Bauprojekt

Wohnen, arbeiten und shoppen im alten Booser Schloss

Nutzungskonzept Fuggerschloss Boos

Die Tage trister und karger Lethargie rund um das ehemalige Booser Fuggerschloss sind gezählt. Nachdem das grobe Nutzungskonzept nun steht, könnten die Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres beginnen.

Bild: Armin Schmid

Die Tage trister und karger Lethargie rund um das ehemalige Booser Fuggerschloss sind gezählt. Nachdem das grobe Nutzungskonzept nun steht, könnten die Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres beginnen.

Bild: Armin Schmid

Ruine der Fugger in Boos soll mit Wohnungen und Büros genutzt werden, aber auch mit Läden, Gastronomie und Praxen. Welche Pläne es für die Schlosskapelle gibt.
26.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Im Booser Fuggerschloss wohnen, arbeiten, shoppen, feiern oder auch zum Arzt und in die Apotheke gehen – das kann schon in knapp drei Jahren Wirklichkeit werden. So sieht es zumindest das aktuelle Nutzungskonzept der Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot vor. Auf fruchtbaren Boden fiel die vorläufige Planung bei den Booser Gemeinderatsmitgliedern, die das Konzept einstimmig befürworteten.

Für die Schlossruine in Boos ist ein bunter Mix von Nutzungen geplant

Es gehe darum, das Areal wieder mit Leben zu erfüllen, zu einem Dorfmittelpunkt zu machen und das Flair des ehemaligen Schlosses erlebbar werden zu lassen, betonte JaKo-Geschäftsführer Bernd Jäger. Man wolle die Schlossruine wieder zu einem Fuggerschloss machen und so auch den Weg für die nächsten 200 Jahre vorgeben. In die fünf zusammenhängenden Häuser des markanten Gebäudekomplexes soll ein bunter Mix an Nutzungsarten einziehen. Letztlich sollen nach Sanierung und Umbau rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen.

Insgesamt sollen 27 Wohnungen entstehen

Etwa 2500 Quadratmeter sind für den Bereich Wohnen reserviert. Bernd Jäger erläuterte, dass insgesamt 27 Wohnungen entstehen sollen. Mit Wohnnutzung allein könne man dem Schlossareal allerdings nur bedingt Leben einhauchen. Daher sind 1500 Quadratmeter für unterschiedliche Gewerbeeinheiten reserviert. Unter historischem Gewölbe könnte eine Gastronomie entstehen und ein Bereich, auf dem sich Feinkost erleben lässt.

Der Zugang soll zu allen Häuserbereichen barrierefrei sein. Das ehemalige Amtshaus steht laut Jäger unter dem Thema Ärztehaus beziehungsweise Medizin-Campus. Angedacht sei es, einen Allgemeinarzt samt Praxis unterzubringen, Physiotherapie oder Psychotherapie. Eine Apotheke soll das Angebot an medizinischen Dienstleistungen ergänzen.

Hochzeiten und Taufen in der Kapelle wären denkbar

Die Schlosskapelle soll erhalten bleiben und eventuell wieder einer öffentlichen Nutzung wie beispielsweise Hochzeiten, Taufen oder Gottesdienste zugänglich gemacht werden. Ein Kindergarten wäre möglich und auch eine Bäckerei. „Das würde die Frequenz erheblich steigern.“

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Abstimmungsbedarf gibt es noch hinsichtlich der zahlreichen Dachgauben, die neu hinzukommen oder in den Dachbereich integriert werden sollen. Jäger betonte, dass eine Nutzung der Dachgeschosse ansonsten nicht möglich ist. Der Innenhof an der Ortsdurchfahrt soll weitestgehend autofrei bleiben und entsprechenden Platzcharakter erhalten. „Wir wollen Historisches erhalten und das tolle Flair und die interessante Geschichte erlebbar machen.“

Wann die Bauarbeiten starten könnten

Der Zweite Bürgermeister Markus Höbel erkundigte sich nach der Parkplatzsituation. Jäger erläuterte, dass man die Stellplätze im hinteren beziehungsweise rückwärtigen Grundstücksbereich ansiedeln will. „Wir wollen das Projekt in zweieinhalb Jahren durchziehen“, betonte Jäger. Baubeginn könnte Mitte 2022 sein. Bis dahin müssten allerdings der Bauantrag und auch die Förderung in trockenen Tüchern sein. Die Fertigstellung wäre für Ende 2024 oder Anfang 2025 geplant.

Bürgermeister Helmut Erben meinte, dass die Firma JaKo ein überzeugendes Konzept vorgelegt habe. Der Kaufvertrag hatte hinsichtlich des Nutzungskonzepts eine aufschiebende Wirkung. Laut Erben geht das Schlossareal mit der Erstellung einer vernünftigen Projektentwicklung nun in den Besitz von JaKo über. Der Gebäudekomplex soll nach der Umnutzung in Einheiten verkauft werden. Das können laut Jäger einzelne Wohnungen, Gewerbeeinheiten oder auch ganze Häuser sein.

Gemeinde kann bei Vergabe nicht mitentscheiden

Ein Mitentscheidungsrecht bei der Vergabe könne man der Gemeinde nicht einräumen. Die Beteiligung von Booser Bürgern sei aber ausdrücklich erwünscht. „Die Vermarktung von 4000 Quadratmetern Nutzfläche bietet erhebliches Potenzial.“ Besitzer der barocken Schlosskapelle, die aus der Zeit um das Jahr 1709 stammt, könne eine Privatperson, die Gemeinde oder auch die Kirche sein. Die öffentliche Nutzung werde man vertraglich verankern.

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