Klimawandel

Wie Bad Grönenbach beim Klimaschutz ein Vorbild bleiben will

Am Bahnhof in Bad Grönenbach soll eine Abstellanlage für Fahrräder entstehen: Das ist ein Punkt in einem Arbeitsprogramm, mit dem sich Bad Grönenbach für Klimaschutz einsetzen will. Die Umsetzung muss allerdings warten, bis die Deutsche Bahn die barrierefreie Umgestaltung in Angriff nimmt.

Am Bahnhof in Bad Grönenbach soll eine Abstellanlage für Fahrräder entstehen: Das ist ein Punkt in einem Arbeitsprogramm, mit dem sich Bad Grönenbach für Klimaschutz einsetzen will. Die Umsetzung muss allerdings warten, bis die Deutsche Bahn die barrierefreie Umgestaltung in Angriff nimmt.

Bild: Franz Kustermann (Archivfoto)

Am Bahnhof in Bad Grönenbach soll eine Abstellanlage für Fahrräder entstehen: Das ist ein Punkt in einem Arbeitsprogramm, mit dem sich Bad Grönenbach für Klimaschutz einsetzen will. Die Umsetzung muss allerdings warten, bis die Deutsche Bahn die barrierefreie Umgestaltung in Angriff nimmt.

Bild: Franz Kustermann (Archivfoto)

Der Titel „Europäische Energiekommune“ will verdient sein. Wie der Ort Treibhausgas-Emissionen weiter reduzieren und erneuerbare Energien voranbringen will.
05.05.2022 | Stand: 15:10 Uhr

Seit dem Jahr 2010 darf sich die Marktgemeinde Bad Grönenbach „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ nennen. Damit das so bleibt, muss sie bei der Teilnahme am „European Energy Award“ (EEA) weiterhin ihre Hausaufgaben machen: In diesem Jahr steht die vierte Zertifizierung für die Kommune an. Einem „energiepolitischen Arbeitsprogramm 2022“ hat bei der jüngsten Sitzung der Gemeinderat grundsätzlich zugestimmt.

Energieberaterin Heidi Schön vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu eza leitet auch das Energieteam der Gemeinde. Sie gab einen Überblick über bisher Erreichtes sowie die Projekte, die angepackt werden sollen.

  • Als Ziel wird die Treibhausgasneutralität bis 2040 angestrebt. Den Weg soll der Marktgemeinde ein neues Klimaschutzkonzept weisen. Das erste wurde laut Heidi Schön vor zehn Jahren erstellt und ist inzwischen überholt. Um ein solches Konzept in Auftrag zu geben, ist als erster Schritt ein Beschluss des Gemeinderats nötig. In der Finanzplanung der Kommune für das kommende Jahr sei das Vorhaben bereits berücksichtigt. Von 2012 bis 2015 – eine Auswertung für die Folgejahre steht noch aus – hat Bad Grönenbach laut Schön bei den Treibhausgasemissionen eine Einsparung von weniger als einem Prozent pro Jahr erreicht: Um die Ziele zu erreichen, seien vier Prozent nötig.

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  • Dementsprechend beinhaltet das Arbeitsprogramm viele weitere Ansätze: etwa die Einführung des Flexibusses in der Marktgemeinde, die sich Schön zufolge bisher verzögert hat. Bürgermeister Bernhard Kerler hat sich hierzu nach eigenen Worten mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt. Demnach solle die Anbindung vielleicht nicht mehr im laufenden Jahr, aber doch in absehbarer Zeit erfolgen, sagte Kerler: Details könne er noch nicht nennen.
  • Ein weiterer Punkt ist eine Gebäudeleitlinie, die hohe energetische Standards bei Neubauten und Sanierungen kommunaler Gebäude festlegt. Auch hier steht ein Beschluss durch den Gemeinderat noch aus.
  • Die Wärmeversorgung kommunaler Gebäude soll ab 2030 auf Basis erneuerbarer Energieträger funktionieren. Bislang machen Erdgas und Heizöl laut Schön noch rund 87 beziehungsweise fünf Prozent aus, der Anteil von Strom und Solarthermie liegt bei knapp acht Prozent.

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  • „Beim Strom sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte Schön: So sind viele Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden entstanden. Rechnerisch decken sie ihr zufolge etwa 65 Prozent des Stromverbrauchs durch kommunale Gebäude und Straßenbeleuchtung ab. Jüngst erhielt die Gemeinde für die Installation einer PV-Anlage zur Eigennutzung in der Kita Johanni-Knirpse im Zuge der Klimaschutzprämie 2021 der Lechwerke AG eine Förderung von knapp 1600 Euro.

Studie soll zeigen: Wie wirkt sich der Klimawandel konkret vor Ort aus?

  • Eine Studie zu Folgen des Klimawandels soll laut Schön die Fragen beleuchten: „Wie ist Bad Grönenbach davon betroffen und welche Maßnahmen können getroffen werden, um das im Griff zu behalten?“ Am 1. Juni finde zunächst ein Workshop mit verschiedenen Akteuren statt.

Abstellanlage für Fahrräder am Bahnhof: Warten auf die Deutsche Bahn

  • Als „Sorgenkind“ bezeichnete die Leiterin des Energieteams die geplante Fahrrad-Abstellanlage am Bahnhof. Förderzusagen liegen bereits vor, jedoch sei die Umsetzung frühestens 2024 möglich, wenn die Deutsche Bahn den Bahnhof barrierefrei umgestaltet. Kerler rief zu Geduld auf. Eine Anlage zu schaffen, die dann wegen des Umbaus wieder abgerissen wird, sei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gegenüber nicht zu vermitteln.

Dem Gesamtpaket, das viele weitere Maßnahmen enthält, stimmte der Gemeinderat grundsätzlich zu. Über die Umsetzung einzelner Projekte entscheidet er gesondert.

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