"Anspruch an Pflege gestiegen"

Hier steht eine der ersten vollautomatischen Waschanlagen für Fahrräder im Allgäu

In Kempten gibt es eine vollautomatische Waschanlage für Fahrräder. Mitarbeiter Tino Lorenz beginnt mit der „Fluid Gun“ die Vorwäsche.

In Kempten gibt es eine vollautomatische Waschanlage für Fahrräder. Mitarbeiter Tino Lorenz beginnt mit der „Fluid Gun“ die Vorwäsche.

Bild: Tobias Schuhwerk

In Kempten gibt es eine vollautomatische Waschanlage für Fahrräder. Mitarbeiter Tino Lorenz beginnt mit der „Fluid Gun“ die Vorwäsche.

Bild: Tobias Schuhwerk

In Kempten gibt es nun eine der ersten vollautomatischen Fahrrad-Reinigungen in der Region. Die Idee kommt an: Manche Radfahrer unternehmen Ausflüge dorthin.
24.11.2022 | Stand: 16:51 Uhr

Schlamm drauf, Schwamm drüber: So lautete im Fall von verdreckten Fahrrädern bislang die Devise. Doch nicht jeder Radfahrer begeistert sich nach einer Geländefahrt dafür, sein Bike selbst zu pflegen und zu putzen. Erleichterung verspricht ein neuer Service: Eine der ersten vollautomatischen Fahrradwaschanlagen im Allgäu steht seit Kurzem auf dem Gelände der Firma „Perfect Carwash“ in Kempten. Das hat sich in der Szene rasch herumgesprochen.

Warum bringen Radfahrer ihre Fahrräder in die Waschanlage?

„Manche Radler-Cliquen machen extra Ausflüge zu uns“, sagt Anlagenleiter Tino Lorenz. Viele ergraute E-Biker seien unter den Kunden. „Manchen fahren Räder im Wert von mehreren tausend Euro. Da steigt der Anspruch an die Pflege gewaltig“, sagt der Hobby-Mountainbiker. Gerade jetzt im Herbst würden sich viele Radler eine Wäsche leisten, bevor sie ihr Gefährt im Winter „einmotten“, wie es Lorenz augenzwinkernd nennt. Dennoch rechnet er in der kalten Jahreszeit mit ausreichend Kunden: „Wir befreien die Räder auch von Streusalz.“

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Waschanlage für Fahrräder: Wie funktioniert die Wäsche?

Los geht’s mit der Vorwäsche: Mit einer „Fluid Gun“ beschießt Lorenz grob verdreckte Stellen mit Bioreiniger, der ein paar Minuten einzieht. Danach schiebt er das Bike in die Anlage: Einen etwa zwei Meter langen, silberfarbenen Kasten, der nach oben geöffnet ist. Per Knopfdruck beginnt der Hauptwaschgang. Im innern der Box erklingt ein kräftiges Gebläse. Ähnlich wie in einer Autowaschanlage rotieren links und rechts große Bürsten. Genau wie die Spritzdüsen werden sie auf zwei Schienen am Fahrrad vorbeigefahren. Die beiden Räder stehen während dieser Zeit in entmineralisiertem Wasser, das Kalkflecken verhindern soll. Je nach Wahl dauert ein Programm fünf bis 13 Minuten.

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„An die Felgen gehen wir mit Ultraschall ran. So wie man das von der Brillenreinigung kennt“, sagt Lorenz. Die Wasserdüsen arbeiten mit einem Druck von vier Bar. Das sei perfekt für eine schonende Reinigung der Räder. Zum Vergleich: Beim Waschen von schmutzigen Autos kommen 20 Bar zum Einsatz. Dennoch haben es Tino Lorenz und sein Chef Markus Litzinger immer wieder in ihrer Autowaschanlage erlebt, dass Kunden auch ihre Räder mit sehr hohem Druck abspritzen. „Das sollte man auf keinen Fall tun“, sagt Lorenz. Deshalb entstand die Idee, eine eigene Waschanlage für Radler zu installieren. In Absprache mit dem Hersteller wurden technische Details verfeinert.

Was sagt der ADFC zu der vollautomatische Waschanlage für Fahrräder?

Die Kemptener Anlage überzeugte jüngst auch Tester des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Kempten-Oberallgäu. Ihr Urteil: „Wie neu strahlende Felgen und Reifen, auch der Rahmen, die Kette, Schutzblech und Pedale schön sauber. Nur an einer schwer zugänglichen Stelle zwischen zwei Seilzügen am Unterrohr entdecken wir noch ein paar kleine Schmutzreste.“