Tanz, Artistik und Zauberei

Gaukler und Akrobaten ziehen die Zuschauer bei den Wallenstein-Lagerspielen in ihren Bann

Heiß her geht's bei den Künstlern des Zirkus’ „Manegentraum“, die während der Wallenstein-Woche in Memmingen allabendlich das Publikum bei den Lagerspielen unterhalten.

Heiß her geht's bei den Künstlern des Zirkus’ „Manegentraum“, die während der Wallenstein-Woche in Memmingen allabendlich das Publikum bei den Lagerspielen unterhalten.

Bild: Felix Ebert

Heiß her geht's bei den Künstlern des Zirkus’ „Manegentraum“, die während der Wallenstein-Woche in Memmingen allabendlich das Publikum bei den Lagerspielen unterhalten.

Bild: Felix Ebert

Lagerspiele bei Wallenstein 2022: Gaukler, Akrobaten und Feuerspucker zeigen bei der historischen Woche in Memmingen ihr Können.
26.07.2022 | Stand: 16:25 Uhr

Die Zuschauer haben auf der Tribüne Platz genommen. Die Künstler stehen bereit. Es ist 20.15 Uhr. Auf die Minute genau geht es los – allerdings nicht mit dem ersten Auftritt, sondern mit einem ordentlichen Guss von oben. Die Besucher der Lagerspiele bei Wallenstein 2022 in Memmingen packen rasch die am Eingang zum Grimmelgarten ausgegebenen Regencapes aus und schlüpfen hinein. Das fängt ja gut an. Aber Petrus hat ein Einsehen und stellt den Regen nach etwa 15 Minuten wieder ab. Dann geht es richtig los – mit Tanz, Artistik und Zauberei.

Bei Wallenstein 2022 in Memmingen ins Jahr 1630 eintauchen

Musikalisch begleitet wird der bunte Reigen von der Gruppe „Des Geyers schwarzer Haufen“, die mit historischen Instrumenten den Ton von Wallensteins Zeit treffen und so für die richtige Stimmung sorgen, um ins Jahr 1630 einzutauchen. Durchs Programm führt Stefan Pillokat alias „Sauerkraut“, der mit heiteren und zum Teil recht frechen Sprüchen das Publikum direkt anspricht und bei einem Zaubertrick sogar mit einbindet.

Zum Auftakt der Spiele zeigen junge Frauen der Memminger Tanzschule von Uschi Buhmann in goldglänzenden Kostümen einen orientalischen Moriskentanz mit schnellen Drehungen und grazilen Sprüngen.

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Danach gehört die Bühne an der Stadtmauer den jugendlichen und erwachsenen Artisten des Zirkus’ „Manegentraum“, die der veranstaltende Fischertagsverein eigens für die Wallenstein-Lagerspiele engagiert hat. Sie zeigen typische Darbietungen, die in einem historischen Zirkus – und wohl auch in Wallensteins Lagern – einst zu sehen waren.

So balanciert etwa ein kräftiger Kerl allerlei Gegenstände auf seinem Kinn: Neben Stühlen, Tischen, Hämmern und einem Schwert – setzt er zum Schluss sogar ein schweres hölzernes Wagenrad auf sein markantes Kinn. Das Publikum johlt und spendet ausgiebig „Handgeklapper“, wie Zeremonienmeister „Sauerkraut“ einen tosenden Applaus zu nennen pflegt.

Mutige Soldaten beim Messerwerfen bei den Wallenstein-Lagerspielen

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Die Zirkusakrobatinnen und -akrobaten haben aber noch einiges mehr zu bieten, um Jung und Alt auf der Tribüne in ihren Bann zu ziehen. Dazu gehören etwa eine Drahtseilnummer, ein rasanter Tanz mit kleinen und großen Reifen sowie Jonglage mit Bällen, Kegeln und Messern – die bisweilen sogar brennen.

Heiß her geht’s auch beim Messerwerfen und Peitschenschwingen – wobei jeweils ein todesmutiger Soldat von Wallensteins Truppen an die Messerwand gestellt wird beziehungsweise ein Blatt Papier so hochhalten muss, dass es mit einer Peitsche in immer kleinere Stücke zerteilt werden kann. Dabei zeigen die Wallensteiner nicht nur Mut, sondern auch eine gehörige Portion Humor.

Menschliche Pyramiden bei Wallenstein 2022 in Memmingen

Mit lustigen Einlagen sind auch die spektakulären Auftritte der Wallenstein-Gaukler gespickt, die sich aus Turnerinnen und Turnern des TV Memmingen zusammensetzen. Der erste Auftritt der Festgruppe gehört den Jüngeren. Sie zeigen eine schwungvolle Nummer mit zahlreichen Hebefiguren, Überschlägen und Pyramiden. Dafür ernten sie ebenso begeistertes „Hangeklapper“ wie die etwas älteren Gaukler, die am Ende ihres Auftritts eine mehr als waghalsige Pyramide aus mehreren Stühlen, Tischen und Menschen formen.

Das Publikum ist restlos begeistert. So verlassen die Besucher den Grimmelgarten mit heiteren Mienen. Und Petrus hat’s offensichtlich auch gefallen. Denn er öffnet erst wieder die Schleusen des Himmels, als die Lagerspiele vorbei sind.

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