Wagners Tagebuch "made im Allgäu"

Regionalität hat nicht nur mit dem Essen zu tun

Das sind die Wagners (von links): Alexandra, Tim, Matthias und Paul.

Das sind die Wagners (von links): Alexandra, Tim, Matthias und Paul.

Bild: Familie Wagner

Das sind die Wagners (von links): Alexandra, Tim, Matthias und Paul.

Bild: Familie Wagner

Ein Jahr lang ernährt sich Familie Wagner (fast) ausschließlich von Produkten aus dem Allgäu. Was sie dabei alles erlebt, hält sie in ihrem Tagebuch fest.
14.01.2022 | Stand: 18:43 Uhr

Woche 22: Die Liebe zur handgemachten Pfanne

Regionalität hat für uns nicht nur mit dem Essen zu tun. Wir versuchen – sofern es möglich ist – auch bei den Gegenständen des täglichen Bedarfs auf heimische Produkte aus der Region zurückzugreifen.

Viel Wert legen wir dabei auf gute Qualität, Langlebigkeit und natürliche Materialien. Da eines unserer Hobbys das Kochen ist, ist es uns wichtig, dass hier auch gutes Küchenequipment zur Verfügung steht. Besonders glücklich sind wir über die von Hand geschmiedeten Pfannen, die wir uns seit Jahren im Oberallgäuer Bad Hindelang mitnehmen.

In uriger Atmosphäre bei loderndem Feuer kann man die Pfannen dort in diversen Größen kaufen. Angst haben, dass irgendeine Beschichtung kaputt geht oder dass das Material nicht feuerfest ist, muss man nicht. Wahrscheinlich werden die Pfannen bei uns noch richtige Erbstücke.

Woche 21: Alles wird verwertet

Was gibt es schöneres, als bei kaltem Winterwetter eine leckere Tasse mit heißer Brühe zu schlürfen? Nachdem wir in der letzten Zeit oft die Möglichkeit hatten, frisches Fleisch von verschiedenen Tieren zu verarbeiten, haben wir natürlich nicht nur die besten Stücke verwertet, sondern auch Knochen, Sehnen und Abschnitte in der Küche.

Je nachdem, was wir gerade für ein Tier hatten, gab es daraus einen leckeren Wildfond, Fischfond, Ochsenbrühe oder aber auch einfach einen ganz normalen Soßengrundstock. Dabei wurden die nicht verwertbaren Abschnitte und Knochen scharf angebraten und danach ausgekocht. Mit im Topf war dann auch Gemüse aus der Solidarischen Landwirtschaft. Das alles köchelte ein paar Stunden vor sich hin, dann wurde die Brühe in Glasflaschen abgefüllt.

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Fertig-Produkte oder diverse Pülverchen sind somit in der Küche überflüssig.

Woche 20: Was für ein spannendes Jahr!

Kaum zu glauben, dass ein Jahr schon wieder vorbei ist. Die Zeit rast gefühlt immer schneller. Wenn wir zurückblicken, war das Jahr für uns voll mit lauter tollen regionalen und heimischen Aktionen – geprägt von vielen Arbeiten in der Küche, Besuchen bei unseren Tieren, Gewusel auf dem Acker sowie vielen tollen Begegnungen mit netten Menschen. Dafür muss man einfach dankbar sein!

Jetzt an Silvester lassen wir das Jahr ruhig ausklingen. Wir setzen uns im ganz kleinen Kreis gemütlich zusammen mit der Familie und machen ein heimisches Fondue. Gemüse, Fleisch und andere Leckereien sind ja genügend vorhanden, die Arbeit hält sich also in Grenzen und der Einkauf ist dementsprechend kaum notwendig.

In dem Sinne wünschen wir allen einen guten Rutsch ins neue Jahr sowie viel Gesundheit! Die nächsten spannenden Projekte warten schon – langweilig wird es uns 2022 wohl nicht werden.

