Neue Nutzung

Was wird aus der alten Volksbank-Filiale in Heimertingen?

Die derzeitigen Geschäftsräume der VR-Bank Memmingen sollen künftig für gemeindliche Zwecke genutzt werden. Der Umzug der VR-Bank in die neuen Geschäftsräume an der Memminger Straße verzögert sich allerdings.

Die derzeitigen Geschäftsräume der VR-Bank Memmingen sollen künftig für gemeindliche Zwecke genutzt werden. Der Umzug der VR-Bank in die neuen Geschäftsräume an der Memminger Straße verzögert sich allerdings.

Bild: Armin Schmid (Archiv)

Die derzeitigen Geschäftsräume der VR-Bank Memmingen sollen künftig für gemeindliche Zwecke genutzt werden. Der Umzug der VR-Bank in die neuen Geschäftsräume an der Memminger Straße verzögert sich allerdings.

Bild: Armin Schmid (Archiv)

In Räumen in der Dorfmitte könnten künftig Gemeinderats- und Vereinstermine stattfinden. Auch die Kita ist im Gespräch. Der Bank-Auszug verzögert sich jedoch.
14.02.2021 | Stand: 14:41 Uhr

Wie geht es weiter mit den Räumen der bisherigen Geschäftsstelle der VR-Bank Memmingen an der Ulmer Straße in Heimertingen? Darüber sprachen die Mitglieder des Gemeinderats nun in ihrer Sitzung. Das Ergebnis: Die Gemeinde, der die Räume gehören, will diese künftig nicht weiter vermieten, sondern selbst nutzen. Zunächst kommt es jedoch zu Verzögerungen.

Bürgermeister Josef Wechsel informierte das Gremium, dass der Umzug von der alten in die nur unweit entfernt liegende, neue Geschäftsstelle der VR-Bank nicht wie geplant vonstatten gegangen ist. In der neuen Geschäftsstelle gebe es Probleme mit der Datenleitung. Die Übertragung sei nicht stabil und breche immer wieder zusammen. Deshalb sei die neue Filiale noch nicht geöffnet. Eigentlich war die Inbetriebnahme schon vor mehreren Wochen geplant.

Der weitere Zeitplan sieht nun vor, dass die VR-Bank Memmingen bis Ende März aus den bisherigen Geschäftsräumen auszieht. Falls die Internetprobleme bis dahin nicht behoben sind, kann es sich laut Wechsel auch bis Juni hinziehen, bis die Räumlichkeiten letztlich für eine Nachnutzung zur Verfügung stehen. „Wir hoffen nicht, dass es soweit kommt, müssen aber damit rechnen.“

Gemeinderat Peter Rothdach berichtete, dass man im Hinblick auf eine vernünftige Rückabwicklung bereits die Inneneinrichtung der Bankfiliale in Augenschein genommen habe. Ziel sei es, dabei mit möglichst wenig Eingriffen in die Bausubstanz eine neue Nutzung zu etablieren.

"Nicht weiter vermieten"

Zweiter Bürgermeister Dr. Wolfgang Wohlleb sprach sich gegen eine weitere Vermietung der Räume durch die Kommune aus. Er meinte, dass man in der Räumlichkeit künftig einen Sitzungssaal für den Gemeinderat und einen Multifunktionsraum integrieren sollte. Toiletten und eine kleine Küche seien auch bereits vorhanden.

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Wer folgt auf die VR-Bank?

Man habe jetzt die Chance, einen etwa 160 Quadratmeter großen Saal günstig zu bekommen. Im jetzigen Sitzungssaal im Obergeschoss des Rathauses schließe man Menschen mit Handicap wegen der fehlenden Barrierefreiheit weitestgehend aus. Im derzeitigen Sitzungssaal werde es mit 20 Zuhörern schon eng, bestätigte Peter Rothdach. Ein Sitzungssaal in den ehemaligen Bankräumen wäre nahezu doppelt so groß und würde mehr so Platz für Sitzungsbesucher schaffen.

Nur Gemeinderatssitzungen im dreiwöchigen Turnus in den Räumen abzuhalten, sei zu wenig, sagte Christoph Wagner. Schon im Hinblick auf die Betriebskosten sei mehr Nutzung wünschenswert. Ratsmitglied Christian Mayer griff nochmals das Thema Barrierefreiheit auf. Da sei die Situation im Bereich der neuen Räumlichkeiten auch nicht optimal, fand er. Auch dort müsste man nachbessern.

Eine Nutzung als Sitzungssaal der Gemeinde favorisierte auch der Bürgermeister. Wechsel erinnerte daran, dass man das Rathaus während der nächsten Legislaturperiode sanieren müsse. Mit den frei werdenden Räumen in der Bankfiliale hätte man in gewissem Umfang bereits entsprechende Ausweichmöglichkeit. Er sei deshalb der Meinung, dass die Kommune auf die 50 000 Euro Miete innerhalb von fünf Jahren verzichten sollte.

Es gibt schon Anfragen bei der Gemeinde

Zudem benötige ein Gewerbetreibender bei einer Weitervermietung eine langfristige Perspektive. Eine kurzfristige Vermietung bringe da nicht viel, sagte Wechsel. Anfragen für die Räume sind bei der Gemeinde aber bereits eingegangen: „Die liegen derzeit auf Eis“, sagte Wechsel. Es handle sich um drei Anfragen aus dem medizinischen, gesundheitlichen und kosmetischen Bereich.

Eine Option wäre auch eine Nutzung im Kindergartenbereich. Demnach könnte es aufgrund steigender Kinderzahlen ab Ende 2022 zu Engpässen in der Kita kommen. Laut Wechsel wäre dann die übergangsweise Unterbringung einer Kindergartengruppe im Frauenbundraum im Rathaus denkbar. Der Frauenbund wiederum könnte dann übergangsweise den neuen Sitzungssaal mitnutzen. Der Bürgermeister kann sich vorstellen, dass mehrere Vereine die jetzigen Bankräume für Generalversammlungen und kleinere Vereinszusammenkünfte nutzen können. In erster Linie solle es aber ein Sitzungssaal bleiben. Bei einer Vereinsnutzung müsse man aber festlegen wer die Schlüsselgewalt hat, sagte Mayer.

Ratsmitglied Martin Baader gab zu Bedenken, dass man nicht vergessen dürfe, dass die Musikkapelle im gleichen Gebäude untergebracht ist. Bei Musikproben könne es laut werden – was zu Konflikten mit anderen möglichen Veranstaltungen führen könnte. Wechsel entgegnete, dass man Nutzungskonflikte durch Absprachen verhindern kann. Das Gremium stimmte schließlich mehrheitlich dafür, die frei werdenden Bankräumlichkeiten künftig für gemeindliche Zwecke zu nutzen.