Landrätin sieht drängendes Problem

Maria Rita Zinnecker ist neue Vorsitzende des Allgäuer Tourismusverbands

Maria Rita Zinnecker spricht auf der Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes.

Maria Rita Zinnecker spricht auf der Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes.

Bild: Martina Diemand

Maria Rita Zinnecker spricht auf der Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes.

Bild: Martina Diemand

Maria Rita Zinnecker folgt auf Klaus Holetschek und führt nun den Tourismusverband, der vor großen Herausforderungen steht - nicht nur durch die Pandemie.
05.10.2021 | Stand: 12:17 Uhr

Viel Schnee, aber keine Urlauber. Tagesausflügler, aber wenig Übernachtungsgäste: Die Tourismusbranche wurde hart von der Pandemie getroffen. Das spiegelte sich auch in den Zahlen des Tourismusverbands Allgäu-Bayerisch Schwaben wider, die bei der Jahreshauptversammlung in Kempten präsentiert wurden. Etwa 2,5 Millionen Ankünfte und 9,9 Millionen Übernachtungen verzeichnete das Allgäu demnach im vergangenen Jahr – und damit 38,3 beziehungsweise 27,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei kam die Region noch vergleichsweise gut weg. So gingen die Zahlen bayernweit um 50,4 beziehungsweise 40,6 Prozent zurück.

Maria Rita Zinnecker, die den Tourismusverband zunächst als Nachfolgerin von Klaus Holetschek kommissarisch geführt hatte, gab der frisch gewählten Oberallgäuer Bundestagsabgeordneten Mechthilde Wittmann (alle CSU) deshalb gleich die erste Hausaufgabe für Berlin mit: „Der Tourismus braucht Unterstützung auf Bundesebene“, sagte sie. Die Ostallgäuer Landrätin wurde in der Versammlung einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Tourismusverbandes gewählt, Gesundheitsminister Klaus Holetschek zum Stellvertreter.

Maria Rita Zinnecker will Tourismus in Schwung bringen

Zinneckers erklärtes Ziel ist es, die Tourismusbranche wieder in Schwung zu bringen – und die Vernetzung der Parkplätze und damit die Besucherlenkung voranzutreiben. „Wir haben etwa 40 Parkplätze identifiziert, die in Frage kommen“, sagte Zinnecker. Hier geht es darum, die Autofahrer mithilfe digitaler Daten zu freien Stellplätzen zu lotsen.

Als drängendes Problem sieht die Landrätin den Arbeitskräftemangel in der Tourismusbranche, allein bei den Allgäu TopHotels sei von über 1000 offenen Stellen die Rede. Man müsse jetzt Strategien entwickeln, um Arbeitskräfte anzuwerben, betonte Zinnecker. „Der Fachkräftemangel ist für uns sozusagen Long Covid“, sagte auch Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. Das Problem sei vorher bereits da gewesen, die Pandemie habe wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. „Die Qualität des Angebots wird von Menschen geleistet, das können goldene Wasserhähne nicht ausgleichen“, sagte Fredlmeier. Die Fachkräfte seien entscheidend. Die Tourismusbranche gehe künftig „weg vom Marketing, hin zum Management“.

Trotzdem bleibt die Vermarktung der Region wichtig, unterstrich die frisch gewählte Vorsitzende Zinnecker: „Wir dürfen uns nicht ausruhen, spätestens nächstes Jahr machen sich viele wieder ins Ausland auf.“ Man müsse deshalb dranbleiben. Denn die Bedeutung der Branche ist enorm. So beziehen im Verbandsgebiet nach Zahlen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr etwa 89 000 Menschen ihr Primäreinkommen im Tourismus.

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