Erinnerungskultur

Straßenbenennung: Memmingen baut Kommission auf

Eine Kommission soll sich künftig um die Straßenbenennungen und Ehrenbürgerschaften kümmern.

Eine Kommission soll sich künftig um die Straßenbenennungen und Ehrenbürgerschaften kümmern.

Bild: Uwe Hirt (Archivbild)

Eine Kommission soll sich künftig um die Straßenbenennungen und Ehrenbürgerschaften kümmern.

Bild: Uwe Hirt (Archivbild)

Die Mitglieder des Stadtrates besprechen, wer dem Gremium angehört und welche Ziele damit verbunden sind.
30.06.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Die Erinnerungskultur wird hochgehalten, ist wichtig. Individuelle als auch kollektive Erinnerungen würden stetig fortgeschrieben, neu bewertet, vergessen oder neu entdeckt. Die Stadt Memmingen möchte eine Kommission zu Straßenbenennungen und Ehrenbürgerschaften aufstellen. Die Verwaltung wurde im Januar mit der Zusammensetzung beauftragt (wir berichteten). Wie diese Zusammensetzung erfolgen könnte, zeigte Hans-Wolfgang Bayer, der Leiter des städtischen Kulturamtes, in der jüngsten Sitzung des Stadtrates auf.

Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

Die Kommission soll mit Personen aus der Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gebildet werden. Die Stadtpolitik wird durch Oberbürgermeister Manfred Schilder sowie die beiden Bürgermeister Margareta Böckh und Dr. Hans-Martin Steiger vertreten. Die Stadtratsfraktionen schlugen Sabine Rogg (CSU/FDP), Rolf Spitz (SPD), Gottfried Voigt (FW), Helmuth Barth (CRB), Monika Schunk (Bündnis 90/Grüne/Linke) sowie Michael Rampp (ÖDP) vor.

Hinzu kommen Hans-Wolfgang Bayer als Leiter des Kulturamtes sowie Christoph Engelhard vom Stadtarchiv.

Externe Vertreter berufen

Weiterhin sollen drei Persönlichkeiten als Vertreter der Wissenschaft in die Kommission berufen werden: Dr. Konrad Sziedat (Referent bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in München), Dr. Andreas Heusler (Historiker beim Stadtarchiv München) sowie Dr. Martina Steber (stellvertretende Leiterin der Forschungsabteilung am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin). Es ergebe sich eine Kommissionsstärke von 14 Personen. Möglich wäre, so Bayer, dass weitere Vertreter aus bürgerschaftlichen oder kirchlichen Initiativen und Vereinen hinzukommen. Ziel ist laut dem Kulturamtsleiter eine konstituierende Sitzung im Herbst dieses Jahres.

Das sagen die Ratsmitglieder

Die Gremiumsmitglieder sprachen sich in der Sitzung mit zwei Gegenstimmen seitens der AfD für die Zusammensetzung und Arbeit der Kommission aus.

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Die Ablehnung der AfD begründete Stadträtin Genovefa Kühn. Sie sehe in einer solchen Kommission „nur eine Arbeitsbeschäftigung der Verwaltung und des Rates“. Es gebe kein Ergebnis für den Alltag der Menschen, sondern „nur einen Symbolwert“. Darin liege aus ihrer Sicht nicht die Aufgabe des Rates. Außerdem bemängelte sie, Geschichte auslöschen zu wollen.

Dem widersprach Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) vehement. „Die Straßenbenennung ist ureigene Aufgabe der Kommune und somit des Rates. Erinnerungen möchte hier keiner auslöschen.“ Schilder verdeutlichte in der Plenumssitzung außerdem, dass die externen Wissenschaftler kein Honorar für ihre Teilnahme und Leistung verlangen.

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