Wallenstein in Memmingen

Wallenstein in Memmingen: Das ist bei den Festspielen geboten

Bei Wallenstein 2022 wird es wieder Reiterspiele geben.

Bei Wallenstein 2022 wird es wieder Reiterspiele geben.

Bild: Schraut (Archivbild)

Bei Wallenstein 2022 wird es wieder Reiterspiele geben.

Bild: Schraut (Archivbild)

Die Stadt Memmingen taucht ab dem 24. Juli in das Jahr 1630 ein. Der Fischertagsverein erklärt Neuerungen bei Spielen, Lagerleben und Preisen.
22.04.2022 | Stand: 12:44 Uhr

Zurückversetzt in das Jahr 1630. Zurückversetzt in die hiesige Geschichte. Zweimal mussten die Wallenstein-Festspiele wegen der Corona-Pandemie verschoben werden, nun ist das Großereignis in Memmingen vom 24. bis 31. Juli geplant.

Das Motto: „Wallenstein 1630 in Memmingen – Bürger der Stadt spielen ihre Geschichte“. Damals nahm der bekannte Feldherr Wallenstein mit seinen kaiserlichen Truppen in der Reichsstadt sein Quartier. Was ist in dieser Woche geplant? Ein Überblick:

  • Festzüge und Veranstaltungen: Der Sonntag, 24. Juli, startet mit dem Festumzug. Für die Vorgruppen geht es um 13.30 Uhr los, um 14 Uhr reiht sich der klassische Festzug ein. Eine Matinee wird es nicht geben.

Die Schirmherrschaft hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) übernommen. Wann genau er in Memmingen eintreffen wird, muss noch abgestimmt werden. In der Woche finden dann Lagerspiele, das Lagerleben, Reiterspiele sowie Theater und der Tanz auf dem Kopfstein mit einem Fackelzug statt. Ergänzend dazu wird es eine Woche lang den historischen Markt geben. Die Händler sollen am Europaplatz, vor der Martinskirche sowie der Frauenkirche Waren feilbieten. Von Freitag, 29. Juli, bis Sonntag, 31. Juli, wird es zudem den Handwerkermarkt am Zollergarten sowie „Am Einlaß“ geben.

  • Festschrift, Informationsmaterial und Kinofilm: „Es wird eine Festschrift geben, aber aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit wird sich diese auf das Wesentliche beschränken“, so Michael Ruppert, der Vorsitzende des ausrichtenden Fischertagsvereins. Orientierung sollen Faltpläne geben, um wesentliche Informationen zum Beispiel über Lagerstätte, Parkplätze und Aktionen handlich parat zu haben. Hinzu kommen Flyer, Plakate und Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken.

    Film über Wallenstein-Festspiele soll im Kino gezeigt werden

    In Arbeit ist ein Film, der im kommenden Jahr im Kino ausgestrahlt werden soll. Interviews mit Zeitzeugen, Bild- und Videomaterial von früheren Wallenstein-Spielen, Hintergründe zur Organisation im Vor- und Nachgang: Es sei wichtig, diese Einblicke festzuhalten.
  • Preise: Aufgrund gestiegener Unkosten erhöhen sich die Eintrittspreise. Ein Erwachsenen-Ticket kostet pro Veranstaltung anstelle der 19 Euro dann 25 Euro. Beim Einzug variieren die Ticketkosten je nach Kategorie: Stehplätze soll es ab 10 Euro geben.

    Ticketpreise für Kinder bleiben konstant

    „Die Ticketpreise für Kinder bis zum 14. Lebensjahr haben wir bewusst bei 9 Euro belassen, um Familien nicht überzustrapazieren“, zeigt Ruppert auf. Noch etwas wird sich ändern: Der Zutritt zu den Lagerstätten wird kostenlos sein. Bei gut 55 Zugängen sei es stets ein logistischer Aufwand gewesen. Heuer das Signal: „Wir wollen ermöglichen, dass jeder jeden Abend zu uns kommen kann, ohne Eintritt für die Lagerstätten zu zahlen“, erklärt Ruppert die Idee dahinter.

Der Ticketvorverkauf für Umzüge und Spiele beginnt am 22. April. Karten gibt es online, in der Tourist-Info sowie bei unserer Zeitung in Memmingen und Kempten.

  • Besucherzahlen: Bei den Besucherzahlen geht der Fischertagsverein derzeit noch auf Nummer sicher und bietet vorerst 75 Prozent der Tickets an. Je nach Corona-Lage, dem behördlichen Einverständnis und dem derzeit zu erstellenden Sicherheitskonzept könnte noch auf 100 Prozent aufgestockt werden. Unterm Strich würden 2022 wieder an die 200.000 Besucher in der Wallenstein-Woche erwartet.

    26 Gruppen sind beim Festzug in Memmingen dabei

    Insgesamt wird von über 4000 Mitwirkenden ausgegangen. Beim Festzug laufen 26 Gruppen mit, die sich aus zehn Soldatengruppen, Tross und zwölf Festspielgruppen zusammensetzen. Die Wallenstein-Spiele sollen künftig weiter im Vierjahresrhythmus stattfinden – also dann wieder in den Jahren 2026 und 2030.
  • Professionalisierung: Veränderungen wird es bei den Spielen geben, die professioneller aufgestellt werden. Bei den Reiterspielen tritt beispielsweise das Horse-Stunt-Team „Arturius“ in Aktion. Bei den Lagerspielen ist der Mitmachzirkus „Manegentraum“ dabei. „Reiter und Gaukler aus unserem Verein werden von diesen eingebunden. Das ist eine Entwicklung bei den Spielstätten“, so der Vorsitzende des Fischertagsvereins.
  • Geschichte und Gegenwart: Im Verein habe man intensiv darüber diskutiert, ob die Zeitreise in eine kriegerische Epoche angesichts des Ukraine-Kriegs abgesagt werden sollte. „Es ist eine tragische Situation. Das empfinden wir alle gleich“, sagt Michael Ruppert und ergänzt: „Wir sind uns aber einig, dass wir ein Bürgerfest machen. Auf Gefechtsdarstellungen wird verzichtet.“

    Ukrainische Flüchtlinge einladen

    Zwei Jahre hätte der Verein nicht agieren können. Gemeinsam werde die Situation beobachtet – um entsprechend sensibel damit umzugehen. Zudem soll versucht werden, in Memmingen angekommene ukrainische Flüchtlinge einzuladen, um somit Abwechslung und Ansprache zu bieten.
  • Der Wallenstein-Darsteller: Robert Junger wird den Wallenstein spielen. „Er ist jetzt seit zwei Jahren sozusagen auf Stand-by.“ Der Finanzbeamte gehört der Gruppe der Pikeniere an, ist Stadtbachfischer.

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