"Das ist unfassbar"

Ärger in Lindenberg: Unbekannte kippen Müll an Wertstoffinsel ab

Wertstoffinsel

Tüten- und säckeweise Müll und Unrat: Unbekannte haben diese Wertstoffinsel in Lindenberg zugemüllt.

Bild: Benjamin Schwärzler

Tüten- und säckeweise Müll und Unrat: Unbekannte haben diese Wertstoffinsel in Lindenberg zugemüllt.

Bild: Benjamin Schwärzler

Diese Art der Müllentsorgung ist in Lindenberg aber wohl kein Einzelfall. Die Stadt reagiert. Welche Strafe droht und wodurch sich die Sünder wohl verraten haben.
16.08.2021 | Stand: 18:27 Uhr

Aufgerissene Tüten, volle Kartons, Unrat auf dem Boden. Sogar eine Matratze haben Unbekannte einfach vor den Containern abgelegt. „Auf der Hub“ in Lindenberg glich die Wertstoffinsel am Sonntagabend einer Müllhalde.

Ein Video davon kursierte bei Facebook. „Unfassbar“, „Wahnsinn“, „Schlimm, wie sich manche Menschen verhalten“ – das waren nur einige Kommentare darunter.

Anwohner haben den Vorfall per E-Mail auch der Stadt gemeldet. „Dieser Zustand ist kein Einzelfall, es ist seit Monaten so. Als Anwohner schämen wir uns und finden den Zustand untragbar. Wir haben Angst, dass durch die illegalen Müllablagerungen Ratten und anderes Ungeziefer angezogen werden“, schreiben sie an das Rathaus – und bitten sogar um eine Entfernung der Container. Die E-Mail liegt unserer Redaktion vor.

Die Wertstoffinsel "Auf der Hub" in Lindenberg ist von der Straße aus gut einsehbar.
Die Wertstoffinsel "Auf der Hub" in Lindenberg ist von der Straße aus gut einsehbar.
Bild: Benjamin Schwärzler

Lindenbergs Hauptamtsleiter Roland Kappel kündigte an, dass die Verwaltung der Sache nachgehen und Anzeige erstatten werde. „Das kann man so nicht hinnehmen“, macht er deutlich. Zumal das Aufräumen wieder unnötig Arbeit macht. Die Stadt ist für die Reinigung der Wertstoffinseln zuständig und bekommt dafür eine Pauschale vom ZAK. Die Arbeiten wiederum hat die Stadt an die Lebenshilfe vergeben, sagt Kappel.

Laut Polizeisprecher Dominic Geißler kommen vermüllte Wertstoffinseln im Allgäu „häufig“ vor. Viele Dienststellen hätten einmal pro Woche damit zu tun. Die Beamten versuchen, die Verursacher ausfindig zu machen. Was hilft: Nicht selten sind in dem illegal abgelagerten Müll Briefköpfe oder Adressaufkleber zu finden. So übrigens auch im aktuellen Fall in Lindenberg. Dadurch könnte die Polizei den Müllsündern schnell auf die Spur kommen.

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Die Polizei leitet solche Verstöße gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz, wie es im schönsten Beamtendeutsch heißt, im Normalfall an das jeweilige Landratsamt als sogenannte Verfolgungsbehörde weiter, sagt Geißler.

Der Müll wurde tüten- und säckeweise einfach vor den Containern abgeladen.
Der Müll wurde tüten- und säckeweise einfach vor den Containern abgeladen.
Bild: Benjamin Schwärzler

Beim Landratsamt Lindau gehen im Jahr etwa 20 bis 25 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz ein. „Überwiegend handelt es sich hierbei um illegale Müllablagerung. Je nach Art und Umfang des Mülls wird ein Bußgeld verhängt“, sagt Behördensprecherin Sybille Ehreiser. Die Spanne reicht von 20 Euro – zum Beispiel für eine Zigarettenschachtel – bis in den vierstelligen Bereich.