Erneuerbare Energie

Solarpark bei Kronburg im Fokus

Nördlich des Aussiedlerhofs Wölfle bei Kronburg ist eine acht Hektar große PV-Freiflächenanlage geplant, an der sich auch Bürger und die Gemeinde finanziell beteiligen können.

Nördlich des Aussiedlerhofs Wölfle bei Kronburg ist eine acht Hektar große PV-Freiflächenanlage geplant, an der sich auch Bürger und die Gemeinde finanziell beteiligen können.

Bild: Franz Kustermann

Nördlich des Aussiedlerhofs Wölfle bei Kronburg ist eine acht Hektar große PV-Freiflächenanlage geplant, an der sich auch Bürger und die Gemeinde finanziell beteiligen können.

Bild: Franz Kustermann

Deutschlandweit tätiges Unternehmen will auf einer Fläche von acht Hektar eine Anlage errichten. Auch die Gemeinde und Bürger können sich daran beteiligen.
24.11.2022 | Stand: 12:12 Uhr

Die Firma GP Joule will nördlich des Aussiedlerhofes Wölfle in Kronburg auf einer Fläche von rund acht Hektar einen Solarpark bauen: mit einer Leistung von rund neun Megawatt und einer prognostizierten Jahresmenge von etwa zehn Millionen Kilowatt. Die Kommune und auch die Bürger sollen die Möglichkeit haben, sich finanziell daran zu beteiligen. Damit möglichst viele davon profitieren, ist der finanzielle Einsatz (ab 250 Euro) auf 25.000 Euro gedeckelt. Projektmanagerin PV & Wind, Vanessa Varga, und Relationship-Manager Christian Schweikardt stellten das Projekt Solarpark in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vor.

Mit dem Grundstückseigentümer wurde bereits ein Pachtvertrag über 20 Jahre geschlossen, plus einer Verlängerung von zweimal fünf Jahren. Die 5,80 Meter breiten Modulreihen würden in Ost-West-Richtung so aufgeständert, dass bei einem variablen Abstand, mit einer Durchgangshöhe von 80 Zentimetern und einer maximalen Höhe von etwa drei Metern, eine Bewirtschaftung der Fläche mit Schafen möglich wird. Unter den Modulen wird zudem eine artenreiche Magerwiese angelegt. Die erforderlichen Ständer werden ohne Fundamente in den Boden gerammt, sodass sie etwa nach einer Laufzeit von 30 Jahren rückstandslos zurückgebaut werden könnten. Die Fläche könnte dann wieder normal landwirtschaftlich genutzt werden. Für den Rückbau soll sogar eine Bankbürgschaft hinterlegt werden.

Gemeinde Kronburg soll 2,2 Cent pro Kilowatt erhalten

Wie Varga weiter berichtete, ist als potenzieller Einspeisepunkt der 1,3 Kilometer entfernte Ortsteil Wagsberg vorgesehen. Das erdverlegte Kabel soll vorwiegend in öffentlichem Grund eingepflügt werden, wofür die Gemeinde eine gewisse Pacht bekommen würde. Zusätzlich würden an die Kommune je Kilowatt eingespeister Energie 2,2 Cent ausbezahlt, was etwa 20.000 Euro pro Jahr in den Gemeindesäckel spülen dürfte. Da es sich bei den vier beieinanderliegenden Grundstücken um keine sogenannten „benachteiligten Flächen“ handelt, wird das Projekt nicht nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) gefördert.

Schweikardt sagte der Gemeinde zu, dass die Kommune die gesamte, aus diesem Projekt anfallende Gewerbesteuer erhalten würde. Auch könne sie in das Projekt investieren, ebenso die Bürger: entweder als Mitglied/Eigentümer einer Energiegenossenschaft – unabhängig vom Jahresergebnis – mit einer festen Rendite. Oder sie können über die sogenannte „Schwarmfinanzierung“ unabhängig von der Laufzeit eine „feste Verzinsung“ ihres eingesetzten Kapitals erzielen: Hier stehe die Höhe jedoch erst sechs Wochen vor Betriebsbeginn fest, da hierzu alle Kosten genau bekannt sein müssten.

Noch keine Antwort von den Lech-Elektrizitätswerken

Auf Nachfrage von Gemeinderat Josef Hengler sagte Schweikardt, dass durch das Projekt private Kleinanlagen auf den Dächern auch zukünftig uneingeschränkt möglich sind. Der „potenzielle Einspeisepunkt Wagsberg“ sei bei den Lech-Elektrizitätswerken bereits angefragt worden. Bisher habe es aber noch keine Antwort gegeben. Notfalls könne hierfür auch ein anderer Standort gewählt werden: „Bis zu drei Kilometer Entfernung wären sehr wünschenswert“, meinte Schweikardt. Auf jeden Fall müssten ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Kosten für das Parallelverfahren übernehme jedenfalls die GP Joule-Gruppe, die in den Bereichen Photovoltaik, Wind, Wasserstoff, E-Mobilität und Fernwärme deutschlandweit tätig ist.