Debattieren in den Bergen

Philosophie-Festival in den Allgäuer Alpen diskutiert Künstliche Intelligenz

Auch hier werden philosophische Themen rund um die Künstliche Intelligenz diskutiert: Gipfelstation der Fellhornbahn.

Auch hier werden philosophische Themen rund um die Künstliche Intelligenz diskutiert: Gipfelstation der Fellhornbahn.

Bild: Dominik Berchtold

Auch hier werden philosophische Themen rund um die Künstliche Intelligenz diskutiert: Gipfelstation der Fellhornbahn.

Bild: Dominik Berchtold

Das „Philosophiefestival in den Allgäuer Alpen“ spürt Chancen und Risiken der KI nach und stellt Fragen wie: Lassen sich Computer verantwortungsvoll nutzen?
30.03.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Manchen erscheint sie unheimlich, andere wissen sie klug zu nutzen. Seit Jahrzehnten speist sie Science-Fiction-Geschichten, und mittlerweile ist sie Realität: die Künstliche Intelligenz. Sie ist der Versuch, mit technischen und mathematischen Hilfsmitteln bestimmte Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden, indem zum Beispiel Computer so programmiert werden, dass sie relativ eigenständig Probleme bearbeiten können. Doch können die Maschinen das wirklich, oder gaukeln sie durch meist einfache Algorithmen ein „intelligentes Verhalten“ nur vor? Wo liegen Chancen und Gefahren der Künstlichen Intelligenz (KI), worin Segen oder Fluch?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das dritte Philosophiefestival in den Allgäuer Alpen, das vom 22. bis 26. Juni in Oberstdorf und dem angrenzenden Kleinwalsertal stattfindet. Es gipfelt in dem Festvortrag „Quo vadis KI? Plädoyer für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz“. Ihn hält Professor Dr. Klaus Mainzer, Emeritus of Excellence an der Technischen Universität München; der 74-Jährige erhält den mit 5000 Euro dotierten Meckatzer-Philosophie-Preis des fünftägigen Festivals. Mainzer war von 1988 bis 2008 Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Augsburg; von 2008 bis 2016 hatte er den Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TU München inne.

Erhält den Meckatzer-Philosophie-Preis: Professor Klaus Mainzer.
Erhält den Meckatzer-Philosophie-Preis: Professor Klaus Mainzer.
Bild: Udo Keller

Veranstaltet wird das Festival vom Verein „Philosophie in den Allgäuer Alpen“ mit Sitz in Kempten. Vorsitzende ist Stefanie Fuchs, geschäftsführende Inhaberin einer Kemptener Werbe- und Beratungsagentur. Für die inhaltliche Konzeption des Programms ist der stellvertretende Vorsitzende Dr. Thomas Heichele verantwortlich, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Philosophie an der Universität Augsburg mit Schwerpunkt analytische Philosophie und Wissenschaftstheorie. Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae bekleidet das Amt des Schatzmeisters; Dr. Rainer Jehl, ehemaliger Direktor der Schwabenakademie in Irsee, agiert als Schriftführer. Der Verein möchte die Philosophie stärker in die breite Öffentlichkeit tragen.

Auch wenn das Thema „Künstliche Intelligenz“ bereits lange debattiert wird, haben erst die rasanten technischen Fortschritte der vergangenen Jahre mit ihren vielfältigen praktischen Anwendungsmöglichkeiten die Künstliche Intelligenz als interdisziplinären und gesamtgesellschaftlichen Diskussionsgegenstand etabliert, erklärt Stefanie Fuchs. Als grundlegende Orientierungsdisziplin habe die Philosophie den Anspruch, diesen Prozess zu begleiten und zu befördern.

In welchem Verhältnis stehen Gehirn und Computer zueinander?

Das Festival widmet sich insbesondere den Chancen und Herausforderungen, die mit Künstlicher Intelligenz verbunden sind. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen erörtert werden: Was bedeuten überhaupt Begriffe wie „Intelligenz“, „Denken“, „Bewusstsein“? In welchem Verhältnis stehen Gehirn und Computer zueinander? Welche Gefahren gehen von Künstlicher Intelligenz aus? Inwieweit kann sie das menschliche Leben verbessern? Welche ethischen Leitlinien werden beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz benötigt?

In Seminaren, Vorträgen und Diskussionen soll über diese Fragen in entspannter Atmosphäre philosophiert werden. Geplant sind elf Veranstaltungen an acht verschiedenen Orten – unter anderem auch in den Gipfelstationen der Bergbahnen auf Fellhorn und Walmendingerhorn. Erwartet werden dazu neun Referenten, darunter Dr. Sebastian Rosengrün von der Code University in Berlin.

Auch Schülerinnen und Schüler können beim Philosophie-Festival mitmachen

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Auch junge Menschen sollen dabei einen Zugang zur Philosophie finden. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Gymnasien sowie beruflicher Oberschulen aus dem Allgäu, dem Bodenseeraum und Studenten der Universität Augsburg haben die Möglichkeit, entsprechende Stipendien zu erhalten – finanziert durch die Sparkasse Allgäu, Meckatzer Löwenbräu sowie durch Serviceclubs aus der Region. Der Vorverkauf hat begonnen.

Karten im Vorverkauf gibt’s beim Verein, Telefon 0831/51 29 100, E-Mail: info@philosophieallgaeueralpen.com. Infos im Internet unter der Adresse www.philosophieallgaeueralpen.com

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