommen. Bisher haben sich 80 bis 90 Kinder für das Sommerprogramm angemeldet.

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