Pandemie

Memminger Notfallklinik hilft bei der Corona-Forschung

Die Memminger Notfallklinik, hier Chefarzt Dr. Rupert Grashey, unterstützt das Robert-Koch-Institut bei der Corona-Forschung.

Die Memminger Notfallklinik, hier Chefarzt Dr. Rupert Grashey, unterstützt das Robert-Koch-Institut bei der Corona-Forschung.

Bild: Ralph Koch/Klinikum

Die Memminger Notfallklinik, hier Chefarzt Dr. Rupert Grashey, unterstützt das Robert-Koch-Institut bei der Corona-Forschung.

Bild: Ralph Koch/Klinikum

Das Robert-Koch-Institut bekommt aus dem Allgäu spezielle Patientendaten - natürlich verschlüsselt. Warum diese Infos auch dem Krankenhaus selbst nutzen.
17.08.2020 | Stand: 19:53 Uhr

Die Notfallklinik am Klinikum Memmingen beteiligt sich an einem Projekt, das dem Robert-Koch-Institut (RKI) Daten zur Erforschung der Corona-Pandemie bereitstellt. Neben Memmingen sind 16 weitere Kliniken in ganz Deutschland beteiligt. Die Notfallklinik liefere „in Echtzeit verschlüsselte Patientendaten“, anhand derer man messen könne, wie stark Notaufnahmen während der Covid-19-Pandemie in Anspruch genommen werden, sagt der Chefarzt der Memminger Notfallklinik, Dr. Rupert Grashey. Das RKI entwickle mit diesen Informationen „ein System zur Überwachung der öffentlichen Gesundheit während der Corona-Pandemie“.

Alle wichtigen Infos erfasst

Diese Datenerhebung habe das Memminger Klinikum bereits 2017 im Zuge eines Forschungsprojekts eingeführt, sagt Grashey. Vor etwa eineinhalb Jahren habe das RKI verstärkt Interesse gezeigt. „Wir erfassen alle wichtigen Informationen. Unter anderem, wann der Patient mit welchen Symptomen in die Notfallklinik gekommen ist, wann der erste Arztkontakt stattfand und wie lange er dauerte, wie dringend die Fälle sind und vieles mehr“, erläutert Grashey. Damit stünden tagesaktuelle Daten zur Verfügung, „um die gesundheitliche Lage der Bevölkerung“ zu beurteilen. „Mit Corona hat die Bedeutung der Datensätze noch einmal zugenommen“, sagt Grashey.

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Auch für das Klinikum selbst sind die Daten wichtig. „Die Informationen können natürlich ebenso für andere wissenschaftliche und strukturelle Fragestellungen ausgewertet werden“, sagt Grashey. Wer wisse, wie hoch die Auslastung zu bestimmten Zeiten sei und wie lange die Patienten in der Notfallklinik bleiben, habe beispielsweise Vorteile bei der Personalplanung. Zudem könnten saisonale Häufungen von bestimmten Erkrankungen oder Verletzungen analysiert werden, sagt der Chefarzt.

54 neue Beatmungsgeräte

Auch beim Klinikverbund Allgäu gibt es Neuigkeiten in Sachen Corona: Der Freistaat stellt für ganz Bayern kostenlose Beatmungsgeräte zur Verfügung, 54 davon wurden jetzt an den Verbund ausgeliefert. Allein 26 der Geräte im Wert von etwa einer halben Million Euro erhielt das Klinikum Kempten.

„Der Vorteil: Aufgrund der zusätzlichen Beatmungsgeräte können wir jetzt in unseren Häusern den Regelbetrieb aufrechterhalten, auch wenn die Patientenzahlen wieder steigen sollten“, sagt Dr. Florian Wagner, Chefarzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin. Während der akuten Corona-Krise hatten die Krankenhäuser zahlreiche planbare Operationen verschieben müssen.