Skispringen

Mit 27 Jahren: Skispringerin Ramona Straub beendet ihre Karriere

Ramona Straub bestritt 79 Wettbewerbe im Weltcup der Skispringerinnen. Mit 27 Jahren beendete sie nun ihre Karriere und tritt vom Leistungssport zurück.

Ramona Straub bestritt 79 Wettbewerbe im Weltcup der Skispringerinnen. Mit 27 Jahren beendete sie nun ihre Karriere und tritt vom Leistungssport zurück.

Bild: Ralf Lienert

Ramona Straub bestritt 79 Wettbewerbe im Weltcup der Skispringerinnen. Mit 27 Jahren beendete sie nun ihre Karriere und tritt vom Leistungssport zurück.

Bild: Ralf Lienert

Verletzungen haben sie immer wieder zurückgeworfen, seit zwei Jahren bestritt sie keinen Wettkampf mehr. Wie Skispringerin Ramona Straub jetzt ihre Zukunft plant.
12.05.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind überwältigend. Langjährige Weggefährtinnen, Sportler aus anderen Disziplinen, Fans – alle geben sie Ramona Straub die besten Wünsche mit auf den Weg in die Zukunft. Mit gerade einmal 27 Jahren beendet die Skispringerin ihre aktive Karriere. Teamkollegin Katharina Althaus schreibt: „Wir werden dich sehr vermissen. Du bist und bleibst eine Legende.“ Straub selbst setzt bei Instagram zur großen Dankesrede an. Es sind ungewohnt große Emotionen für eine, die eigentlich als geradlinig und wenig sentimental gilt.

Kreuzbandrisse im linken und im rechten Knie

Doch den Schritt in den Sport-Ruhestand hat sie sich gut überlegt. Ihre Krankenakte liest sich schmerzhaft: 2014 Kreuzbandriss im linken Knie, 2015 Meniskusriss an bereits lädierter Stelle und 2019 Kreuzbandriss auch im rechten Knie. Die Heim-WM in Oberstdorf verpasste Ramona Straub, seit fast zwei Jahren bestritt sie keinen Wettkampf mehr. Dabei feierte sie kurz vor der schweren Verletzung, die sie sich beim Springen in Oslo im März 2019 zuzog, noch den größten Erfolg ihrer Karriere. Straub gewann mit den deutschen Skispringerinnen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld die Team-Goldmedaille.

Drei Jahre lang lebte und trainierte Ramona Straub in Oberstdorf

Das war’s nun also. Nach 79 Weltcup-Einsätzen und 18 Top-10-Platzierungen. „Skispringerin zu sein, ist ein wunderschöner Beruf. Obwohl ich noch Spaß an diesem Sport habe, musste ich mir eingestehen, dass ich ihn nicht mehr mit der notwendigen Konsequenz ausüben kann“, sagt Straub. Begonnen hatte Straub das Skispringen als fünfjähriges Mädchen. Ihre Brüder sprangen bereits, sie begleitete die Jungs – und sprang einfach mit. Der Trainer ihrer Brüder entdeckte ihr Talent. Drei Jahre lang lebte und trainierte Straub auch in Oberstdorf. Das Allgäu, betont sie immer wieder, sei ihre zweite Heimat. 2017 zog es sie dennoch wieder zurück zur Familie in den Schwarzwald. Ins kleine Örtchen Langenordnach bei Titisee-Neustadt.

Ex-Bundestrainer Andreas Bauer lobt Ramona Straub

Der Oberstdorfer Andreas Bauer, Ex-Bundestrainer der deutschen Skispringerinnen, erinnert sich gerne an seinen Schützling. Er sagt: „Ramona hat als Quereinsteigerin viel Talent mitgebracht. 2012 hatte er Straub ins Nationalteam geholt. „Mit ihrer ausgeglichenen Art war Ramona über all die Jahre enorm wichtig für das Teamgefüge“, erklärt Bauer. Sein Nachfolger Maximilian Mechler kann die Entscheidung der Sportlerin nachvollziehen, sieht’s aber auch mit einem weinenden Auge. Der neue Bundestrainer aus Isny meint: „Ich hätte Ramona gerne weiter im Team gehabt. Leider ist es anders gekommen. Ich hoffe, dass sie dem Skisport erhalten bleibt.“

Entscheidung über berufliche Zukunft lässt sich die 27-Jährige noch offen

Eine Entscheidung über ihren weiteren beruflichen Werdegang ist noch nicht gefallen. Straub: „Nach einer langen Leistungssportkarriere gebe ich mir für diese wichtige Weichenstellung noch etwas Zeit. In meinen erlernten Beruf als Zierpflanzengärtnerin werde ich aber nicht zurückkehren. Das wird mein liebstes Hobby bleiben.“ Und sie schließt nicht aus, eines Tages als Trainerin doch wieder an die Schanzen zurückzukehren.

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