Versorgung

Ungerhausen darf Trinkwasser-Leitung nach Hawangen legen

Die Gemeinde Ungerhausen will ihren Trinkwasserbrunnen stillegen und das Wasser künftig über die Woringer Gruppe beziehen. Dafür ist ein Anschluss an die Ringleitung in Hawangen notwendig.

Die Gemeinde Ungerhausen will ihren Trinkwasserbrunnen stillegen und das Wasser künftig über die Woringer Gruppe beziehen. Dafür ist ein Anschluss an die Ringleitung in Hawangen notwendig.

Bild: Franz Kustermann

Die Gemeinde Ungerhausen will ihren Trinkwasserbrunnen stillegen und das Wasser künftig über die Woringer Gruppe beziehen. Dafür ist ein Anschluss an die Ringleitung in Hawangen notwendig.

Bild: Franz Kustermann

Die Gemeinde Ungerhausen will wegen schwankender Schadstoffwerte künftig ihr Wasser von der Woringer Gruppe beziehen. Dafür geben die Hawanger Räte grünes Licht. In welcher Frage nun noch Klärungsbedarf besteht.
26.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Die Gemeinde Ungerhausen will künftig ihr Trinkwasser von der Woringer Gruppe beziehen. Dazu benötigt sie eine Leitung von der Nachbargemeinde Hawangen, die zu ihrem Hochbehälter führt. Eine Genehmigung für den Bau einer 20 Zentimeter starken und insgesamt 1,3 Millionen Euro teuren „Hochbehälter-Befüll-Leitung“ haben die Ungerhauser nun von den Hawanger Räten erhalten, die sich kürzlich in ihrer Sitzung einhellig für diese Maßnahme ausgesprochen hatten.

Schadstoffe aus Löschschaum

Wie berichtet, wurde im Trinkwasser der Gemeinde eine PFT-Belastung (Perfluorierte Tenside) festgestellt, die wohl von einem Löschteich auf dem benachbarten Fliegerhorstgelände stammt. Dieses Wasser wolle man den Bürgern nicht weiter zumuten, wie Ungerhausens Rathauschef Josef Fickler in der Sitzung betonte. Die Belastung aus dem Löschschaum bewege sich zwar unterhalb des Schwellenwerts, reichere sich jedoch im Körper der Menschen an, so Fickler. Mit einem Kohlefilter könnte man den Stoff, der als krebserregend gilt, zwar herausfiltern, doch würden hierbei auch alle lebensnotwendigen Mineralien mit entfernt: Das Wasser wäre dann laut dem Bürgermeister „tot“. Zudem würde ein solcher Filter die Kommune zwischen 700 000 und 800 000 Euro kosten. Wie der Ungerhauser Gemeindechef weiter berichtete, will die Gemeinde deshalb ihren Brunnen stilllegen und das Trinkwasser künftig von der Woringer Gruppe beziehen; mit dem Anschluss an eine Ringleitung in Hawangen.

Frist bis Ende 2021

Aufgrund der zu erwartenden Förderung müsse das Projekt bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Die kürzeste Trasse führe über den Agensteinweg bis an den sogenannten Flugplatzweg, über den ehemaligen Bahndamm und die Waldsiedlung hin zum Hochbehälter. Aufgrund des natürlichen Gefälles könne die gesamte Leitung ohne Pumpe betrieben werden. Die genutzten Feldwege werde Ungerhausen auf eigene Kosten „besser herrichten als im jetzigen Zustand“, versprach Fickler: Sie sollen auf drei Meter Breite neu aufgekiest werden.

Laut Planer Gerold Blumrich soll die Leitung 5,4 Kilometer lang werden. Zwei mögliche Varianten der Trassenführung stünden zur Verfügung: Die Leitung könnte über den Mittleren Weg, also den ersten westlichen Feldweg nach dem Ortsausgang in Richtung Memmingerberg und den Schleichweg verlegt werden. Die kostengünstigere Variante wäre aber die von Ungerhausen favorisierte Lösung über den Agensteinweg.

Parallel mitverlegt

Parallel zu der Wasserleitung soll im selben Rohrgraben auch die von der Firma e-con AG geplante Biogasleitung von Biogasbetreiber Anton Bitzer bis zum Flughafen (wir berichteten) auf gleicher Sohlentiefe gleich mitverlegt werden. Ungerhausen und die e-con AG würden sich in diesem Teilstück die Kosten teilen. Nach der Maisernte will Fickler mit dem Bau beginnen, weil es so keine großen Flurschäden gebe.

Wie Blumrich weiter berichtete, wäre eine Verlegung ausschließlich auf der grünen Wiese eventuell schneller möglich. Die Leitung müsste in diesem Fall aber rund 200 Meter länger sein, was Mehrkosten für Straßenbau (33 000 Euro) und die Wasserleitung (40 000 Euro) mit sich bringen würde. Laut Fickler könnte es zudem durchaus sein, dass die Mehrkosten durch eine verlängerte Trassenführung von der Förderung ausgeschlossen wären.

Zum Schluss der ausgiebigen Diskussion fasste das Hawanger Gremium den einstimmigen Grundsatzbeschluss, dass Ungerhausen in den öffentlichen Feldwegen von Hawangen seine Wasserleitung verlegen darf. Die Festlegung des Trassenverlaufes (aus den zwei vorgestellten Möglichkeiten) im südlichen Bauabschnitt soll Hawangens Bürgermeister Ulrich Ommer vornehmen.