Schüler suchen Lehrstelle, Betriebe suchen Azubis

Berufsinfomesse in Lindenberg: Persönlicher Kontakt ist nicht zu ersetzen

Berufsinfomesse

Erstmals seit dem Frühjahr 2019 fand wieder eine Berufsinfomesse als Präsenzveranstaltung statt. Das haben die Schüler aus dem Landkreis rege genutzt.

Bild: Olaf Winkler

Erstmals seit dem Frühjahr 2019 fand wieder eine Berufsinfomesse als Präsenzveranstaltung statt. Das haben die Schüler aus dem Landkreis rege genutzt.

Bild: Olaf Winkler

Ausbildungsbetriebe und Schüler aus dem ganzen Landkreis Lindau kommen dank ausgeklügeltem Hygienekonzept in Lindenberg wieder direkt ins Gespräch.
10.10.2021 | Stand: 20:11 Uhr

Im Frühjahr 2019 hat sich Ausbildungsbetrieben und Schulabgängern letztmals die Gelegenheit geboten, bei einer Berufsinfomesse persönlich ins Gespräch zu kommen. Dann kam Corona. In digitaler Form gab es zwar im Frühjahr 2021 wieder Kontakte, doch erst jetzt fand wieder eine Präsenzmesse statt. Und die Gelegenheit nutzten die Schülerinnen und Schüler gern. Etwa 1000 von ihnen aus dem ganzen Landkreis kamen in die Mittel- und die Realschule nach Lindenberg.

Bei der Berufsinfomesse in Lindenberg gelten strenge Corona-Regeln

Ohne Corona-Regeln ging es nicht: Während die Schüler ohnehin getestet waren, mussten ihre Eltern einen 3G-Nachweis mitbringen. In den Gebäuden galt Maskenpflicht – und hindurch führte ein Einbahnsystem. Außerdem gab es im Vorfeld keine öffentliche Einladung. Die einzelnen Schulen hatten Zeiten mitgeteilt bekommen. So ließen sich die typischen Stoßzeiten am Vormittag und nach dem Mittagessen vermeiden. Das Konzept hatten die Veranstalter – die Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft – bereits im Sommer entwickelt. „Jetzt wären bis zu 1000 Besucher gleichzeitig möglich gewesen“, sagt IHK-Regionalgeschäftsführer Markus Anselment mit Blick auf die aktuellen Regeln. Durch das mit dem Landratsamt abgesprochene Hygienekonzept waren es nur maximal 300.

Außer der Polizei, dem Zoll und der Bundeswehr waren in Lindenberg keine überregionalen Ausbilder vertreten

Das allerdings kam den Gesprächen an den Ständen der Betriebe zugute. Denn auch dort gab es keine Staus. Und das, obgleich es deutlich weniger Betriebe als zuletzt waren. Insbesondere weiterführende Schulen waren nicht vertreten. Und außer der Polizei, dem Zoll und der Bundeswehr waren auch keine überregionalen Ausbilder präsent. „Bei ihnen haben wir um Verständnis gebeten“, sagt Beate Rohrmüller vom Arbeitskreis Schule/Wirtschaft. Denn es sollte ausreichend Platz zwischen den Ständen herrschen.

IHK-Regionalgeschäftsführer Markus Anselment: Vor allem in Handel, Gastronomie und Hotellerie konnten viele Ausbildungsplätze nicht besetzt werden

Die Notwendigkeit einer Berufsinfomesse ist aus Sicht aller Beteiligten größer denn je. Den Betrieben fehlt der Nachwuchs, wie der Personalleiter der Liebherr-Aerospace in Lindenberg, Ulrich Thalhofer, bestätigt. Die Auszubildenden von morgen sind aber die Fachkräfte von übermorgen. Und die werden händeringend gesucht. So weiß Anselment von bis zu 150 Ausbildungsplätzen insbesondere in Handel, Gastronomie und Hotellerie, die die Betriebe im Landkreis heuer nicht besetzen konnten. So waren unter anderem der „Lindenberger Hof“ und der „Engel“ aus Oberstaufen mit eigenen Ständen vertreten. Aber auch alle größeren Industriebetriebe – von Liebherr-Aerospace über Rawe, Buhmann, Hochland und Pfaff bis hin zu Dethleffs und Waldner – waren präsent. Einige Handwerksinnungen nutzten die Messe ebenfalls, um Kontakte anzubahnen. Denn auch hier fehlt es an Bewerbern für die vielen Ausbildungsplätze. Dem ersten Kennenlernen folgt nun im Regelfall ein Praktikum, damit beide Seiten merken, ob es passt.

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