Tradition

Das steckt hinter der hundertjährigen Weihnachtskrippe in Hergensweiler

Szenen einer Weihnachtskrippe: (von links oben im Uhrzeigersinn) die gemütliche Kamelgruppe mit ihrem Kameltreiber, Maria mit dem Jesuskind und zwei der Weisen, der Mohr darf selbstverständlich nicht fehlen und hat sogar seinen Knappen dabei, ein eindrucksvoller Reiter erscheint in der weihnachtlichen Szene – und ein Kamel wird liebevoll versorgt.

Szenen einer Weihnachtskrippe: (von links oben im Uhrzeigersinn) die gemütliche Kamelgruppe mit ihrem Kameltreiber, Maria mit dem Jesuskind und zwei der Weisen, der Mohr darf selbstverständlich nicht fehlen und hat sogar seinen Knappen dabei, ein eindrucksvoller Reiter erscheint in der weihnachtlichen Szene – und ein Kamel wird liebevoll versorgt.

Bild: Susi Donner

Szenen einer Weihnachtskrippe: (von links oben im Uhrzeigersinn) die gemütliche Kamelgruppe mit ihrem Kameltreiber, Maria mit dem Jesuskind und zwei der Weisen, der Mohr darf selbstverständlich nicht fehlen und hat sogar seinen Knappen dabei, ein eindrucksvoller Reiter erscheint in der weihnachtlichen Szene – und ein Kamel wird liebevoll versorgt.

Bild: Susi Donner

Zum hundertsten Mal steht die Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche. Welche besondere Geschichte hinter Erbauer Sebastian Osterrieder steckt.
13.01.2021 | Stand: 19:56 Uhr

In der Pfarrkirche St. Ambrosius gibt es noch bis 2. Februar ein ganz besonderes Geburtstagskind zu bewundern: Die Weihnachtskrippe der Pfarrei hat zum hundertsten Mal die Weihnachtszeit der Kirchengemeinde begleitet. Erbauer der Krippe ist Sebastian Osterrieder (1864-1932). Der Abensberger wurde in der Region auch „Krippenwastl“ genannt und verhalf der Krippentradition in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu neuer Blüte.

Krippenbauer Osterrieder entdeckt und entwickelt innovative Krippen-Herstellung

Für Studienzwecke bereiste Osterrieder sogar den Orient. Für die Herstellung der wunderschönen Krippenfiguren hat der „Krippenwastl“ ein neues Verfahren aus Champagnerkreide, Gips und Hasenleim erfunden, das sich zur Serienproduktion eignete und als französischer Hartguss bekannt wurde. So steht es in der Veröffentlichung „Sebastian Osterrieder – Erneuerer der künstlerischen Weihnachtskrippe“ des Kunstverlags Josef Fink zu lesen.

1920 hat der damalige Pfarrer Anton Schilling die Krippe beauftragt: Zweieinhalb Meter historische Weihnachtskrippe mit Christgrotte, Häusern, Szenerie, Figuren zur Geburtsszene, Josef, Schafe, betender Araber, drei Könige, Kamelgruppe, Reiter, Wasserfrau, Esel, Hirte, Pferd und Reiter wurden im Mai 1920 für 1780 Mark geliefert.

Seither baut jedes Jahr ein begeistertes Krippenteam die wunderschöne Darstellung der Weihnachtsgeschichte auf.

Krippe in Hergensweiler wird liebevoll gepflegt

Zum Dreikönigstag hat die Szene gewechselt, die drei Weisen mit ihrem Gefolge sind erschienen und die Hirten haben sich zurückgezogen. „In den vergangenen Jahren hat vor allem Horst Keller die Figuren liebevoll repariert und Farbmängel ausgebessert, wofür wir sehr dankbar sind“, sagt Josef Wetzel aus dem Krippenteam.

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Die hundertjährige Weihnachtskrippe ist noch bis 2. Februar aufgebaut und kann in der Pfarrkirche St. Ambrosius bewundert werden. Am 2. Februar feiert die Kirche das Fest Mariä Lichtmess, das früher die Weihnachtszeit beendete. Viele nehmen dieses Datum auch heute noch als das Ende der Weihnachtszeit, an dem sie ihre Krippen und Christbäume endgültig abbauen.