Woche 19: Weihnachten kann kommen

In der Weihnachtszeit hat es sich ausgezahlt, dass wir bereits im Sommer an den Advent gedacht haben. Wir backen sehr gerne verschiedene Plätzchen und da lohnt sich immer ein Ausflug in den Vorratskeller. Denn dann holen wir die bereits im Sommer eingekochte Marmelade hervor. Zum Beispiel die „Engelsaugen“ werden mit selbstgemachter Erdbeer oder- Kirschmarmelade aus saisonal und regional frischen, vor Ort gekauften Früchten vom Bodensee gefüllt.

Im Sommer an die kalte Jahreszeit denken

Wir haben bereits in den warmen Monaten daran gedacht, ein paar extra Gläser Marmelade oder Gelee für die Winterzeit einzukochen. Das Mispel-Gelee, dessen Früchte wir von einer Nachbarin bekommen haben, darf sich natürlich auch über die Gesellschaft der Mürbteig-Plätzchen freuen.

Woche 18: Ochse "Vakim" wird geschlachtet

Die Wagners haben sich am Kauf eines Ochsen beteiligt, der nun geschlachtet wurde. Wie die Vier das erlebt haben.

Woche 17: Die Wagners wursten selbst

Das kalte Wetter und der viele Schnee laden dazu ein, die Zeit in der Küche wieder etwas mehr zu genießen. Was kann man also entspannteres machen, als im eigenen Tiefkühler „shoppen“ zu gehen und den Bauch und die Kinder zu fragen, worauf sie mal wieder so richtig Lust haben? Der Sinn stand ihnen nach Weißwürsten. Da wir bereits mit eigenen Bratwürsten Erfahrung gesammelt haben und in der Gemüsekiste ein riesiger Bund frischer Petersilie lag, gingen wir das Projekt der eigenen Weißen an. Fleisch von unserem im Sommer geschlachteten Schwein war ebenfalls noch vorhanden.

Frische Weißwürste für die ganze Familie

Also mischten wir Backe, Schulter, Speck und Schwarte im richtigen Verhältnis und wogen die Gewürze mit der Feinwaage entsprechend ab. Danach kam die Küchenmaschine zum Einsatz. Darin wurde alles zuerst gewolft und dann gekuttert, damit ein gleichmäßiges Brät entsteht. Das wurde im Anschluss mit einem Wurstfüllhorn in den Darm gefüllt. Nach dem abschließenden Brühen gab es also frische Weißwürste für die ganze Familie. Die übrigen Würste wurden vakuumiert, anschließend ging es für sie zurück in den Tiefkühler. Für uns ist das Wursten ein wichtiger Bestandteil, um auch die nicht so beliebten Teile vom Schwein zu verarbeiten. Und das Ergebnis hat überzeugt.

Woche 16: Winterpause für die Wachteln

Die Tage werden kürzer und so langsam kehrt auch bei uns im Wachtelstall Ruhe ein. Eigentlich ganz normal, dass es von unseren fleißigen Mädels im Herbst und Winter weniger Eier gibt. Dabei kam von den Kids oft die Frage: „Warum machen das unsere Wachteln so?“ Die Hühner legen doch auch das ganze Jahr über Eier, die man kaufen kann. Haben wir es etwa mit Mini-Hühnchen zu tun, die in den Arbeitsstreik gehen? Sind sie in einer Gewerkschaft organisiert? „Weder noch“, haben wir die Kinder beruhigt! Da es im Winter weniger Lichtstunden gibt, fahren auch die Wachteln das Eierlegen runter.

Zusätzliche Lichtquellen animieren Hühner zum Dauer-Eierlegen

Das gleiche passiert normalerweise auch bei Hühnern. Das gleichbleibende Angebot an frischen Eiern gibt es nur durch zusätzliche Lichtquellen. Das animiert die Hühner zum Dauer-Eierlegen. Leider ist dies auch ziemlich stressig für die Tiere. Wir gönnen unseren Mädels jetzt erst mal eine Eier-Pause und freuen uns trotzdem, wenn ab und zu eines im Stall liegt.

