Corona-Impfung

Allgäuer Impfzentren: Impfstoff von Novavax ist ein Ladenhüter

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax stehen derzeit in den Allgäuer Impfzentren. Den erhofften Impfschub hat das neue Vakzin nicht gebracht.

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax stehen derzeit in den Allgäuer Impfzentren. Den erhofften Impfschub hat das neue Vakzin nicht gebracht.

Bild: Moritz Frankenberg, dpa (Symbolbild)

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax stehen derzeit in den Allgäuer Impfzentren. Den erhofften Impfschub hat das neue Vakzin nicht gebracht.

Bild: Moritz Frankenberg, dpa (Symbolbild)

Der Novavax-Impfstoff brachte nicht den erhofften Schwung in die Impfkampagne. Im Oberallgäu zehrt man noch von der ersten Lieferung. Was nun damit geschieht.
20.04.2022 | Stand: 18:20 Uhr

Der Impfstoff von Novavax galt als Alternative für jene, die den anderen Präparaten kritisch gegenüber standen. Doch es zeigt sich, dass er kaum nachgefragt wird.

„Die Skeptiker nehmen ihn nicht an und die anderen greifen zu den bewährten Impfstoffen der bekannten Hersteller“, sagt Gregor Blumtritt, Leiter der Impfzentren in Kaufbeuren und Marktoberdorf. Ähnlich sieht es in anderen Landkreisen und kreisfreien Städten aus.

Fast 4000 Dosen in Kempten und Sonthofen vorrätig

Im Oberallgäuer Zentrum in Sonthofen sind noch 2500 Dosen Novavax vorrätig, in Kempten 1250, in den Impfzentren des Landkreis Lindau 1350. Verfallsdatum ist jeweils der 31. Juli. „Wir haben der Regierung von Schwaben gemeldet, dass der Impfstoff verfällt. Dort muss nun entschieden werden, was weiter passiert“, sagt Alexander Schwägerl, der für das Impfzentrum in Kempten verantwortlich ist. Als der Impfstoff auf den Markt kam, habe es eine einmalige Lieferung gegeben, seither habe man auch nichts mehr bestellt. (Lesen Sie auch: Ungeimpft in der Pflege: drohenBetroffenen Bußgelder?)

Impfzentren im Allgäu derzeit „ökonomischer Wahnsinn“

Allerdings hält sich derzeit auch die Nachfrage nach den anderen Impfstoffen in Grenzen. Viele Zentren haben ihre Öffnungszeiten reduziert. In Kempten wird nur noch an drei Tagen in der Woche geimpft. Auch in Memmingen orientiert man sich laut Stadtverwaltung an der geringen Auslastung. Dr. Carola Winkler, Leiterin des Unterallgäuer Impfzentrums, spricht von elf bis 20 Personen, die pro Tag geimpft würden: „Die Zentren offen zu halten, ist ökonomischer Wahnsinn.“

Impfspende der Vorräte wahrscheinlich nicht möglich

Bei den Impfzentren gebe es keine Planungen, übrig gebliebene Präparate beispielsweise an Entwicklungsländer zu spenden, heißt es aus dem Oberallgäuer Landratsamt: „Die Entscheidung liegt hier eher bei der Bundesregierung.“ Laut Blumtritt ist eine Spende nur möglich, wenn der Impfstoff noch ultra-tiefgekühlt ist. Das sei bei den Vorräten nicht der Fall.

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