Einsätze wegen Körperverletzungen

"Relativ ruhige Silvesternacht": Einige Einsätze im Allgäu, Kind in Kaufbeuren verletzt

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern war verboten, aber wer noch Altbestände hatte, durfte diese anzünden - so kam es zu dem kleinen Feuerwerk über Kempten.

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern war verboten, aber wer noch Altbestände hatte, durfte diese anzünden - so kam es zu dem kleinen Feuerwerk über Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern war verboten, aber wer noch Altbestände hatte, durfte diese anzünden - so kam es zu dem kleinen Feuerwerk über Kempten.

Bild: Ralf Lienert

Die Silvesternacht im Allgäu blieb laut Polizei relativ ruhig. Einige Einsätze gab es wegen Köperverletzungen, ein Kind wurde in Kaufbeuren von einer Rakete verletzt.
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Von Allgäuer Zeitung
01.01.2022 | Stand: 15:28 Uhr

Aktualisiert um 15 Uhr - Der Jahreswechsel 2021 auf 2022 fand erneut unter Corona-Bedingungen statt. Allgäuerinnen und Allgäuer mussten Kontaktbeschränkungen einhalten und aufpassen, wo sie Feuerwerk zündeten - sollten sie welches zur Hand gehabt haben.

Silvester im Allgäu: Nur kleinere Einsätze, 13 Körperverletzungen

Die Polizei spricht am Neujahrsmorgen von einer ruhigen Nacht im Allgäu. Größere Einsätze oder Brände gab es in der Nacht nicht. "Es war das übliche Einsatzgeschehen", heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben/Süd-West verzeichnete zwischen Silvesterabend und dem Neujahrsmorgen insgesamt 198 Einsätze und damit rund 20 weniger als noch im Vorjahr. "Von den 198 Einsätzen waren 47 auf Ruhestörungen zurückzuführen", heißt es. Im Vorjahr waren es rund 60 Einsätze wegen Ruhestörung. Insgesamt 13 Einsätze im gesamten Einsatzgebiet der Allgäuer Polizei gab es wegen Körperverletzungen - etwa wegen Streitereien zwischen Betrunkenen. "Das Unfallaufkommen war aufgrund der milden Temperaturen durchschnittlich", heißt es weiter.

Besondere Vorkomnisse gab es nicht. Am Silvesterabend gab es einen Brand im Westallgäu, der schnell gelöscht war - die Feuerwehr lüfetete die Wohnung. "Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung hat sich an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen gehalten", heißt es in der Polizeibilanz am Neujahrstag.

Ein Überblick über einige Einsätze im Allgäu:

  • Kaufbeuren: Silvesterrakete trifft Kind am Kopf - Im Stadtteil Haken wurde ein siebenjähriges Kind, das auf dem Balkon stand, gegen 0.30 Uhr von einer verirrten Rakete am Kopf getroffen. "Die Rakete zündete erst kurze Zeit später ihre Leuchtfunken auf dem Balkon", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Dadurch wurde die 37-jährige Mutter ebenfalls leicht am Bein verletzt. Nach Untersuchung durch den Rettungsdienst konnte das Kind bei der Mutter bleiben und musste nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Wer die Rakete abgefeuert hat, ist Gegenstand der Ermittlungen (wie der Jahreswechsel in Kaufbeuren sonst verlief, lesen Sie hier).
  • Immenstadt: Schlägerei in Kneipe - In der Silvesternacht gerieten gegen 2 Uhr mehrere "junge Heranwachsende" und ein 19-Jähriger in einer Bar in Streit. Als eine 40-jährige Frau laut Polizei die verbale Auseinandersetzung schlichten wollte, schlug ihr der 19-Jährige mit der Faust ins Gesicht. Dabei stürzte die Frau zu Boden, wobei sie sich noch am Knie verletzte. Beim Eintreffen der Streife hatten außer der Frau bereits alle die Kneipe verlassen. In der Nähe griff die Polizei die jungen Personen aber auf. "Nach einer Nacht in der Ausnüchterungszelle erwartet ihn nun eine Anzeige wegen Körperverletzung", heißt es in der Pressemitteilung. Warum es zu dem Streit kam, konnte nicht geklärt werden.
  • Kempten: Böller vor Streifenwagen gezündet - EIn 40-Jähriger bekam kurz nach Mitternacht in Kempten eine Anzeige, weil er vor einem Streifenwagen in der Lindauer Straße einen Böller zündete. Das Abbrennen von Feuerwerk auf sämtlichen öffentlichen Flächen in Kempten war ja untersagt. Deshalb bekam der 40-Jährige eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Die Beamten stellten zudem weitere mitgeführte Feuerwerkskörper sicher.
  • Kaufbeuren: Mit Topf auf Kopf geschlagen - Wie die Polizei berichtet, kam es auf der Fußgängerbrücke im Bereich des Hochstadtweges kurz nach Mitternacht zu einem Streit zwischen zwei Feiernden. Eine 65-Jährige schlug zwei mitgebrachte Kochtöpfe zusammen. Dies missfiel einem 33-Jährigen, da dessen Sohn von dem Lärm sehr erschrocken war. Auf Aufforderung stellte die 65-Jährige das Klopfen nicht ein. Laut Polizei versuchte der 33-Jährige die Frau deshalb von der Brücke zu schieben. Daraufhin schlug die Frau ihm einen der Töpfe auf den Kopf. Der Mann erlitt eine Platzwunde über dem Auge. Beide Parteien erwartet laut Polizei nun eine Anzeige.
  • Füssen: Heckenbrand durch Feuerwerk - Das neue Jahr war noch keine zehn Minuten alt, als die Polizei und Feuerwehr Füssen zu ihrem ersten gemeinsamen Einsatz ausrücken mussten. Die Hecke eines Wohnhauses in Füssen war vermutlich durch einen Feuerwerkskörper in Brand geraten, heißt es in der MItteilung der Polizei. Der Brand wurde durch die Polizeistreife bis zum Eintreffen der Feuerwehr eingedämmt. Diese löschten die Hecke noch ganz ab. Bei dem Brand wurde niemand verletzt.