Das sind die Wagners (von links): Alexandra, Tim, Matthias und Paul.
Das sind die Wagners (von links): Alexandra, Tim, Matthias und Paul.
Bild: Ralf Lienert

Woche 15: Familie Wagner hat einen ganz besonderen Weihnachtsbaum

So sicher wie das Amen in der Kirche kommt jedes Jahr Weihnachten wieder. Dabei kam bislang oft der Gewissenskonflikt auf, ob es das wirklich braucht – dass man jedes Jahr ein paar Tage vor Heiligabend zum Christbaumhändler geht und sich von dort die klassische Tanne ins Wohnzimmer holt. Eine kurze Zeit lang sieht der Baum noch super aus und duftet gut. Doch sobald die ersten Tage in der Nähe des Kamins überstanden sind, beginnt die Nadelei auf dem Boden und der Staubsauger wird zur Weihnachtsdeko.

Christbaum selbst gebastelt

Das Problem haben wir abgeschafft. Vor ein paar Jahren haben wir uns selbst einen Weihnachtsbaum gebastelt. Aus heimischem Holz und immer wieder verwendbar. Auch geschmückt werden kann unser Baum individuell. Und den herrlichen Tannenduft – den holen wir uns lieber bei einem schönen Waldspaziergang.

Woche 14: Saiblinge aus frischem Allgäuer Quellwasser

Vieles, was wir für unseren täglichen Bedarf brauchen, können wir schon mit regionalen Produkten aus dem Allgäu abdecken. Das Thema Fisch sind wir bislang jedoch noch nicht angegangen. Weil uns aber heimische Fischarten super schmecken, haben wir uns umgehört und sind auf die Bergfischzucht in Gunzesried gestoßen. Dort werden Saiblinge in frischem Bergquellwasser gezüchtet.

Eine tolle Ausbeute

Also ging die Fahrt ins Oberallgäu zur Bergfischzucht. Die Ausbeute war klasse – vier wunderbar frische Saiblinge durften die Heimreise mit uns nach Kempten antreten. Noch am selben Abend wurden sie in fast naturbelassener Form, nur mit Sommerkräutern und etwas Knoblauch, zubereitet. Für die Kinder gab es den Fisch leicht paniert – wer hättet es gedacht – damit die heimischen Fische den Allerweltsbrüdern aus dem Meer im schicken Mantel in nichts nachstanden.

Woche 13: In der Herbstzeit gibt es bei den Wagners frisches Reh aus dem Allgäu

Wer sich von regionalen Lebensmitteln ernährt, kommt im Herbst natürlich über kurz oder lang auch auf das Thema Wild. Wild aus dem Allgäu ist für uns ein sehr hochwertiges Produkt. Schließlich werden die Tiere nirgends angebunden, lange transportiert oder mit Sojaschrot gefüttert. Stattdessen leben sie in ihrer natürlichen Umgebung und werden dort vom Jäger waidmännisch erlegt und dann fachgerecht verarbeitet.

Der Schein trügt: Im Supermarkt kommt Wild oft aus dem Ausland

Im Supermarkt trügt der Schein meist etwas. Wenn man genau hinschaut, stellt man schnell fest, dass in den Kühlregalen oft Wild aus dem Ausland angeboten wird. Wir beziehen das Fleisch immer direkt von unserer Jägerin des Vertrauens. Sie kann uns ganz genau sagen, was es für ein Tier war und wo es erlegt wurde. Eine ganz tolle Idee ist auch die „Waldfleisch App“. Dort kann man direkt nachschauen, welches Wildfleisch von welchem in der Umgebung lebenden Jäger gerade frisch im Angebot ist. Eine Win Win Situation für den Jäger zum Absatz von Wildfleisch sowie eine Garantie für den Konsumenten über die Regionalität und Frische des Produkts.

Woche 12: Die Suche nach glutenfreiem Mehl

Gibt es was Schöneres, als wenn es im ganzen Haus nach frischem Brot duftet? Eine große Leidenschaft von uns ist das Backen von eigenem Brot, Gebäck und Kuchen. Dazu haben wir jahrelang das Mehl von den Allgäuer Mühlen wie zum Beispiel der Weisachmühle in Oberstaufen oder von unserem Lieblingsbäcker vor Ort geholt, der mit heimischen Lieferanten arbeitet. Nun wäre das ja zu einfach, wenn immer alles reibungslos ablaufen würde. So haben wir leider nicht nur beim Thema Kuhmilch, sondern auch bei den glutenhaltigen Lebensmitteln diverse Nahrungsmittel- Probleme.

