Aktion

Über 100 Teilnehmer: So lief der Stadtputz in Lindenberg

Brigitte und Luise Huber (Bild Mitte) haben zwischen der Hauptschule und Liebherr viele Mund-Nasen-Masken und einen halben Hering gefunden.

Brigitte und Luise Huber (Bild Mitte) haben zwischen der Hauptschule und Liebherr viele Mund-Nasen-Masken und einen halben Hering gefunden.

Bild: Susi Donner

Brigitte und Luise Huber (Bild Mitte) haben zwischen der Hauptschule und Liebherr viele Mund-Nasen-Masken und einen halben Hering gefunden.

Bild: Susi Donner

Familien, Kinder, Vereine und Parteien sammeln am Wochenende beim Stadtputz in Lindenberg Müll. Dabei kommt Kurioses zum Vorschein.
11.04.2021 | Stand: 18:26 Uhr

„So viel haben die Leute einfach weggeworfen.“ Die 13-jährige Maja Rinklin ist fassungslos. Um zehn Uhr haben sie und Wendelin Schupp am Nadenberg und rund um das ehemalige Feriendorf mit der Putzaktion begonnen und bis zu ihrem offiziellen Start um 13 Uhr haben die beiden schon einen richtigen Müllberg zusammengetragen. Maja und Wendelin sind an diesem Samstag nicht die Einzigen, die in Lindenberg Müll sammeln. Etwa hundert Teilnehmer – darunter Familien, Vereine und Parteien – beteiligen sich bei gutem Wetter am Ortsputz im Stadtgebiet, bei dem auch Kurioses gefunden wird.

Das haben die Teilnehmer in Lindenberg gesammelt

„Das ist ein kleiner Teil dessen, was wir schon gefunden haben. Wir haben noch zwei weitere volle Müllsäcke und vieles haben wir schon im Wertstoffcontainer korrekt entsorgt“, sagt Maja. Andere große und schwere Gegenstände haben sie auf der Strecke zur Seite geräumt und fotografiert, damit sie es später, mit leeren Händen wiederfinden und holen können. Wie beispielsweise ein verrostetet Gitter, das eine Gefahr für Tier darstellen, und eine kaputte Schubkarre voller Müll, die sie allein nicht schieben konnten. „Wir haben zwei Partystellen gefunden mit viel Müll, und sehr vielen Flaschen. Wenn man die Sachen mitbringt, dann kann man doch auch den Müll wieder mitnehmen“, sagt der elfjährige Wendelin.

Die Stadtputz-Aktion finden die beiden Jugendlichen gut. „Sie sollte öfter sein, mehr Bürger sollten sich daran beteiligen, und vor allem sollten die Leute nicht einfach ihren Müll achtlos in die Landschaft werfen“, sagt Maja.

Ein halber Hering und jede Menge Masken

Auch Luise Huber ist an diesem Nachmittag mit ihrer Tochter Brigitte in Lindenberg unterwegs. Eineinhalb Säcke haben sie allein auf dem Weg von der Hauptschule bis zur Firma Liebherr mit Müll gefüllt. Ein halber Hering war ihr kuriosester Fund. Dazu kommen viele Mund-Nasen-Masken, einen Kanister, eine halbe Radkappe, Servietten, Essensverpackungen und vieles mehr. Einen weiteren halben Sack Müll habe sie entlang der Alpenstraße aus den Wiesen gepickt. Darum kümmere Luise Huber sich jedes Frühjahr, bevor die Kühe auf die Weide dürfen. „Für eine Kuh können Glasscherben lebensbedrohlich sein“, sagt sie.

„Sie glauben nicht, was da an Flaschen und Dosen rumliegt. Seit Oktober habe ich beim Spazierengehen Pfandflaschen und Dosen für einen Pfandwert von 60 Euro gesammelt“, erzählt sie Bürgermeister Eric Ballerstedt, der während der Putzaktion alle Gruppen besucht und sie mit abgepackten Knabbersachen versorgt. „Normal gebe es eine Brotzeit, aber das ist pandemiebedingt nicht möglich“, sagt Bürgermeister Ballerstedt.

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