Westallgäu/Lindau

Corona im Landkreis Lindau: Immer mehr Beschwerden gegen Regelverstöße

In Lindau gibt es wohl besonders viele Beschwerden wegen Corona.

In Lindau gibt es wohl besonders viele Beschwerden wegen Corona.

Bild: Thomas Warnack/dpa

In Lindau gibt es wohl besonders viele Beschwerden wegen Corona.

Bild: Thomas Warnack/dpa

Die Zahl der Infizierten ist zuletzt wieder gestiegen. Landrat Elmar Stegmann kündigt an, Verstöße konsequent mit Bußgeldern ahnden. Das kann teuer werden.
28.07.2020 | Stand: 15:09 Uhr

Der Bodensee und das Allgäu sind beliebte Urlaubsdestinationen und heuer aufgrund von Corona noch gefragter als sonst. Für die Gewerbetreibenden, die Hotellerie- und Gastronomiebetriebe ist dies gut, können diese nun einen Teil der Ausfälle während des Lockdowns kompensieren.

 

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Es gibt jedoch auch eine Kehrseite der Medaille: „Geht man derzeit über die Lindauer Insel, so hat man den Eindruck, es gäbe kein Corona“, hat Landrat Elmar Stegmann beobachtet. Er ist deshalb besorgt. „Hatten wir in den vergangenen Wochen lediglich Einzelfälle, so entwickeln sich derzeit leider wieder Infektionsgeschehen – in unseren Nachbarlandkreisen, aber auch bei uns.“

 

Elmar Stegmann
Landrat Elmar Stegmann warnt vor Leichtsinn im Umgang mit Corona.
Bild: Kreis Lindau

Verstoß gegen Corona-Regeln kostet 5000 Euro

Über Wochen hinweg stagnierte die Zahl der Infizierten im Landkreis bei 244. Mittlerweile ist sie auf 251 gestiegen. Parallel dazu häufen sich beim Landratsamt Beschwerden, weil Schutzregeln nicht oder nicht mehr eingehalten werden. Das Landratsamt hat deshalb nach eigenen Angaben die betroffenen Gemeinden angeschrieben mit der Aufforderung, auf alle Gewerbetreibenden, Hotellerie- und Gastronomiebetriebe zuzugehen, an deren Verantwortungsbewusstsein zu appellieren und auch darauf, auf mögliche Bußgelder zu verweisen. Die, so das Landratsamt, würden „vor dem aktuellen Infektionsgeschehen konsequent verhängt“. In diesem Bereich betrage das Bußgeld in der Regel 5000 Euro.

Landrat Elmar Stegmann appelliert an Bürger im Westallgäu

Immer wieder werden dem Landratsamt insbesondere Verstöße gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und zum Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern angezeigt, in Gaststätten werden zudem vielerorts keine Personendaten mehr erfasst. „Wir müssen gemeinsam mit allen Mitteln versuchen, ein erneutes Aufflammen oder sogar das Entstehen eines Hotspots im Landkreis Lindau zu verhindern“, wendet sich der Landrat an die Betreiber. „Sie müssen die Coronaregeln befolgen und dies auch von Ihren Kunden und Gästen verlangen.“

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Da die Dunkelziffer nicht bekannt ist und wie viele Menschen erkrankt sind, ohne es zu merken, könne ein Infektionsgeschehen schnell eine Größe erreichen, die drastische Maßnahmen erfordere, warnt der Landrat. Im Landkreis droht nach den gängigen Regeln ein lokaler Lockdown bei 40 Infizierten also vergleichsweise sehr schnell.

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Den Beginn der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg nutzt der Kreischef zu einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Leichtsinn schadet uns und anderen. Lassen Sie uns wieder gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit wir keinen weiteren Lockdown erleben müssen.“