Mehr Lebensqualität

Es war schon ein ziemlich langer Weg, sich schrittweise an die neue, glutenfreie Backkunst heranzuwagen und viele Versuche waren ein totaler Flop. Sei es in Sachen Konsistenz oder Geschmack. Von Regionalität braucht man da gar nicht zu sprechen. Umso mehr haben wir uns von Herzen gefreut, als wir endlich in der Westallgäuer Gemeinde Scheidegg fündig geworden sind. Dort werden bei ValandPri glutenfreie Mehle hergestellt. Vor Ort wird alles produziert und wir haben noch nie so eine gute Mehl-Qualität und so ein tolles Backverhalten erlebt. Die persönliche Beratung ist super. Es ist schön, nicht auf die Angebote der Supermarkt-Lieferanten zurückgreifen zu müssen. Noch schöner ist es allerdings, mit tollen Produkten so viel Lebensqualität wieder zurück zu erhalten – und das regional.

Woche 11: Solidarische Landwirtschaft

Familie Wagner aus dem Allgäu ist von „Solidarischer Landwirtschaft“ begeistert und packt auf dem Gemüsefeld eines Hofs im Oberallgäu mit an.

Woche 10: Alternativen zu Kuhmilch

Leckerer Käse, frischer Joghurt und Milch aus dem Allgäu –was will man mehr, wenn man alles vor der Nase hat. Doch leider ist das bei uns Vieren nicht immer nur positiv zu sehen. Der Konsum von Milchprodukten in jeglicher Form führt bei uns regelmäßig zu diversen Problemchen. Nur schmeckt uns das traditionelle Frühstücksmüsli leider nicht mit lauwarmem Wasser. Also musste eine Lösung her. Mittlerweile ist es aber nicht mehr so schwer, Alternativen zu finden, wenn man auf Kuhmilch verzichten sollte oder auch möchte.

Milchalternativen: Das Angebot ist groß – aber nicht regional

Wir haben uns durch viele Alternativen durchprobiert. Angefangen vom Haferdrink bis hin zu diversen nuss-basierten Getränken. Regional lässt sich das Thema im Milchland Allgäu etwas schwerer bedienen. Nach längerer Suche sind wir schließlich fündig geworden, zumindest wenn man den Großraum Augsburg mit in Betracht zieht. Dort gibt es den Anbieter Bayernglück, der im Freistaat angebauten Hafer verarbeitet. Diesen gibt es bereits in Supermärkten zu kaufen. Wir sind gespannt und hoffen, dass sich auf dem Markt noch einiges tun wird. Ansonsten heißt es halt Selbermachen – mit Haselnüssen aus dem Garten oder der Region, Wasser und einem Hochleistungsmixer. Das ist dann definitiv regional.

Woche 9: Eiersammeln und Kuscheln mit Hennen

Nachdem unsere Gockel noch eine schöne Zeit auf dem Schochenhof in Ottobeuren verbringen dürfen, war der Wunsch nach Geflügelfleisch vor allem bei den Kindern mal wieder groß. Zugegeben, so viel Geflügel wird bei uns nicht verzehrt. Zumal wir bis jetzt immer ein paar Widersprüche in Bezug auf Haltung und Fütterung der Tiere im Hinterkopf hatten. Wir haben uns deswegen sehr gefreut, als wir gehört haben, dass auf dem Husenhof in Ungerhausen (Unterallgäu) die Hühner und Gockel in Freilandhaltung mit viel Wiese und gutem Futter gehalten werden. Was passte somit also besser als ein Besuch auf dem Hof?

