Radfahren im Allgäu

Was Radfahrer dürfen - und was nicht:  Zehn Fragen, zehn Antworten der Allgäuer Polizei

Radfahren: Nicht überall gibt es rot markierte Wege für Radler. Was Radfahrer dürfen und was nicht, erklärt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Radfahren: Nicht überall gibt es rot markierte Wege für Radler. Was Radfahrer dürfen und was nicht, erklärt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Bild: Scheurer, dpa

Radfahren: Nicht überall gibt es rot markierte Wege für Radler. Was Radfahrer dürfen und was nicht, erklärt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Bild: Scheurer, dpa

Immer mehr Menschen im Allgäu satteln aufs Rad um. Das führt auch zu mehr Unfällen auf den Straßen. Welche Regeln häufig unklar sind oder missachtet werden.
09.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Im Allgäu ereignen sich immer mehr schwere Unfälle, an denen Radler beteiligt sind. In diesem Jahr verunglückten bereits vier Fahrradfahrer im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West tödlich. Die Polizei will mit Schwerpunktkontrollen Radfahrer im Blick behalten - und sie dabei zugleich vor unachtsamen Autofahrern oder Lkw-Lenkern schützen. Nach Kaufbeuren gibt es nun auch Memmingen eine uniformierte Radstreife. Weitere Städte im Allgäu sollen diesem Beispiel folgen.

Doch welche Regeln muss ich als Radfahrer beachten? Eine Auswahl von Fragen beantwortet Polizeisprecher Dominic Geißler.

Was passiert, wenn ich einen Radweg entgegengesetzt zur Fahrtrichtung fahre?

Diese „Geisterfahrten“ sind ein häufiger Grund für Unfälle – und stellen eine Verkehrsordnungswidrigkeit dar. Fällig wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro.

Darf ich mit dem Rad einen langsameren Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel einen Traktor, überholen?

Das Überholen eines langsameren Verkehrsteilnehmers ist erlaubt. Zu beachten sind aber die Regeln Straßenverkehrsordnung. Dazu zählt beispielsweise, dass die Überholstelle übersichtlich ist.

Darf ich tagsüber auch mit einem Fahrrad ohne Licht fahren?

Ja. Die permanente Beleuchtungspflicht für Fahrräder wurde aufgehoben. Allerdings ist eine Beleuchtung grundsätzlich erforderlich, wenn es die Licht- und Sichtverhältnisse erfordern., beispielsweise nachts oder bei sehr schlechter Witterung wie Nebel.

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Ab wann dürfen Kinder auf der Straße fahren?

Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen auf dem Gehweg fahren. Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern den Gehweg benutzen.

Als zweite Allgäuer Stadt nach Kaufbeuren hat Memminigen nun eine Radstreife. In weiteren Städten im Allgäu sollen schon bald ebenfalls Polizistinnen und Polizisten mit speziellen Uniformen unterwegs sein.
Als zweite Allgäuer Stadt nach Kaufbeuren hat Memminigen nun eine Radstreife. In weiteren Städten im Allgäu sollen schon bald ebenfalls Polizistinnen und Polizisten mit speziellen Uniformen unterwegs sein.
Bild: Tobias Schuhwerk

Darf ich als Erwachsener auf dem Gehweg radeln?

Nein. In diesem Fall wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro fällig. Ausnahme ist die Begleitung eines Kindes bis zum vollendeten achten Lebensjahr. Eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn sie mindestens 16 Jahre alt ist.

Wie schnell darf ich als Radfahrer in einer Spielstraße fahren?

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wie die Schrittgeschwindigkeit in einer Spielstraße, gilt auch für Fahrradfahrer. In diesem Fall bedeutet das, dass sich auch die Geschwindigkeit eines Radfahrers am dem Tempo eines schreitenden Fußgängers orientieren muss.

(Lesen Sie auch: Blut auf T-Shirt führt zum Unfallradler in Memmingen)

Was passiert, wenn ich als Radfahrer zu schnell unterwegs bin und zum Beispiel in einer Tempo-30-Zone geblitzt werde?

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten für alle Fahrer im Straßenverkehr. Aus diesem Grund müssen Radfahrer im Falle einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem Verwarnungs- beziehungsweise Bußgeld rechnen, wenn sie vor Ort ertappt und angehalten werden.

Müssen Kinder einen Helm beim Fahrradfahren tragen?

Nein. In Deutschland gibt es keine Helmtragepflicht - auch nicht für Kinder. Einen Helm zu tragen, wird aber zur Vermeidung schwerer Verletzungen bei Stürzen empfohlen.

Darf ich mit dem Fahrrad auf einer Bundestraße fahren?

Radler dürfen auf einer Bundesstraße fahren, solange es sich nicht um eine Kraftfahrstraße/Schnellstraße mit einem Mindesttempo von 60 Kilometern pro Stunde handelt.

(Lesen Sie auch: Radfahren im Allgäu: Das sind die schönsten Fahrradtouren in der Region)

Wie schnell darf ein E-Bike fahren?

In der Öffentlichkeit wird zwar meist von „E-bikes“ als Überbegriff gesprochen. Doch auf die Frage, wie schnell sie fahren dürfen, gibt es keine einheitliche Antwort. Statt dessen wird zwischen den Fahrzeugarten Pedelecs, S-Pedelcs und E-Bikes unterscheiden.

  • Pedelec:

Beim Pedelec unterstützt der Motor den Fahrer. Dieser muss trotzdem in die Pedale treten, damit der elektrische Antrieb sich zuschaltet. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Kilometer pro Stunde. Das Pedelec wir als Fahrrad eingestuft. Ein Führerschein ist also nicht nötig. Wenn ein Pedelec wegen einer technischen Manipulation schneller fährt als 25 Kilometer pro Stunde, kann ein Bußgeldverfahren und sogar ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis die Folge sein.

  • S-Pedlec:

Bei dem dem S-Pedelec handelt es sich um ein Kleinkraftrad. Der Motor kann den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde unterstützen. Der Fahrer benötigt den Führerschein der Klasse AM oder der Klasse B.

  • E-Bike:

Ein E-Bike unterstützt den Fahrer nicht nur, wenn er in die Pedale tritt, sondern kann bei Bedarf ohne sein Zutun fahren. Erlaubte Höchstgeschwindigkeit: Tempo 25. Für das E-Bike ist zumindest eine Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich.

(Lesen Sie auch: Radstreife in Kaufbeuren: „Fahrt bitte öfter vorbei“ - Was zwei Allgäuer Polizistinnen auf Radstreife erleben)