Mobilfunkmast

Suche nach Standort in Bad Grönenbach geht weiter

Mobilfunkmast Grönenbach

Der neue Bauhof und das gegenüberliegende Waldstück im Bereich der Staatsforsten sind als Standorte für einen Mobilfunkmasts im Gespräch.

Bild: Schmid

Der neue Bauhof und das gegenüberliegende Waldstück im Bereich der Staatsforsten sind als Standorte für einen Mobilfunkmasts im Gespräch.

Bild: Schmid

Markträte diskutieren über Alternativen. Bürgermeister warnt davor, dass der Betreiber die Sache selbst in die Hand nimmt, wenn es zu keiner Einigung kommt.
02.10.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Die Suche nach zwei geeigneten Standorten für Mobilfunkmasten im Ortsbereich von Bad Grönenbach und Zell gestaltet sich weiterhin schwierig. Bürgermeister Bernhard Kerler berichtete in der jüngsten Marktratssitzung, dass man trotz zahlreicher Vorschläge noch zu keinem Ergebnis gekommen ist. Letztlich sei man als Kommune in der Pflicht, auch gemeindliche Gebäude und Liegenschaften als mögliche Standorte für Sendemasten zu prüfen. Schließlich seien die Mobilfunkbetreiber ihrerseits in der Pflicht ein flächendeckendes Versorgungsnetz aufzubauen.

Falls man keinen geeigneten Standort findet, besteht die Gefahr, dass sich die Mobilfunkbetreiber selbst auf die Suche begeben und private Alternativ-Standorte prüfen, betonte Kerler. Sollte sich ein geeigneter Standort daraus ergeben, besteht im Außenbereich privilegiertes Baurecht. „Dann können wir nicht mehr eingreifen.“ Man sei daher gut beraten, sich zu beteiligen.

Sendemast in Bad Grönenbach soll 30 Meter hoch werden

Die betreffenden Mobilfunk-Sendemasten sollen rund 30 Meter hoch werden. Während der Juli-Sitzung standen der neue Bauhof und die gegenüberliegende Waldspitze am Waldegg als potenzielle Standorte zur Diskussion. Bürgermeister Kerler betonte, dass die Staatsforsten dem Standort zustimmen würden, allerdings rücke der Sendemast dann näher an die Wohnbebauung heran. Ob dieser Standort geeignet ist, wird derzeit vom Mobilfunkbetreiber geprüft. Laut Kerler könnte das Thema dann für den Marktrat schon erledigt sein. „Staatsforsten und Mobilfunkbetreiber machen das dann unter sich aus.“

Konrad Lichtenauer (Grüne) betonte, dass der Standort zu nahe an der Wohnsiedlung liege. CSU-Rat Rüdiger Rieß plädierte für einen Standort an der Wasserversorgung. Ein Vorteil wäre, dass der Abstand zur Wohnbebauung größer ist. Im Raum stand auch die Frage, ob die genannten Standorte künftig auch für eine 5G-Netzabdeckung des Ortsgebiets ausreichen. Marktrat Matthias Manske (Freie Wähler) erläuterte, dass es keine Langzeitstudien zu Gesundheitsbelastungen durch 5G gibt. „5G wird uns ereilen, wie alle anderen auch“, meinte Bürgermeister Kerler dazu. Die Digitalisierung werde kommen und Gewerbebetriebe und Bürger werden darauf angewiesen sein. SPD-Markträtin Judith Schön forderte, dass man sich näher mit der 5G-Technologie und den potenziellen Gesundheitsgefahren auseinandersetzen muss.

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Anfrage für den Ortsteil Zell

Im Bereich des Ortsteils Zell liegt ebenfalls die Anfrage eines Netzbetreibers für die Errichtung eines Mobilfunkmasts vor. Ein gemeindliches Grundstück im Bereich der Sportanlagen wäre in Zell als Funkmaststandort geeignet. Allerdings besteht laut Bürgermeister Kerler auch da die Sorge, dass der Standort zu nah am Siedlungsbereich liegt. Als Alternative wäre ein Standort im Gewerbegebiet zwischen Zell und Grönenbach möglich. Dort gibt es laut Bürgermeister ein bewaldetes Gemeindegrundstück. Zudem könnte der Mobilfunkmast im Bereich des Sägewerks Engel aufgestellt werden.

Ein Vorteil wäre es laut Konrad Lichtenauer, dass am Sägewerk die Infrastruktur schon vorhanden wäre. Jürgen Höret (FW) gab zu bedenken, dass von den potenziellen Standorten im Bereich des Bauhofs und auch im Bereich des Sägewerks Engel die Ortsansicht des Hohen Schlosses deutlich beeinträchtigt beziehungsweise verschandelt wird. Bernhard Kerler bekräftigte, dass man die Mobilfunkbetreiber nun schon seit über einem Jahr hinhalte und man nun endlich mal zum Schluss kommen muss. Die Rätegemeinschaft sprach sich mehrheitlich dafür aus, dass nun mehrere Standorte auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden sollen.