Glückliche Kinder und Tiere

Als wir in Ungerhausen ankamen, durften wir uns zudem auch die reinrassigen Iberico-Schweine und deren Ferkel anschauen. Eine absolute Seltenheit. Die Tiere, die ursprünglich aus Spanien stammen, sind für ihren Fettgehalt bekannt. Das Fleisch ist deshalb besonders zart. Ein Traum für jeden Fleischliebhaber. Dass es auch solche Schätze im Allgäu zu entdecken gibt, freut uns besonders. Weiter ging es dann zu den hauseigenen Enten und natürlich zu den Hühnern. Die Kinder waren glücklich, als sie beim Eiersammeln helfen durften und natürlich wurde ein ausgiebiges Kuschelprogramm mit den Hennen durchgeführt. Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal als Kundschaft auf dem Hof, wo es frisches Geflügelfleisch, Eier und selbstgemachte Nudeln gibt.

Woche 8: Es ist Geduld gefragt

Ein besonderer Tag stand kürzlich an – und auf den mussten wir lange warten. Aber fangen wir von vorne an: Vor einiger Zeit haben wir uns bei der Metzgerei Sontag in Kißlegg ein tolles Stück Rinderrücken einer über zwei Jahre alten Färse geholt. Das ist eine Kuh, die noch nicht gekalbt hat. Da das Tier dort in der unmittelbaren Umgebung aufgewachsen ist und sogar mittels Weideschuss auf der Wiese erlegt wurde, konnten wir uns guten Gewissens ins Auto setzen, um das zehn Kilo schwere Stück zu uns zu bringen.

Konstante Temperatur

Den Rücken haben wir dann für sechs Wochen bei konstanter Luftfeuchtigkeit und Temperatur in unseren Reifeschrank gehängt. Das Fleisch wurde von außen immer trockener und dunkler. Nach Ablauf der Reifezeit haben wir den Rücken dann mit Knochensäge und scharfen Messern in haushaltsübliche Mengen zerlegt. Dabei kam uns schon nach dem Abschneiden der angetrockneten Außenseiten ein wunderbar rotes, saftiges und herrlich nussig riechendes Fleisch entgegen. Da hat sich das Warten gelohnt.

Woche 7: Alle packen mit an

„Stall ausmisten“ war diese Woche wieder angesagt. Doch diesmal nicht den Stall unserer eigenen Wachteln. Im Mai hatten wir ein tolles Projekt mit dem Schochenhof bei Ottobeuren gestartet. Nicht nur unsere Schweine und Vakim, der Ochse, sind dort zuhause, sondern auch eine Gruppe von Bruderküken. Sie stammen aus einer Rassezucht, in der meist nur die weiblichen Tiere benötigt werden. Zugegeben, um Küken handelt es sich dabei schon länger nicht mehr. Die gelben Flauschkugeln sind mittlerweile schon ziemlich groß geworden. Zusammen mit Familie Bär vom Schochenhof wird die bunte Bande großgezogen.#

Hähnchen für den Eigenbedarf

Die Kleinen kamen als Mini-Küken auf den Hof und dürfen dort ein tolles Leben mit hochwertigem Futter und in artgerechter Haltung genießen. Da die Tiere nicht so schnell wachsen wie die allseits bekannten Hähnchen aus dem Supermarkt, können die Hähne dort eine schöne Zeit haben. Das regelmäßige Misten des Stalls wird von uns übernommen, dafür versorgt Familie Bär die Tiere unter der Woche. Im Herbst freuen wir uns dann alle auf bestes Hähnchenfleisch für den Eigenbedarf.

Woche 6: Bio-Ring Allgäu und seltene Tierarten

Nachdem es in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Pandemie schwer war mit Veranstaltungen, flatterte uns neulich die Einladung des Bio-Ring Allgäu ins Haus. Endlich konnte wieder eine Mitgliederversammlung stattfinden. Also machten wir uns auf den Weg zum Arche Hof Birk in Weitnau (Oberallgäu). Zuerst gab es eine interessante Hofführung, auf der wir Näheres zu seltenen Tierarten wie dem original Allgäuer Braunvieh, dem Augsburger Huhn oder dem Braunen Bergschaf erfuhren. Dann startete die Mitgliederversammlung. Der Bio-Ring Allgäu ist ein klasse Verein, bei dem es immer neue Tipps und Anregungen zum lokalen Einkaufen gibt. Online oder in Papierform kann man sich über regionale Bio-Anbieter von Lebensmitteln oder aber auch über den Direktvertrieb von Kleidung und sonstigen Artikeln informieren.