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Auch in Augsburg gab es einige Einsätze, dort war laut Polizei "relativ viel zu tun." Unter anderem war es gegen 1 Uhr zu einem Brand in der Morellstraße im Antonsviertel gekommen. Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten das Haus evakuiert – darunter auch die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war. In den stark verrauchten Räumen befand sich ein 67-jähriger Mann, der eine Rauchgasvergiftung und Brandwunden erlitt. Er befand sich zunächst in Lebensgefahr und ist nach Angaben der Polizei am Neujahrsmorgen gestorben. Die Ursache für den Brand sei noch unklar.

Bayernweit blieb es coronabedingt ruhig

Bayernweit blieb es coronabedingt in der Silvesternacht insgesamt relativ ruhig. In Niederbayern etwa gab es einem Polizeisprecher zufolge einige Einsätze, unter anderem wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen. Auch im Raum Ingolstadt musste die Polizei mehrfach ausrücken. Es gab vereinzelte Verletzungen durch Feuerwerkskörper, allerdings bislang keine schwerwiegenden Unfälle, wie die Polizei am frühen Samstagmorgen mitteilte.

Auch in Oberfranken gab es ein paar kleinere Brände. Die meisten davon sind einem Polizeisprecher zufolge vermutlich unabsichtlich durch Feuerwerk entstanden. Bei wenigen Fällen könnte laut Polizei allerdings Brandstiftung dahinterstecken.

Insgesamt meldete die Polizei in der Nacht keine größeren Ereignisse oder schwerere Verletzungen. Insbesondere die Streitereien zwischen Betrunkenen zählten wohl zu dem "ganz normalen Silvester-Geschehen", wie es ein Polizeisprecher aus der Oberpfalz nannte. Die meisten Anrufe erhielt die Polizei wegen Ruhestörung. Einige Menschen riefen zudem an, weil sie in ihrer Nachbarschaft Feiern mit mehr als den laut Corona-Regeln erlaubten 10 Personen vermuteten. Bei den daraufhin durchgeführten Kontrollen stellte die Polizei den Angaben zufolge jedoch häufig fest, dass die Party coronakonform ablief. Ein Polizeisprecher aus Bayreuth fasste vorläufig zusammen: Das diesjährige Silvester-Treiben "gleicht nahezu einer ganz normalen Samstagnacht".

Polizeigruppen stehen auf dem Marienplatz und beobachten die zahlreichen Passanten, die kurz vor dem Jahreswechsel eintreffen: Insgesamt blieb die Silvesternacht in Bayern relativ ruhig.
Polizeigruppen stehen auf dem Marienplatz und beobachten die zahlreichen Passanten, die kurz vor dem Jahreswechsel eintreffen: Insgesamt blieb die Silvesternacht in Bayern relativ ruhig.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Weltweit fand der Start ins neue Jahr ruhiger statt als üblich. Viele große Partys wurden abgesagt, um Menschenansammlungen zu verhindern. Hier gibt es einen Überblick. (mit dpa)

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