Ein Glossar zum Viehscheid

Pack ma's, Schumpa! Das bedeuten diese 7 Viehscheid-Begriffe

Spätsommerzeit ist Viehscheidzeit. Die Alpabtriebe haben begonnen. Aber was bedeuten die sämtlichen Allgäuer Begriffe rund um den Viehscheid eigentlich?

Spätsommerzeit ist Viehscheidzeit. Die Alpabtriebe haben begonnen. Aber was bedeuten die sämtlichen Allgäuer Begriffe rund um den Viehscheid eigentlich?

Bild: Ralf Lienert

Spätsommerzeit ist Viehscheidzeit. Die Alpabtriebe haben begonnen. Aber was bedeuten die sämtlichen Allgäuer Begriffe rund um den Viehscheid eigentlich?

Bild: Ralf Lienert

Kranzrind, Schellen, Scheidplatz: Alle Begriffe rund um die Allgäuer Viehscheide 2022 erklären wir hier.
12.09.2022 | Stand: 10:30 Uhr

Es ist wieder soweit: Die Allgäuer Viehscheide 2022 haben begonnen. Das erste Mal seit 2019 läutet es im Allgäu wieder im großen Stil. Mit großen Feierlichkeiten und mancherorts sogar mit Festzelt wird die Rückkehr des Viehs gefeiert, das aus dem "Sommerurlaub" in den Allgäuer Alpen wieder ins Tal kommt.

Aber was bedeuten eigentlich die ganzen Viehscheid-Begriffe, die man immer wieder hört? Ein Glossar.

  • Viehscheid: Die Rückgabe der Rinder, die den Sommer auf den Bergwiesen verbracht haben. Als Teil des Alpabtriebs ist der Viehscheid ein historisches Brauchtum, das jedes Jahr Besucher ins Allgäu lockt. Übrigens: Die Allgäuer sind sich selbst nicht einig, ob es der oder die Viehscheid heißt. Hier ist ein Fauxpas also schon mal nicht möglich. Bei 7 anderen Dingen sollten Sie allerdings aufpassen.
  • Scheidplatz: Der Ort, an dem der Hirte die Herde "scheidet" - also trennt - und an die Bauern übergibt. Der Platz ist meist etwas außerhalb des Ortskerns gelegen.
  • Alpe/Alm: Eine Bergwiese inklusive Unterkünfte für Mensch und Tier - das ist die Definition einer Alpe. Wortwörtlich umschreibt der Begriff "Alpe" aber nur die Weide an sich. Alpen oder - wie sie in Oberbayern genannt werden - Almen werden ausschließlich in den Sommermonaten bewirtschaftet.
  • Kranzrind: Wer ein festlich geschmücktes Rind mit Blumenkranz am Anfang einer Herde sieht, der weiß: Über den Sommer hinweg gab es bei dieser Herde keine Viehverluste.
Kranzrinder symbolisieren einen erfolgreichen Sommer. Wenn ein Kranzrind die Herde anführt, dann ist das gesamte Vieh heil aus den Bergen zurückgekehrt.
Kranzrinder symbolisieren einen erfolgreichen Sommer. Wenn ein Kranzrind die Herde anführt, dann ist das gesamte Vieh heil aus den Bergen zurückgekehrt.
Bild: Ralf Lienert
  • Schelle/Glocke: Das Wichtigste voraus: Kuhschellen sind nicht dasselbe wie Glocken. Glocken sind aus Metall - meistens Messing - gegossen, während Schellen aus Blech bestehen. Das Vieh trägt den Sommer über kleinere Weideschellen, am Viehscheid kommt jedoch meist großes Geläut zum Einsatz: Die so genannten Zugschellen.
  • Schump: Jungrinder werden im Allgäu Schumpen oder Schumpa genannt. Meist ist damit das weibliche Jungvieh gemeint, weil vor allem junge Rinder auf die Bergwiesen geschickt werden. Es gibt zwar auch Kühe auf den Alpen. Aber eben nicht so viele. Im traditionellen Allgäu gibt es aber noch mehr Kuh-Begriffe, die jeder Allgäuer kennen sollte.
  • Sennalpe/Galtalpe/Mischalpe: Von was für einer Alpe kommen das Vieh denn nun? Bei so vielen Alpen mag man im Allgäu fast den Überblick verlieren. An drei Alptypen kann man sich allerdings orientieren. Auf einer Galtalpe gibt es ausschließlich Schumpen, während sich auf einer Mischalpe neben Rindern auch andere Tier wie zum Beispiel Schafe oder Ziegen tummeln. Die durchaus bekannten Sennalpen sind diejenigen Berghütten, die aus der Milch der vor Ort gehaltenen Kühe selbst Käse herstellen. Unsere Autorin hat den Selbstversuch gemacht und auf einer Sennalpe mitgearbeitet.