Auf dem Hof anpacken

Unsere Kids Tim und Paul durften in der Zwischenzeit auf dem Hof helfen. Hühner streicheln, Kühe von der Weide holen, im Melkstand dabei sein und Kälbchen füttern – das war natürlich das Highlight des Tages. Zum Abschluss deckten wir uns noch mit den hofeigenen Produkten ein. Leckerer Käse sowie selbst gemachte Wurstspezialitäten wurden fleißig probiert. Ein rundum gelungener Tag.

Woche 5: Streicheleinheiten und kochen auf offener Flamme

Endlich Urlaubszeit. Nach ein paar Tagen mit dem Camper in der hektischen Großstadt Berlin zog es uns wieder in die Natur. Klar gab es für die Kids auch mal eine Currywurst, das gehört ja auch zum Urlaub dazu. Ansonsten haben wir in der Hauptstadt ziemlich konsequent nur Sachen gegessen, die wir selbst zubereitet und mitgenommen hatten. Nun stehen in Berlin die Rinder ja nicht gerade auf der Straße und der nächste Bauernhof ist auch nicht um die Ecke. Wir haben deshalb bei unserer Weiterreise einen Hof bei Hamburg ausfindig gemacht, auf dem es Highland-Rinder gibt.

Leckereien zum Mitnehmen

Bei der Ankunft wurden wir herzlich von der Bauernfamilie empfangen und die Kinder durften sofort den Stall unsicher machen, wo sie die zotteligen Tiere gestreichelt haben. Währenddessen haben wir uns über die noch lauwarmen Eier gefreut, die uns in die Hände gedrückt wurden. Zum Abendessen gab es Steak vom Highland-Cattle, das wir auf offener Flamme zubereitet haben. Als wir abgereist sind, haben wir uns noch ein paar Leckereien vom Hof mitgenommen – denn wir wussten ja jetzt, wo und wie die Tiere gelebt haben.

Woche 4: Auch im Urlaub wird auf den Einkauf geachtet

Ferienzeit: Der Sommer ist zwar durchwachsen, aber der Urlaub kann beginnen. So schön das Allgäu auch ist, man möchte natürlich auch mal verreisen. Nur ist dann die Frage, ob man Regionalität und Urlaub verbinden kann. Wir haben für uns eine gute Lösung gefunden. Durch das Verreisen mit dem Camper ist es einfach, überall vor Ort nach regionalen Produkten Ausschau zu halten. So versuchen wir, egal wo wir sind, immer bei lokalen Bauern, deren Automaten oder einfach auf Wochenmärkten einzukaufen.

Vielfalt gibt es überall

Die Vielfalt ist fantastisch und man lernt oft viele neue Produkte aus der jeweiligen Region kennen. Ob sich das Ganze nun in Deutschland oder im Ausland abspielt, ist dabei zweitrangig. So kann Regionalität auch im Urlaub gelebt werden, denn die bezieht sich für uns immer auf den aktuellen Aufenthaltsort. Zudem unterstützt man die kleinen Betriebe und Höfe vor Ort. Auf längeren Reisen nutzen wir auch gerne das „Landvergnügen“ für Zwischenstopps. Dabei kann man meistens kostenlos auf Höfen übernachten. Im Gegenzug kauft man dann im Hofladen ein.

Woche 3: Die Rohmilch kommt von der Tankstelle

„Mama – kannst du uns eine Erdbeermilch machen?“, kommt es vom Frühstückstisch. Die Erdbeeren vom letzten Markteinkauf liegen zwar noch im Obstkorb, aber die Milch fehlt. Wo bekommen wir die am Sonntag her? Da wir nicht nur beim Fleisch oder Gemüse auf die Regionalität achten, sondern generell, versuchen wir dies natürlich auch bei der Milch. Hier bieten sich die Milch-Häuschen an, die direkt bei den Höfen in der Umgebung stehen – davon gibt es immer mehr. Zwischen Bio und konventioneller Milch kann man sich je nach Angebot des Hofes entscheiden.

