Tourismus im Allgäu

Touristen trotz Corona-Pandemie? Das sind die Menschen, die bei den Allgäuer Königsschlössern spazieren

Die Gegend um Schloss Neuschwanstein bleibt auch während der Pandemie gut besucht - jedoch ist weit weniger los als vor Corona. Einige Touristen nutzen das für sich.

Die Gegend um Schloss Neuschwanstein bleibt auch während der Pandemie gut besucht - jedoch ist weit weniger los als vor Corona. Einige Touristen nutzen das für sich.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Die Gegend um Schloss Neuschwanstein bleibt auch während der Pandemie gut besucht - jedoch ist weit weniger los als vor Corona. Einige Touristen nutzen das für sich.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

An den Königsschlössern bei Schwangau ist weniger los als vor der Pandemie. Besucher aus dem Ausland gibt es aber noch. Wie kann das sein? Ein Ortsbesuch.
25.02.2021 | Stand: 14:56 Uhr

Wer dieser Tage die Allgäuer Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein für einen Spaziergang besucht, bekommt in Zeiten der Corona-Pandemie Ungewöhnliches zu hören: Menschen staunen über die märchenhafte Kulisse in Schwangau auf Französisch, Italienisch, Russisch und anderen Sprachen. Die meisten Einheimischen verbinden das mit Touristen aus dem Ausland. Jegliche Unterkünfte sind aber geschlossen, die Einreise nach Deutschland erschwert; eigentlich steht der Auslandstourismus in Deutschland still.

Wer also ist unterwegs bei Hohenschwangau und Neuschwanstein?

Sylvia Einsle ist Tourismus-Leiterin der Gemeinde Schwangau. Sie vermutet, viele Menschen aus dem Ausland, die aktuell in Deutschland wegen der Arbeit oder des Studium leben, entscheiden sich für einen Besuch der Königsschlösser. Ein Beispiel hierfür ist Vincenzo: Der Zutritt zu den Königsschlössern ist Corona-bedingt zwar verboten, einen Blick von außen und ein paar Fotos scheinen sie dem Italiener aber allemal wert zu sein. „Ich bin das erste Mal hier“, sagt er, ausgestattet mit Fotokamera und Rucksack. Der 30-Jährige arbeitet und lebt derzeit in München. Sein Wunsch war ursprünglich, den Chiemsee zu besuchen.

Neuschwanstein und Hohenschwangau bieten Vorteil, sagt eine Touristin

Für Vincenzo und seine Freundin Cecile, die auch in München lebt, bietet ein Ausflug zu den Königsschlössern einen Vorteil: „Hier sind wir draußen, können wandern“, sagt die Französin. Ein Besuch des Chiemsees sei dagegen fast unvermeidbar mit einer Schifffahrt verbunden, um die berühmten Inseln mit ihren Schlössern und Museen zu sehen. Das Paar hält das wegen der Pandemie aber nicht für optimal.

Die Parkplätze bei den Schlössern sind derzeit weniger ausgelastet. Wie ausgestorben wirkt es dort aber nicht.
Die Parkplätze bei den Schlössern sind derzeit weniger ausgelastet. Wie ausgestorben wirkt es dort aber nicht.
Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Am Alpenrand dagegen, umgeben von Seen, Schluchten und Wäldern, „sind die Schlösser ideal für einen Tagesausflug“, ist Einsles Eindruck. Sie bieten auch geschlossen unter anderem wegen ihrer Lage eine Ausflugs-Alternative. „Es sind sehr viele Spaziergänger da“, sagt die Tourismus-Leiterin (Lesen Sie auch: Landrätin lädt Merkel aufs Schloss Neuschwanstein ein - und bekommt diese Antwort).

Student: Königsschlösser von der Sightseeing-Liste streichen

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Der Spanier Jorge hat mit so vielen Menschen nicht gerechnet. Hinter ihm sind zwar ungewohnt viele Lücken auf den Parkplätzen zu sehen. Einige Meter neben Jorge bildet sich aber eine längere Schlange vor der wegen Corona einzigen geöffneten Toilette. „Das ist trotzdem kein Vergleich zur Zeit vor der Krise“, sagt der 26-Jährige, der vor einigen Jahren schon einmal die Königsschlösser besucht habe.

Jorge studiert in Augsburg, frische Bergluft sieht er als willkommene Abwechslung vom Lernen am Computer zu Hause. „In der Stadt kann ich eigentlich nur spazieren“, sagt er. „Das gilt zwar auch für hier, aber wenigstens bin ich dann von einer schönen Landschaft umgeben.“ Er kenne viele Mitstudierende, die hinaus gehen in die Natur – oder die Zeit nutzen, um die Allgäuer Königsschlösser von ihrer Sightseeing-Liste abzuhaken. Denn, so sagt Jorge: „Jeder weiß, wie überlaufen das hier sein kann, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht.“

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