Ukraine-Krieg

Awo-Heim in Memmingen vorübergehend zu: 80 Flüchtlinge aus Ukraine könnten einziehen

In die Gebäude des Awo-Seniorenheims an der Badgasse in Memmingen, die vorübergehend leerstehen, könnten bald bis zu 80 Flüchtlinge aus der Ukraine unterkommen. Auf dem kleinen Bild Brigitte Protschka, Präsidentin der Awo Schwaben.

In die Gebäude des Awo-Seniorenheims an der Badgasse in Memmingen, die vorübergehend leerstehen, könnten bald bis zu 80 Flüchtlinge aus der Ukraine unterkommen. Auf dem kleinen Bild Brigitte Protschka, Präsidentin der Awo Schwaben.

Bild: Andreas Berger/Privat

In die Gebäude des Awo-Seniorenheims an der Badgasse in Memmingen, die vorübergehend leerstehen, könnten bald bis zu 80 Flüchtlinge aus der Ukraine unterkommen. Auf dem kleinen Bild Brigitte Protschka, Präsidentin der Awo Schwaben.

Bild: Andreas Berger/Privat

Wegen Personalmangel steht das Seniorenheim an der Badgasse in Memmingen vorübergehend leer. Dort könnten nun bis zu 80 Flüchtlinge aus der Ukraine unterkommen.
04.03.2022 | Stand: 16:24 Uhr

Das Seniorenheim der Arbeiter-Wohlfahrt an der Badgasse in Memmingen steht seit einigen Tagen leer. Wegen Personalmangels mussten die 21 Bewohner vorübergehend in das Awo-Heim Am Hühnerberg verlegt werden. Doch in Kürze könnten die Räume wieder bewohnt werden: von Flüchtlingen aus der Ukraine. Der Krisenstab der Stadt, der unter anderem Hilfe für Flüchtlinge koordiniert, hat bei der Awo Schwaben angefragt, ob an der Badgasse bis zu 80 Menschen untergebracht werden könnten. Die Antwort: Ja.

„Wir finden die Idee gut“, sagt Brigitte Protschka, Präsidentin der Awo Schwaben, auf Anfrage unserer Redaktion. Zwar müssten noch einige Fragen geklärt werden. Beispielsweise, ob der Versorgungsvertrag geändert werden kann. Solche Versorgungsverträge bestehen zwischen Kranken- und Pflegekassen auf der einen und Trägern von Seniorenheimen auf der anderen Seite. Das war vor Kurzem schon einmal nötig, nämlich als klar war, dass die Bewohner vorübergehend an den Hühnerberg verlegt werden müssen. Vereinbart wurde darin, dass das Heim an der Badgasse ab 1. Juli 2022 wieder von den Senioren bezogen werden soll – wenn es die personelle Situation zulässt. Nun müsste der Versorgungsvertrag noch einmal geändert werden, damit die Flüchtlinge nicht bis zum 30. Juni ausziehen müssen. Für die Einrichtung am Hühnerberg sei es kein Problem, wenn die 21 zusätzlichen Bewohner noch länger dort blieben. Es gebe genug Platz, es seien sogar immer noch Plätze frei.

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Erst handeln, dann aufs Geld schauen

„Wir wünschen uns, dass es schnell und unbürokratisch geklärt wird“, sagt Brigitte Protschka. Denn in einer solch akuten Situation müsse gehandelt werden. So sei auch die Frage, ob die Stadt für die Nutzung des Seniorenheims an der Badgasse an die Awo Miete zahlen würde, noch nicht geklärt. Bevor aufs Geld geschaut werde, sei erst mal die schnelle Hilfe wichtig. Der Rest könne später immer noch vereinbart werden. Jetzt gelte es, Menschen in Sicherheit und gut unterzubringen.

Erste Flüchtlinge schon in Memmingen

Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sind bereits in Memmingen angekommen. Darunter sind nach Auskunft der Stadt viele Mütter mit Kindern. Der Krisenstab der Stadt arbeite an der Koordination von Hilfsleistungen. Am Samstag etwa werde in der Turnhalle der Johann-Bierwirth-Schule eine Notunterkunft für etwa 100 Personen eingerichtet. Zudem würden Gemeinschaftsunterkünfte für Familien und dezentrale Unterkünfte vorbereitet. Auf den Aufruf der Stadt, privaten Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen, hätten sich viele gemeldet. Das Koordinierungsteam habe schon mehr als 40 Privatquartiere auf seiner Liste. Da aber die Entwicklung der Lage in der Ukraine nicht abschätzbar sei, seien weitere Privatquartiere nötig.

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