Von Lindau nach Bregenz

Darf ich Böller und Raketen in Österreich kaufen? Das sagt die Polizei

Feuerwerk in Österreich kaufen? Nach Vorarlberg pilgern derzeit viele um Raketen oder Böller zu besorgen. Ist das erlaubt?

Feuerwerk in Österreich kaufen? Nach Vorarlberg pilgern derzeit viele um Raketen oder Böller zu besorgen. Ist das erlaubt?

Bild: Florian Wolf (Archiv)

Feuerwerk in Österreich kaufen? Nach Vorarlberg pilgern derzeit viele um Raketen oder Böller zu besorgen. Ist das erlaubt?

Bild: Florian Wolf (Archiv)

In Deutschland ist der Verkauf von Böllern und Raketen verboten. Nicht aber das Zünden von Feuerwerk. Darf man sich also in Österreich eindecken?
31.12.2021 | Stand: 07:13 Uhr

Viel Zeit zu sprechen hat Patrick Fischer nicht. Der Inhaber des Geschäfts „Megafire“ im Vorarlberger Schwarzach hat alle Hände voll zu tun. Denn in diesem Jahr kommen nicht nur Österreicher zum Raketenkaufen zu ihm. Weil es in Deutschland ein Verkaufsverbot für Feuerwerk gibt, sind auch viele Deutsche in seinem Geschäft. Verboten ist das nicht. Ein Überblick über die Regeln zu Silvester.

Das Geschäft laufe in diesem Jahr sehr gut, sagt Patrick Fischer. „Wir haben eh schon viele Stammkunden, jetzt kommen auch noch einige Deutsche dazu“, sagt er. Diese umgehen mit dem Shopping-Trip nach Vorarlberg das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper, das in Deutschland das zweite Jahr in Folge gilt. Hintergrund des Verbots ist die angespannte Lage auf den Intensivstationen. Die Regierung will verhindern, dass Menschen wegen Feuerwerksverletzungen ins Krankenhaus müssen und das Personal dort noch mehr belasten.

Einreise nach Österreich nur mit 2GPlus

Deswegen appellieren Ärzte und Politiker an die Bürger, auf ein Feuerwerk zu verzichten. Offiziell ist es aber nicht verboten, Feuerwerk zu zünden. Und es ist auch nicht verboten, über die Grenze zu fahren und dort Raketen oder Böller zu kaufen, sagt Polizeipressesprecher Holger Stabik. Denn die Sprengverordnung verbietet lediglich deutschen Händlern, Feuerwerk zu verkaufen. Wer nach Österreich fährt, muss sich an die dortigen Einreisebestimmungen halten.

Und die sind im Nachbarland derzeit streng: Auch für den kleinen Grenzverkehr gilt 2G-Plus. Westallgäuer, die nach Vorarlberg möchten, müssen entweder eine Booster-Impfung nachweisen können oder, wenn sie erst doppelt geimpft oder genesen sind, einen aktuellen PCR-Test. Ausnahmen gibt es für Pendler. Sie können entweder geimpft, genesen oder getestet sein (3G). Sonderregeln gibt es außerdem für Schwangere, Kinder und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Polizei: Man darf in Österreich Böller kaufen

Holger Stabik fasst es so zusammen: „Wenn ich über die Grenze zum Tanken fahren darf, dann darf ich auch rüber fahren, um Böller zu kaufen.“ Doch auch im Nachbarland ist das Angebot an Raketen und Böllern deutlich zurückgegangen, wie der ORF schreibt. Fast alle Supermärkte haben Feuerwerkskörper aus dem Sortiment genommen.

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Wer Raketen oder Böller aus dem Ausland kauft, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass sie ein CE-Zeichen besitzen. Ansonsten sind die Regelungen für Privatpersonen in Österreich und Deutschland gleich, sagt Feuerwerksverkäufer Patrick Fischer. „Erlaubt sind in beiden Ländern Konsumentenfeuerwerke der Kategorien F1 und F2.“ (Lesen Sie dazu auch: Silvester 2021: Polizei warnt vor selbstgebauten Böllern)

Wer am 31. unbedingt Raketen in den Himmel jagen will, muss sich allerdings an die aktuellen Corona-Beschränkungen halten. So ist das Feiern auf öffentlichen Plätzen untersagt. Für Geimpfte und Genesene sind nur Treffen mit maximal zehn Personen erlaubt, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen. Private Zusammenkünfte, an denen Personen teilnehmen, die nicht geimpft oder genesen sind, können nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie maximal zwei Angehörigen eines weiteren Hausstands stattfinden. Einzige Lockerung: Die Sperrstunde in der Gastronomie ist in der Silvesternacht aufgehoben.

Landratsamt Lindau kann Versammlungen zu Silvester verbieten

Das Landratsamt kann für Silvester besonders publikumsträchtige Plätze ausweisen und auf diesen Plätzen Ansammlungen von mehr als zehn Personen verbieten. „Sollte eine Stadt oder Gemeinde einen publikumsträchtigen Platz ausweisen wollen, so müsste diese auf uns zugehen“, schreibt Behördensprecherin Sibylle Ehreiser. Das Landratsamt prüfe dann, ob dies verhältnismäßig wäre. Bis jetzt habe sich noch keine Gemeinde deswegen gemeldet. Aus baurechtlichen Gründen gibt es aber an einigen Plätzen (besonders in Innenstädten) ein Verbot, Feuerwerke abzufeuern. Diese werden von den Städten und Gemeinden festgelegt.

Dazu gehört die Lindauer Insel. Dort herrscht wegen der historischen Bausubstanz und der engen Bebauung „faktisch in den meisten Bereichen ein Verbot, Feuerwerksraketen und Böller abzubrennen“, schreibt die Stadt. Die denkmalgeschützte historische Baustruktur, die zu großen Teilen aus dem Mittelalter stammt, sei Brandgefahren besonders ausgesetzt. Wenige Ausnahmen gibt es nur auf der freien Fläche der Hinteren Insel, am Kleinen See oder beim Casino.