Wir nehmen immer unsere eigenen Flaschen mit und haben somit auch die Möglichkeit, wirklich nur nach Bedarf einzukaufen. Wo bekommt man sonst frischeste Rohmilch auch in kleinen Mengen her? Im Laden ist dies selten der Fall. Wenn es geht, kaufen wir immer Rohmilch – denn die schmeckt uns einfach am besten.

Die Milch-Tankstellen freuen auch die Kinder, denn die Kühe sind meist nicht weit. Wir glauben: Wer einmal den Geschmack einer frischen Rohmilch kennenlernen durfte, dem schmeckt die „normale“ Milch meist ohnehin nicht mehr.

Woche 2: Besuch auf der Mini-Festwoche

Mensch, haben wir uns gefreut, dass es mal wieder etwas Leben in Kempten gab. Am vergangenen Samstag haben wir das Wochenende genutzt und sind in die Stadt gelaufen, um uns die „Minifestwoche“ im Stadtpark anzuschauen. Da wir versuchen, uns möglichst mit regionalen Lebensmitteln und Produkten zu versorgen, hat sich uns schon vor längerer Zeit die Frage gestellt: Wie und wo bekommt man gute und regionale Lebensmittel und Produkte eigentlich her, ohne dass man sich zum Schluss doch wieder an den Kassen des liebsten Supermarktes oder Discounters wiederfindet?

Wichtig: Mit Vereinen wie dem Bio-Ring Allgäu Kontakt aufnehmen

Letztendlich ist es gar nicht so schwer, Informationen zu sammeln. Durch gezieltes Nachfragen zum Beispiel auf Wochenmärkten oder eben durch Besuche auf heimischen Regionalmessen kommt man doch recht leicht an Infos über Direktvermarktung. Am Wochenende zum Beispiel haben wir viele interessante Gespräche geführt. Unerlässlich ist dabei auch die Suche im Internet oder die Kontaktaufnahme mit diversen Vereinen, zum Beispiel dem Bio-Ring Allgäu.

Auch kann man gerade als Familie super die Augen offen halten, wenn man draußen unterwegs ist – bei Spaziergängen, Fahrradausflügen und so weiter. Denn mittlerweile gibt es eine immer größer werdende Zahl an Verkaufsautomaten direkt an den Höfen und Metzgereien, die zu jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet sind.

Woche 1: So kaufen wir ein

Wenn wir im Supermarkt einkaufen, sieht das eigentlich nicht anders aus als bei anderen Familien. Da steht man und überlegt: Worauf haben wir heute Lust und was soll es im Laufe der Woche noch zu essen geben? Währenddessen versucht der Jüngste die Regale auszuräumen mit der Begründung, man kann nie genug Süßkram haben. Also tief durchatmen und los geht’s.

Wir versuchen uns beim Einkaufen auf das zu beschränken, was wir wirklich brauchen. Auf dem Zettel stehen vor allem Dinge des täglichen Bedarfs. Der Blick geht dann immer auf die Herkunft des Produkts und die Zutatenliste.

Wagners im Supermarkt: Statt der Avocado vom anderen Ende der Welt nur Produkte aus dem Allgäu

Um einige Lebensmittel machen wir von Haus aus einen Bogen. Muss die Avocado oder die Melone vom anderen Ende der Welt wirklich sein? Auch an der Frischetheke des Supermarktes laufen wir vorbei: Fleisch und Wurst gibt es bei uns von den eigenen Tieren, die auf einem Hof im Unterallgäu aufwachsen. Käse und Milchprodukten konsumieren wir nur selten, und wenn, dann direkt von der Sennerei.

Das Obst kaufen wir gerne auf dem Wochenmarkt. Unser Gemüse bekommen wir einmal in der Woche von unserer solidarischen Landwirtschaft. Da wird dann kreativ gekocht und verarbeitet, was die Natur gerade hergibt. Woran wir im Supermarkt aber nicht vorbei kommen, das sind die von den Kindern heiß geliebten Fischstäbchen.

Mehr zu den Wagners gibt's hier.