Energiewende im Unterallgäu

So wollen Kommunen im Unterallgäu die Kraft der Sonne nutzen

Der Landkreis Unterallgäu will Gemeinden bei der Nutzung von Sonnenenergie unterstützen.

Der Landkreis Unterallgäu will Gemeinden bei der Nutzung von Sonnenenergie unterstützen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Der Landkreis Unterallgäu will Gemeinden bei der Nutzung von Sonnenenergie unterstützen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Der Landkreis Unterallgäu unterstützt Gemeinden mit Info- und Beratungsangebot rund um das Thema Photovoltaik. Welche Ideen dort angesprochen wurden.
09.05.2022 | Stand: 11:16 Uhr

„Kommunen sollten das Potenzial ihrer für Photovoltaik geeigneten Dachflächen nutzen und so einen Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte Landrat Alex Eder bei einem Infoabend zum Thema „Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden“.

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird immer wichtiger

Er betonte weiter, wie wichtig eine zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energien und von Energie aus dem Ausland sei. Auch der Landkreis Unterallgäu rüste auf den Dächern seiner Liegenschaften weiter nach. Den Infoabend für Vertreter der Unterallgäuer Gemeinden organisierte die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu. Im Rahmen der Solaroffensive werden zudem Kommunen bei ihrer Planung von Photovoltaikanlagen beraten.

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Bei dem Infoabend erklärte Referent Michael Vogtmann von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie zum Beispiel, wie Kommunen die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) am besten ausschöpfen. Dazu erläuterte Vogtmann die geplanten Änderungen im neuen EEG, von denen einige voraussichtlich bereits in den kommenden Monaten vorzeitig in Kraft treten werden. Erfreulich sei der Wegfall der EEG-Umlage. (Lesen Sie auch: Abschaffung der EEG-Umlage dämpft nur den Preis-Anstieg)

Außerdem werde es für Volleinspeiseanlagen voraussichtlich eine relativ hohe Vergütung geben. Dies habe auch Auswirkungen auf die Dimensionierung künftiger Anlagen. Laut Vogtmann könnte es in Zukunft interessant sein, zwei kleinere Photovoltaikanlagen statt einer größeren zu bauen – eine Anlage hauptsächlich für den Eigenverbrauch mit nur geringer Überschusseinspeisung zu niedrigen Vergütungssätzen, eine zweite Anlage zur reinen Volleinspeisung gegen hohe Vergütungssätze.

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Als Betreiberkonzepte stellte Vogtmann zwei Varianten genauer vor: Entweder investiert die Kommune selbst und betreibt anschließend auch die Anlage. Oder aber sie vermietet ihr Dach an einen Investor, der darauf eine Photovoltaikanlage errichtet und der Kommune kostengünstig Strom verkauft.

Auch das Thema „Energy Sharing“ stieß auf Interesse. Hierbei könnte sich künftig eine Erneuerbare-Energien-Gemeinschaft mit ihrem gemeinschaftlich erzeugten Strom kostengünstig über das regionale Verteilnetz versorgen – vorausgesetzt, der Gesetzgeber macht tatsächliche den Weg dafür frei.

Einige der Kommunen, die am Infoabend teilgenommen haben, werden ihre Pläne für Photovoltaikanlagen zusammen mit Michael Vogtmann in den kommenden Wochen bei einem individuellen Beratungsgespräch weiter vertiefen. Außerdem erhalten diese Gemeinden auf Wunsch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für ihre geplante Anlage. Die Kosten hierfür trägt der Landkreis.

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