Wirtschaft im Lockdown

Wie hart trifft Corona Unternehmen im Unterallgäu?

Das Landratsamt startete nun eine Befragung von 1300 Firmen im Landkreises, um herauszufinden, wie diesen nach der Pandemie geholfen werden kann.

Das Landratsamt startete nun eine Befragung von 1300 Firmen im Landkreises, um herauszufinden, wie diesen nach der Pandemie geholfen werden kann.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Das Landratsamt startete nun eine Befragung von 1300 Firmen im Landkreises, um herauszufinden, wie diesen nach der Pandemie geholfen werden kann.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Landratsamt startet Befragung von 1300 Firmen in der Region. Landrat Alex Eder will so herausfinden, wie die Wirtschaft „optimal aus der Krise starten kann".
12.02.2021 | Stand: 12:24 Uhr

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Unterallgäuer Betriebe aus? Welche Anpassungsstrategien haben die Unternehmen entwickelt? Haben sich durch die Pandemie Anforderungen an den Standort verändert? Diese und andere Fragen möchte die Wirtschaftsförderung am Landratsamt Unterallgäu nun beantworten – und startet deshalb eine groß angelegte Befragung von Firmen in der Region.

Die Aktion wurde bereits im Herbst angekündigt. Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung mitteilt, sollen so die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft im Unterallgäu konkret ermittelt und ein aktuelles Bild der wirtschaftlichen Lage erhalten werden. Ende des Monats will die Behörde dafür etwa 1300 Betriebe anschreiben. Landrat Alex Eder ermuntert die Unternehmer, sich an der Befragung zu beteiligen: „Nur so können wir herausfinden, was wir als Landkreis tun können, um unsere Betriebe in der Krise zu unterstützen. Und wir wollen herausfinden, was nötig ist, damit unsere Wirtschaft wieder optimal aus der Krise heraus starten kann.“

Landrat führt Online-Kofnerenzen mit Wirtschaft und Handwerkern

Einen Überblick über die aktuelle Stimmungslage hat sich Eder zusammen mit Michael Stoiber, Wirtschaftsförderer am Landratsamt, bereits bei zwei Online-Konferenzen verschafft. Am ersten Termin nahmen Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Unterallgäu, Enrico Karrer, Kreishandwerksmeister und Obermeister der Friseur-Innung, und weitere Vertreter der verschiedenen Innungen teil.

Dabei ist laut Landratsamt deutlich geworden: Die Corona-Pandemie trifft die Branchen unterschiedlich hart. Firmen im Baubereich spüren noch kaum Auswirkungen, befürchten aber einen Auftragsrückgang in der Zukunft. Metzgereien fehlen Einnahmen durch Partyservice und Mittagstisch, auf die Stammkunden hingegen sei Verlass. Bei den Friseuren sei die Stimmungslage desaströs. Zumindest diese Branche darf in Bayern nun ab März wieder öffnen.

IHK: Auftragslage der Betriebe ist nicht gut

Beim Austausch mit Unternehmern aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) machten Markus Anselment, Regionalgeschäftsführer der IHK, und Andrea-Thoma-Böck, IHK-Regionalvorsitzende, deutlich: Bei den produzierenden Betrieben sei die Auftragslage noch gut. Existenziell bedroht seien Branchen wie der Einzelhandel, Reisegewerbe und die Gastronomie. Aus dem Hotel- und Gaststättenbereich sei noch eine weitere Sorge an den Landrat herangetragen worden: Das Personal wandere inzwischen in andere Branchen ab und es sei schon vor der Pandemie schwierig gewesen, Mitarbeiter zu finden.

Lesen Sie auch
Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder hat sich mehrfach kritisch zu den Corona-Maßnahmen geäußert - aktuell mit einem Video, in dem auch Personen zu Wort kommen, die auf Querdenker-Demos als Redner aktiv sind.
Corona-Krise

Unterallgäuer Landrat Eder teilt umstrittenes Corona-Video

Die Befragung soll nun ein umfassendes Bild der Lage ergeben, Möglichkeiten der Unterstützung eruieren, aber auch einen Blick nach vorn ermöglichen: Gibt es Strategien in der Krise, die auch für andere Betriebe richtungsweisend sein können? Wie gelingt der Start nach der Krise?